„Man muss auch mal ‚nein‘ sagen können“
Amtsstart als Bürgermeister von Griesstätt: Anton Strahlhuber am Schreibtisch im Rathaus. Foto Rieger
Interview Griesstätts neuer Bürgermeister Anton Strahlhuber über anstehende Herausforderungen
Griesstätt – Der erste Tag in einem neuen Arbeitsbereich ist immer etwas Besonderes. Grund genug, beim Bürgermeister Griesstätts, Anton Strahlhuber, nachzufragen, wie er sich nach seiner Wahl am ersten Tag im Amt fühlt und was ihn am meisten bewegt. Vieles ist ihm zwar schon als Zweiter Bürgermeister begegnet, aber die jetzige Verantwortung für die Gemeinde auf neuem Niveau ist natürlich eine viel größere Herausforderung.
…natürlich etwas Besonderes, wenngleich es auch wiederum für mich ein ganz normaler Arbeitstag ist, da ich bereits seit längerer Zeit als Stellvertreter die Geschäfte leite.
In den vergangenen sechs Jahren als Stellvertreter durfte ich immer wieder für längere Zeit die Gemeinde leiten und mich somit um alle Belange unserer Kommune kümmern. In fast allen Projekten war ich in dieser Zeit involviert.
Darüber hinaus habe ich federführend den Umbau des Sparkassengebäudes zur Kinderkrippe geleitet. Auch die Entwicklung des Eckergartens sowie unseres denkmalgeschützten Eckerstadels waren Schwerpunkte der letzten Jahre und werden es auch weiterhin sein. Die Personalführung war ebenfalls bereits ein nicht zu vernachlässigender Teil meiner Arbeit.
Meine Stellvertreter werden durch den Gemeinderat erst in geheimer Wahl gewählt. Diese Wahl findet in der konstituierenden Sitzung am 13. Mai statt. In dieser kurzen Zeit brauche ich „hoffentlich“ keine Vertretung.
Mein Büro wird gerade frisch gestrichen. Außer meinem Schreibtisch und der notwendigen EDV steht hier nicht viel. Es soll ein heller, freundlicher Raum werden mit Bildern unserer schönen Heimat an der Wand.
Durch die vielen Vertretungszeiten in der Vergangenheit ist die Situation auch für uns als Familie nicht direkt neu. Stressige Momente gehören im Leben dazu.
Umso wichtiger ist es, dass man seinen Mittelpunkt im Leben nicht aus den Augen verliert und sich einfach auch die Zeit nimmt, um diese ganz und gar mit der Familie zu verbringen.
Beruflich komme ich schon immer mit vielen unterschiedlichen Personen in Kontakt, was mir sehr viel Freude bereitet. Jeder Mensch ist anders, und das ist auch gut so. Der eine ist geduldiger und der andere weniger. Es können halt auch nicht alle Forderungen und Wünsche umgesetzt werden und man muss auch mal „nein“ sagen können. Der Umgang mit verschiedenen Personengruppen, deren Meinungen und Anliegen gehört zur Aufgabe eines Bürgermeisters. Solange es um eine sachliche Debatte geht, ist das völlig in Ordnung.
Es wäre wirklich schön, wenn wieder mehr Bürger die Möglichkeit nutzen würden und einer öffentlichen Sitzung beiwohnen. Hier kann man sich „live“ von der Arbeit des Gemeinderates überzeugen. An interessanten Themen mangelt es nicht.
Vielleicht sollte man die öffentlichen Sitzungen noch mehr bekannt machen.
Eine konstruktive Zusammenarbeit über Parteigrenzen hinweg wäre ideal. Wir alle sind von den Bürgern gewählt worden, um uns für Griesstätt einzusetzen und unsere Gemeinde weiterzuentwickeln.
Das wären ein erfolgreicher Abschluss der bereits laufenden Projekte (etwa Breitbandausbau, Kläranlage), die Schaffung von neuen Flächen fürs Gewerbe und von Wohnraum, besonders seniorengerechtes Wohnen betreffend. Und der „Ecker-stadl“ ist zu sanieren und wieder einer Nutzung zuzuführen.
Dazu gehört natürlich, Zeit mit der Familie zu verbringen und die Natur beim Bergsteigen oder Skifahren zu genießen.
Als leidenschaftlicher Busfahrer möchte ich aber auch immer noch schöne Ziele im In- und Ausland ansteuern.