Eiselfing – Mit einem Vorbescheidsantrag wollte ein Bauwerber die Frage abklären, ob die Errichtung eines Wohnhauses mit Garage auf seinem Grundstück an der Zufahrtsstraße in Richtung Feuerwehrhaus von der Thalhamer Straße her kommend bauplanrechtlich zulässig ist.
Das Grundstück befindet sich im Außenbereich und ist im Flächennutzungsplan als Dorfgebiet ausgewiesen. Der Regenwasser-Hauptsammler verläuft im nördlichen Bereich durch die vorgesehene Fläche.
Die schlechte Abwasserkanalsituation in Kerschdorf ist schon länger ein Thema und voraussichtlich 2028 wird dieses Problem auch angepackt. „Deshalb müssen wir im Zusammenhang mit dem zu beratenden Antrag das Regenwasserthema mit anschauen. So schwierig das für den Bauwerber auch ist“, sagte Bürgermeister Georg Reinthaler (Grüne) gleich am Anfang der Beratung. Leicht machten es sich die Mitglieder im Gemeinderat dabei nicht. „Aber so wie die Eingabe jetzt vorgelegt wurde, ist sie nicht zustimmbar“, war die klare und deutliche Argumentation des Amtsleiters Laurentius Fischer. Im Zusammenhang mit der Kanalsanierung geht es der Gemeindeverwaltung und dem Gemeinderat insgesamt um die Möglichkeiten der Ortsentwicklung von Kerschdorf. Zumal für das Grundstück bis zum jetzigen Zeitpunkt noch kein Erschließungskonzept entwickelt werden konnte. Denn das ist im Hinblick auf die Niederschlagswasserentsorgung mit einer neuen Erteilung der wasserrechtlichen Genehmigung gemeinsam zu sehen. Für die Erschließung des noch unbebauten Raumes sollte deshalb eine Bauleitplanung in Betracht gezogen werden, damit eine geregelte Bebauung gesichert wird. „Aus Sicht der Verwaltung sollte weder das Einvernehmen noch eine Zustimmung zum Vorbescheidsantrag vor der Klärung der angesprochenen Sachlage erfolgen“, sagte Laurentius Fischer. Ein Ergebnis, das sich der Bauwerber wohl anders vorgestellt hat. Er erhielt auf Vorschlag des Bürgermeisters und mit der Zustimmung des Gemeinderates Rederecht. Ausführlich konnte er seine Überlegungen schildern, die er für sein Bauvorhaben längere Zeit durchdacht habe. „Jetzt habe ich da ein Grundstück und kann trotzdem nicht bauen“, war sein Fazit am Ende seiner Ausführungen. Georg Reinthaler informierte in der Beratung deshalb über den momentanen Sachstand der Planungen zur Kanalerneuerung, die in einem halben Jahr fertig sein wird. „Ein halbes Jahr warten erhöht die Aussicht auf die Zustimmung des Landratsamtes“, sagte er zu diesem Zusammenhang. Einen Vorschlag brachte dann Manfred Bierwirth (UWE) in die Beratung ein. „Jetzt den Antrag zurücknehmen und in einem halben Jahr wieder neu einreichen, das wäre eine Möglichkeit“, sagte er und bekam dafür die Unterstützung von Sebastian Pauker (CSU). Der Bauwerber war mit dieser Lösung nach einer kurzen Nachdenkphase einverstanden und zog seinen Vorbescheidsantrag für den jetzigen Zeitpunkt zurück. bua