Wasserburg – Gestern, 11 Uhr: Halbzeit auf dem Frühlingsfest. Damit schlägt auch die Stunde der Zwischenbilanz. Polizei, Security und die Johanniter zeigten sich durch die Bank zufrieden mit dem bisherigen Verlauf des Volksfestes.
Im Zelt und auch in der Alm sei es seit dem Auftakt mit großem Festzug „auffallend ruhig und friedlich“ zugegangen, lautete der Tenor. Die Beamten hätten lediglich eine Trunkenheitsfahrt unterbinden müssen, freute sich Polizeichef Markus Steinmaßl.
„Gemeingefährliche
Raser“ am Festeingang
Auch die Schausteller machten glückliche Gesichter – trotz einiger kühlerer Festtage, was der Feststimmung allerdings allem Anschein nach keinen Abbruch tat. Jung und Alt machten sich fesch in Tracht und Lederhosen und genossen die Volksfeststimmung in all ihren Facetten.
Am ersten Freitag begeisterten die Livebands und animierten die Festbesucher zum Tanzen und kräftigen Mitfeiern.
Gerade der erste Sonntag habe als Magnet fungiert und ein breites Familienpublikum auf den Platz gelockt, erzählte Rudi Stey von der „Süßen Linie 8“ im Namen seiner Schausteller-Kollegen.
Doch ein Punkt lag den Schaustellern auf dem Herzen. Manfred Perz vom gleichnamigen Schokofrucht-Stand wies auf Raser vor dem Festeingang hin: „Da fahren manche derart schnell vorbei, das ist gemeingefährlich.“ Seine Kollegen nickten zustimmend.
Die Security wies die Verantwortlichen des Wirtschafts-Förderungs-Verbands (WFV) überdies darauf hin, dass die Taxis direkt am Eingang bevorzugt im Halteverbot stehen, obwohl sie eigentlich weiter oben in der Busschleife auf Gäste warten sollen.
WFV-Vorsitzender Andreas Bonholzer versprach Besserung. Auch ihm seien bereits einige Beschwerden diesbezüglich zu Ohren gekommen. So stelle der neue Parkplatz am Brummicenter bei der Molkerei Bauer ein weiteres Dilemma dar. Trotz der Tatsache, dass heuer größere Hinweisschilder aufgestellt wurden, fänden manche Besucher partout nicht die Zufahrt zur Parkfläche oder behaupteten, die Schilder zum betreffenden Parkplatz seien nicht für jedermann eindeutig ersichtlich.
Vielmehr zentriert sich die Parkplatzsuche nach wie vor direkt vor dem Festeingang am Badria. Mit dem Ergebnis, dass auch konkrete und wichtige Halteverbotszonen ignoriert und wüst zugeparkt werden. Ganz schlimm sei die Situation am Dienstagabend, 19. Mai, gewesen, erklärt Anja König. Sie sei an dem Abend mit der Badria-Belegschaft im Festzelt gewesen, als im Badria selbst plötzlich eine Brandmeldeanlage losging: „Gott sei Dank war es nur ein Fehlalarm, und die Feuerwehr musste nicht anrücken“, erklärte König.
Die Crux: Einsatzkräfte hätten im Ernstfall gar nicht anrücken können, weil bis zum Probenheim der Musikkapelle jede noch so kleinste Fläche zugeparkt gewesen sei. „Ein unglaubliches Bild, da war alles dicht“, bestätigte Thomas Rothmeier von der Stadtverwaltung, dem die Lage an diesem Abend ebenfalls negativ ins Auge gestochen war.
Ein klarer Fall für Bonholzer: „Das geht einfach nicht. Feuerwehranfahrtszone oder Rettungszufahrt – wer da parkt, ist selbst schuld und muss damit rechnen, dass die Polizei den Wagen abschleppt.“
Künftig wird
abgeschleppt
Steinmaßl bestätigt: „Wir sind ohnehin vor Ort vertreten und gerade an starken Einsatztagen rund um den Festplatz an der Alkorstraße im Dienst. Im Fall der Fälle werden wir künftig ein Abschleppen an der betroffenen Stelle veranlassen.“ „Die Parkplatz- und Verkehrslage ist jedes Jahr aufs Neue katastrophal“, fasste Bonholzer am Ende zusammen. Für die noch ausstehenden Festtage bis 25. Mai habe der WFV kaum mehr Handlungsspielraum. Man werde die Anliegen jedoch ernstnehmen und im kommenden Jahr noch detaillierter und besser planen, um ein Chaos zu mildern oder im Idealfall ganz zu vermeiden.