Neue Hoffnung für die Post

von Redaktion

Der Streit zwischen Eigentümern und Pächtern des Gasthauses „Zur Post“ in Obing ist beigelegt. Obwohl erst kürzlich neu verpachtet, waren Wirtshaus und Saal geschlossen. Vor dem Landgericht Traunstein kam es nun zu einem Vergleich, der Hoffnung auf eine baldige Wiedereröffnung des Traditionslokals macht.

Obing/Traunstein – Ein drohender, monatelanger Rechtsstreit um das Gasthaus „Zur Post“ in Obing ist vom Tisch. Bei einer Zivilverhandlung vor dem Traunsteiner Landgericht am Montag (11. Mai) konnte zwischen Eigentümern und Pächtern ein Vergleich erzielt werden. Die Pächter erklärten sich sogar dazu bereit, das Wirtshaus im Ortszentrum sofort zu räumen und die Schlüssel zurückzugeben. Mit der Verhandlung wurde auch das Pachtverhältnis noch am vergangenen Montag beendet.

Rechtsstreit um Wirtshaus:
Vergleich vor Gericht

Geklagt hatten die Eigentümer mit Rechtsanwalt Matthias Meindl gegen die Pächter mit Rechtsanwältin Bettina Schuhbeck. Unter anderem ging es um eine Forderung in Höhe von 29.600 Euro, rund die Hälfte davon Pachtrückstände. Etwa 4.400 Euro Pacht sind monatlich fällig gewesen. Nachdem aber der Veranstaltungssaal im ersten Stock wegen Brandschutzauflagen des Landratsamts geschlossen werden musste, blieb auch das Gasthaus zu. Schon im März wurden kurzerhand alle Veranstaltungen abgesagt. Nur die neun Gästezimmer wurden bis zuletzt noch vermietet.

Vonseiten der Pächter lag laut Richter Raimund Wirth bereits ein Schuldanerkenntnis vor. In seinen Augen wäre ein Vergleich mit „Gesamtlösung“ das Beste: „Je schneller Sie sich einigen, umso schneller kann die Klägerseite den Gasthof wieder verpachten“, so Wirth. Nach längerer Beratung willigten beide Parteien ein. Alle gegenseitigen Forderungen seien abgegolten. „Wir beenden jetzt alles“, so Bettina Schuhbeck, Rechtsanwältin der Pächter. Damit ist auch eine Räumungsklage vom Tisch, über die im Juni abermals in Traunstein verhandelt worden wäre.

Bald Lösung für Brandschutzproblematik?

Laut Matthias Meindl, dem Anwalt der Eigentümer, könnte sich auch eine Lösung für den behördlich geschlossenen Veranstaltungssaal finden. Das Landratsamt forderte zuletzt eine Außentreppe als weiteren Fluchtweg im Falle eines Brandes. Weil das Gebäude über zwei Treppenhäuser verfüge, brauche es die Außentreppe womöglich doch nicht. Man stehe mit dem Landratsamt in Verhandlungen, demnächst komme es mit der Behörde zu einem Ortstermin. Bis Herbst könnten die brandschutzrechtlichen Probleme vom Tisch sein.

„Wir werden boykottiert – auch von den Obingern selbst. Wir sind sehr enttäuscht. Wenn die Wirtschaftlichkeit fehlt, sehen wir uns gezwungen, unsere Zelte hier abzubrechen“, sagten die Pächter noch im März gegenüber chiemgau24.de.

Erst im August 2025 hatten sie übernommen. Nun ist zumindest der Weg für eine neue Verpachtung der „Post“ in Obing frei. Und auch die Vereine im Ort dürfen darauf hoffen, ihren Saal wieder nutzen zu können.

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