Ein Treffpunkt für Kunstbegeisterte

von Redaktion

Vera Sturm übernimmt die Turm-Galerie von Erich Baumgartner

Wasserburg – Mit seinen Bildern und seiner weiß-blauen Markise prägte Erich Baumgartner an sonnigen Wochenenden das Stadtbild und fungierte so als waschechter Wasserburger als Gesprächspartner für Jung und Alt. Seit 2020 ist er stolzer Träger der Heiserer-Medaille. Diese Ära ist aber zu Ende. Aus altersbedingten Gründen übergab er die kleine Galerie Mitte April an die junge Wasserburger Künstlerin Vera.

Immer wieder
zum Pinsel gegriffen

„Erichs Wunsch war es, dass an diesem Standort weiterhin Kunst verkauft und ausgestellt wird. Mein Papa und er sind alte Bekannte, daher lag die Idee, dass ich den Stand fortführe, nahe“, erklärt die 36-Jährige. Sie hofft, dass sich die Leute an der Nachfolge erfreuen, auf einen Ratsch vorbeischauen und alle hier eine gute Zeit haben.

Künstlerisch begabt sei Vera schon immer gewesen, hat am Gymnasium den Leistungskurs Kunst gehabt und auch während ihres Studiums der Psychologie immer wieder zum Pinsel gegriffen. Sie hat die Malschule der im Jahr 2024 verstorbenen Künstlerin Ute Lechner besucht und ist nach einer längeren Pause nun wieder aktiv. „Ein gewisses Talent wurde mir praktisch in die Wiege gelegt. Ich male intuitiv drauflos und lasse mich von Farben inspirieren, die mich in dem Moment ansprechen. Lacht mich eine Idee an, wird sie prompt verwirklicht“, erzählt Vera lachend. In ihren Kunstwerken zeigt sie ihr ureigenes Naturell und die Freude am Malen. Ihre Bilder spannen einen farbenfrohen Bogen von Natur- und Landschaftsmotiven bis zu Porträts und Ansichten der Stadt Wasserburg, hauptsächlich in Acryl auf Papier oder Leinwand, in unterschiedlichen Formaten und als Ansichtskarten.

Diese Intuition und Spontanität versucht sie, ihren Teilnehmern auch in den Malkursen näherzubringen, die sie seit Juni vergangenen Jahres regelmäßig anbietet. Derzeit finden sie ein- bis zweimal im Monat statt, in ihrem eigenen Atelier in der nördlichen Burgau. Anmeldungen nimmt die Wasserburgerin, die seit 30 Jahren in der Innstadt lebt, gerne per Mail unter malenmitvera@web.de an. Ihre Energie widmet sie nun auch dem „kleinen, aber feinen“ Standort am Marienplatz, direkt gegenüber des Restaurants „Stechlkeller“. In der „STurm“-Galerie, wie die einstige Turm-Galerie jetzt heißt, stellt sie ihre eigenen Bilder aus und führt das Verkaufshäuschen ganz im Sinne ihres Vorgängers weiter. Vera freut sich sehr, dass auch die Stadt Wasserburg als Verpächter ihr Einverständnis für die Weiterführung gegeben hat. „Es ist eine Bereicherung für das Stadtbild“, stellt die Dritte Bürgermeisterin und Kulturreferentin Edith Stürmlinger fest. Die Galerie soll ein Treffpunkt für Kunstbegeisterte sein, gut eingebettet in die umliegenden Geschäfte und Cafés. Geöffnet ist an den Wochenenden bei schönem Wetter und an Markttagen. Dann lädt Vera interessierte Menschen für einen Plausch unter der Markise ein. Ganz festlegen möchte sich die junge Künstlerin mit den Öffnungszeiten bisher nicht: „Wie es am besten für mich passt und wann die meisten Leute da sind.“

Als Künstlerin
weiterentwickeln

Derzeit arbeitet sie nebenbei bei der Schülerhilfe im Büro. Doch ihr Ziel hat Vera deutlich vor Augen: Langfristig möchte sich die junge Mama als Künstlerin weiterentwickeln. „Es ist meine Berufung und Leidenschaft, macht mir extrem viel Spaß. Kunst macht mein Leben lebenswert.“

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