Äußerst ungewöhnlich

von Redaktion

Nach einer Einbruchsserie in Wasserburg laufen die Ermittlungen der Polizei. Unbekannte beschädigten Fenster und Türen von öffentlichen Gebäuden, stahlen aber fast nichts. Der hohe Sachschaden im Vergleich zur geringen Beute macht den Fall für die Ermittler ungewöhnlich.

Wasserburg – Insgesamt fünf Gebäude gerieten ins Visier zwielichtiger Gestalten: In der Nacht auf Montag (11. Mai) wurde in mehrere öffentliche Einrichtungen eingebrochen. Wie die Polizei in einer Pressemitteilung erklärt, ist der unbekannte Täter in das Gebäude der Betreuungseinrichtung der Realschule, in den Bürgerbahnhof, in ein Kurzwarengeschäft und letztlich in der Salzburger Straße in das Theater und die Bibliothek der Stadt Wasserburg eingebrochen. Die Beamten gehen derzeit davon aus, dass es sich um ein- und denselben Täter handeln könnte.

Polizei bittet um
Zeugenhinweise

Während die Polizei Wasserburg um Hinweise aus der Bevölkerung unter der Telefonnummer 08071/ 91770 bittet, fragt sich ganz Wasserburg: Wer steckt hinter der Einbruchsserie in der Innstadt? Auch Stadtkämmerer Robert Mayerhofer rätselt. Er hat keine Erklärung für die Einbrüche und kann nur spekulieren, welche Absicht hinter den Taten steckt: „Das Theater ist ein verpachtetes Objekt, Bürgerbahnhof und Bibliothek städtische Einrichtungen. Bei allen ist der Sachschaden höher als der Wert der Beute. Wir reden von Schäden in einer Höhe zwischen 3.000 und 4.000 Euro. Fenster wurden eingeschlagen, Türen eingetreten, aber im Inneren der Gebäude wurde kein Vandalismus betrieben oder Inventar gestohlen. Das ist das Seltsame. Äußerst ungewöhnlich.“ Der Schaden könnte reguliert werden, so Mayerhofer, dies sei keine Frage. Doch es sei eine andere Hausnummer, wie die Leiter der Häuser darauf reagieren und mit einem solchen Vorfall umgehen. Man sei natürlich „verunsichert“ und ein gewisses Sicherheitsgefühl schwinde, Mayerhofer zufolge, automatisch durch einen Einbruch. Mit Vandalismus und Graffiti-Schmierereien an öffentlichen Toiletten – wie zuletzt an den Parkhäusern am Kellerberg und in der Überfuhrstraße – habe er des Öfteren zu tun. Dass aber öffentliche Einrichtungen zum Ziel von Einbrechern werden, daran kann sich der Stadtkämmerer, seit vielen Jahren für die städtischen Immobilien verantwortlich, nicht erinnern.

„Das geschieht selten und ist eher unüblich. In den vergangenen Jahren sind Einbrüche dieser Art bei uns nicht vorgekommen. Wer auf der Suche nach großer Beute ist, der ist doch in der städtischen Bibliothek an der falschen Adresse. Was erwartet der Täter, dort zu finden?“, wirft Mayerhofer in den Raum. Eine berechtigte Frage, die zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht beantwortet werden kann.

Schadensmeldung
an die Versicherung

Überwachungskameras gebe es an allen drei Objekten nicht. „Wer hineinkommen will, kommt auch hinein“, stellt der Stadtkämmerer nüchtern fest. Die nächsten Schritte stehen fest: Von städtischer Seite sei es nun sinnvoll, nach dem Vorfall eine neue Risikobewertung durchzuführen und die Gesamtsituation der Gebäude näher zu beleuchten. „Wir haben in Wasserburg rund 100 Gebäude im Bestand, davon sind circa 50 öffentliche Gebäude. Das Ganze müssen wir mit Maß und Ziel betrachten.“ Wie es weitergeht, liegt auf der Hand: „Die Spurensicherung war da, die Polizei hat uns befragt, die Ermittlungen laufen. Uns bleibt nur, abzuwarten, in der Hoffnung, dass der Täter ermittelt werden kann. Wir haben im Folgenden an den betroffenen Gebäuden eine Schadensmeldung an die Versicherung abgegeben und eine Schadensregulierung beziehungsweise Reparaturarbeiten eingeleitet.“

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