Isen – Seinen 85. Geburtstag feierte Lothar Sammet aus Isen. Vor über zehn Jahren ist er mit Ehefrau Karin in den Landkreis gezogen, um näher bei den Enkeln zu sein. Sein Leben begann am 5. Mai 1941 in Wittenberge. Zu Kriegszeiten war sein Vater dort stationiert. Dieser floh in einer Nacht- und Nebelaktion mit Frau und Tochter zurück in seine Heimat nach Rehau in Oberfranken. Ihren Sohn, Lothar, hätten sie bei den Großeltern gelassen – hätte er den Aufbruch nicht bemerkt und verlangt, mit in den Süden zu kommen.
In Bayern lernte der Jubilar Porzellanmaler, bevor er sich freiwillig für drei Jahre der Marine anschloss. Im März 1963 beendete er seinen Dienst bei der Bundeswehr und heiratete noch im selben Juli seine Frau Karin. Mit ihr und den 1969 und 1972 geborenen Töchtern zog er nach Hof. Weil die Arbeit als Porzellanmaler immer weniger gefragt war, versuchte er, in einem neuen Berufsfeld unterzukommen. Ein Schützenkollege verhalf ihm zu einem Job in der Justiz. Dort blieb er bis zum Rentenalter, zuletzt als Leiter der Wachtmeisterei. 2006 ging er in den Ruhestand.
Den Großteil seines Lebens war er begeisterter Sportschütze und hatte sich unter anderem bis zum bayerischen Meister „hochgeschossen“. Zuletzt war er im Schützenverein in Buch am Buchrain Mitglied.
2013 erfolgte der Umzug nach Isen. „Uns hielt nichts in Hof“, erzählte die Ehefrau des Jubilars. Denn eine Tochter lebte inzwischen in Berlin, die andere hatte ihre Familie in Erding gegründet. „Unsere Enkel hingen schon damals sehr an uns“, erinnerte sie sich an die Zeit vor dem Umzug. Also fassten diese den Entschluss, in ihre Nähe zu ziehen: nach Isen.
Seither halfen sie bei der Betreuung und entlasteten die berufstätigen Eltern. „Wir haben alles mitbekommen – die erste Zeit im Kindergarten, die Einschulung. Und jetzt wird unsere Enkelin bald 20 und unser Enkel 18 Jahre alt.“ Die Familie sei „immer noch ganz eng“. Das zeige sich besonders in Zeiten wie jetzt: Der Jubilar leide an Demenz und seine Frau ist seit Monaten an den Rollstuhl gefesselt. Durch die Nähe zur Familie bekommen sie regelmäßig Besuch und Hilfe.
Besonders jetzt im Frühling genießen sie ihren großen Garten, in dem die Familie fleißig mit anpackt, weil sie selbst momentan nicht können. Auch der Geburtstag von Lothar Sammet wurde gemeinsam verbracht.
Zu den Gratulanten zählten außerdem Bürgermeisterin Irmgard Hibler und Pfarrerin Ruth Nun. Bei geselligem Beisammensein schmunzelten sie über zahlreiche Geschichten aus früheren Zeiten. jof