Vergleich der Pläne mit der Realität bei der Besichtigung. Fotos Willnhammer
St. Wolfgang – Noch braucht es etwas Fantasie, um sich vorzustellen, wie das neue Feuerwehrhaus in St. Wolfgang später einmal aussehen wird. Dass Leon Prucha (7), Monika Stettner (5) und Vincent Weilnhammer (8) diese haben, bewiesen sie beim Osterferien- Malwettbewerb zum Thema Feuerwehr. Die drei Gewinner besichtigten gemeinsam mit ihren Familien die Baustelle, geführt von Bürgermeister Ullrich Gaigl und den Kommandanten.
Dabei spielten sie den Weg eines Alarms durch – von der Ankunft am Gebäude über das Umziehen bis hin zum Ausrücken. „Das erste Fahrzeug muss nach zehn Minuten am Einsatzort sein“, informierte der stellvertretende Kommandant Roland Aigner-Pointner. Schon nach zwei Minuten seien die ersten Einsatzkräfte am Feuerwehrhaus.
Auf Bildschirm flimmern
Infos zum Einsatz
Über die Zufahrt erreichen sie die Parkplätze auf der Gebäuderückseite. Diese liegen getrennt von der Ausfahrt für die Einsatzfahrzeuge, damit sich im Notfall die Autos nicht kreuzen. Von den Parkplätzen gehe es über die Alarmzugänge in den Umkleidebereich. Auf einem Bildschirm werden die Floriansjünger informiert, was passiert ist und wohin sie ausrücken sollen.
Ein Feuerwehrhaus sei allerdings mehr als die Fahrzeughalle und Umkleiden für den Einsatz. Neben Räumen für die First Responder oder Gerätewarte sowie einen Funkraum werde es im Obergeschoss einen Jugendraum für die rund 15 Nachwuchsfeuerwehrler, Büros, ein Schulungszimmer sowie einen Sportraum, um sich für die Einsätze fit zu halten, geben.
Auch ein Floriansstüberl, in dem die Aktiven nach Übungen zusammenkommen können, ist eingeplant.
Das neue Feuerwehrhaus ersetzt das alte Gebäude, das 1986 gebaut wurde. Mit 56 auf 20 Metern vervierfacht sich die Grundfläche und „in einer Etage sind Steine von vier Einfamilienhäusern verbaut“, erklärte Bürgermeister Ullrich Gaigl.
Die Kostenschätzung liege bei 6,5 Millionen Euro. Für sechs der sieben Tore gebe es bereits eine Förderzusage mit 960.000 Euro. Auch für das siebte Tor erwarte die Gemeinde eine Förderung, denn dort werden eine Sandfüllanlage und Pumpe für den Hochwasserschutz des Landkreises untergebracht. Die Bereitschaft, nicht nur als Gemeindefeuerwehren untereinander, sondern auch für den Landkreis zusammenzuarbeiten, lobte Kreisbrandrat Florian Pleiner, denn „Krisen lassen sich am besten miteinander bewältigen“.
Unverputzte Wände und
freihängende Rohre
Noch lassen die unverputzten Wände unter den Gerüsten und freihängende Kabelschutzrohre nur erahnen, wie das neue Feuerwehrhaus einmal aussehen wird. Die Fertigstellung sei für das Frühjahr 2027 geplant. „Wir hinken im Zeitplan etwas hinterher durch den langen Winter“, so der Bürgermeister. Er hoffe aber, die groben Arbeiten seien bereits in diesem Jahr erledigt. „Viele und lange Entscheidungen“ seien nötig gewesen, um das Feuerwehrhaus zu bauen.
Während die Gewinner des Malwettbewerbs eine Rundfahrt mit einem Einsatzfahrzeug machten, besichtigte der neue Gemeinderat die Baustelle.