Rechtmehring – Und wieder trifft es ein kleines Geschäft: Der Nah-und-Gut-Markt Raab (Nah & Gut gehört zum Edeka-Verbund) in Rechtmehring, im Ort auch als „Zirnbauer“ bekannt, hört auf. Jetzt ist es endgültig.
Rita und Wolfgang Raab haben vor einigen Wochen beschlossen, dass sie ihr Geschäft am Pfingstsamstag, 23. Mai, das letzte Mal öffnen und um 12.30 Uhr endgültig schließen werden.
Waren
radikal reduziert
Die letzten beiden Tage vor der Schließung werden die Waren radikal reduziert, um die Regale zu leeren.
„Der stark rückläufige Umsatz 2024 und 2025 ist der Anstoß zu diesem Schritt“, so Rita und Wolfgang Raab. Rita Raab erklärt, dass viele Kunden nur noch das kaufen, was sie woanders vergessen hätten „und was sie auf Anhieb zum Frühstücken brauchen“. Leider würden die guten und treuen Kunden immer weniger. Der Generationswechsel in den Familien trage sein Übriges dazu bei, zudem würden sich viele nur noch auf Angebote konzentrieren.
Trotzdem habe es immer noch viele Stammkunden gegeben, bei denen sich die beiden ausdrücklich für die langjährige Treue bedanken. Ohne sie hätte der „Zirnbauer“ schon viel früher schließen müssen, sagen die Kaufleute. Wer den Laden betritt, sieht bereits viele leere Regale, die nicht mehr aufgefüllt werden. „Gefällt mir eigentlich nicht, aber es hilft nichts“, meint Rita Raab dazu. Was die beiden nun tun werden, ist noch offen. Die leicht bedrückt wirkenden Eheleute sagen, sie würden erst einmal eine Woche in den Urlaub fahren und dann weitersehen. Auch was mit dem Laden oder der Immobilie passiere, sei noch unklar, betonen sie. Es sei zwar mal ein Interessent dagewesen, der den Laden habe weiterführen wollen, aber von diesem hätten sie dann auch nichts mehr gehört.
Die Geschichte des Geschäfts reicht weit zurück. Wolfgang Raab weiß, dass es einst von einem Johann Baptist Zirnbauer geführt wurde, der im Jahre 1815 geboren wurde und 1906 als Kaufmann verstarb. Ob das Geschäft schon vorher bestand, ist nicht bekannt. Später übernahmen Georg und Frederike Zirnbauer, Wolfgangs Großeltern, die Führung.
Das Geschäft ging dann an deren Tochter Anni über, die Fritz Raab aus Freimehring heiratete. Sie führten den Laden gemeinsam, wobei ihr Sohn Wolfgang schon früh mithalf. Bis Anfang der 1970er-Jahre befanden sich der Markt beziehungsweise das Wohnhaus auf dem heutigen Parkplatz vor dem Geschäft.
Geschäft mit
99 Quadratmetern Fläche
Dann entschieden sich Anni und Fritz Raab für einen Neubau rückseitig, also nördlich davon. Damals entstand ein modernes Geschäft mit 99 Quadratmetern Verkaufsfläche. Annis Schwester Friedl arbeitete hier ebenfalls viele Jahrzehnte mit.
Im Jahre 1988 übernahm der Sohn Wolfgang das Geschäft, das er seit 2009 gemeinsam mit seiner Ehefrau Rita führt. Nun geht diese Tradition zu Ende.