Schiffstaufe an ungewöhnlichem Ort

von Redaktion

Vor 25 Jahren Neues Rettungsboot für die Wasserwacht – Radltag – Keine Genehmigung für Discozelt

Wasserburg – Einer ungewöhnlichen Schiffstaufe konnten rund 200 Wasserburger Festgäste im Mai 2001 beiwohnen. Die Wasserwacht feierte nämlich die Weihe ihres neuen Rettungsbootes sowie eines Schlauchbootes, allerdings nicht auf dem Wasser, sondern auf dem obersten Deck des Parkhauses Kellerstraße.

Wert des Ehrenamts
hervorgehoben

Der Vorsitzende Freddy Eisner hob bei seiner Festrede am ungewöhnlichen Ort besonders den Wert des Ehrenamtes hervor. Bei dieser Gelegenheit sah er sich mit Bürgermeister Dr. Martin Geiger einig, der das neue Boot als Zeichen wertete, dass Gemeinschaft funktioniere. 40.000 Euro hatte es gekostet, 23.000 Euro waren durch diverse Spenden abgedeckt worden. Grund genug für Eisner, der damals schon verlauten ließ, niemals im Leben weg von Wasserburg zu wollen, sich bei allen die zum Gelingen der Wasserrettung vor Ort beigetragen hätten und dies auch in der Zukunft tun würden, herzlich zu bedanken.

Ganz im Zeichen des Freizeitsports stand der Wasserburger Radl-Tag. Alles drehte sich hinter dem Rathaus rund um den „Drahtesel“ in allen Variationen. Von waghalsigen Kunststücken auf dem Hoch- und Einrad bis hin zu geführten Touren für Familien, Mountainbiker und Rennradler hatten die Initiative ‚Rio Konkret‘ und Mitveranstalter ein buntes Programm aufgebaut. Sogar Tretbulldogs oder Rollerskates konnten samt allem was Räder hatte beim Flohmarkt erworben werden. Heini Kurz betätigte sich humorvoll als fast professioneller Auktionator bei der Versteigerung von 21 Fundrädern.

Gestohlenes Radl
wiedergefunden

Während sich Sparkassenchef Richard Steinbichler darüber freute, dass er für einen Hunderter ein schönes Rennrad für seinen Sohn ergattern konnte, staunte ein Wasserburger Chinarestaurant-Betreiber nicht schlecht, als er sein vor Jahren als gestohlen gemeldetes Rad unter den angebotenen Exponaten entdeckte. Über Spritverbrauch, Promillewerte, Aufprallgeschwindigkeiten und Sicherheitsvorschriften gab es von Polizei und Bund Naturschutz einiges zu erfahren. Zudem wurde ein von ‚Rio Konkret‘ angeregtes und ausgearbeitetes fußgänger- und fahrradfreundliches Verkehrskonzept für die Altstadt vorgestellt.

Sperrzeit wird
nicht verkürzt

Einigkeit herrschte im Wasserburger Hauptverwaltungsausschuss bezüglich der Nicht-Genehmigung eines Disco-Zeltes beim Frühlingsfest. Und auch die Sperrzeit für das benachbarte Universum sollte während des Festes nicht weiter verkürzt werden. Dem damaligen Universum-Betreiber wurde sogar wegen „Unzuverlässigkeit“ die gaststättenrechtliche Genehmigung für den Zeltbetreib verweigert, was zur Folge hatte, dass eine Woche vor Festbeginn das bereits im Aufbau befindliche „Wein-/Disco-Zelt ziemlich in der Luft hing.

Der Grund hierfür waren fast tägliche Beschwerden und Beanstandungen aus dem Vorjahr, so Peter Reinthaler, da sich die genehmigte Hintergrundbeschallung letztlich eindeutig als zu laute Musik einer Disco entpuppt hatte und obendrein auch einmal die Sperrzeit nicht eingehalten worden war. Der Betreiber habe auch keine Einsicht gezeigt, Auflagen zu befolgen, so Bürgermeister Dr. Martin Geiger. Zu allem Überfluss sei im Universum am Karfreitag auch noch gegen das Feiertagsgesetz verstoßen worden, habe man dort doch bis 3 Uhr gefeiert. Auch das Engagement des WFV half nicht, die Stadträte umzustimmen, sie konnten sich in keinem Fall mit einer Zelt-Sperrzeitverkürzung anfreunden. Michael Kölbl sah seinerseits ein verständliches kommerzielles Interesse, aber keineswegs ein öffentliches. Dies wäre aber die Voraussetzung für eine Sperrzeitverkürzung gewesen.

Schließlich dachte Festmanager Alois Löw daran, selber die Betriebsgenehmigung zu beantragen. Er bemängelte aber die unterschiedlichen Regelungen bei den Öffnungszeiten während Festen in der Region.

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