Offenbar Wiederholungstäter am Werk

von Redaktion

Unbekannter schießt Taube mit Pfeil aus Armbrust oder Blasrohr an – Bereits zweites Tier gefunden

Wasserburg – Altstadtbewohner des Zirnwegs konnten am Inndamm eine schwer verletzte Taube einfangen. In ihrem Körper steckte ein roter Pfeil. Laut der Wasserburgerin, die den Vorfall der Redaktion schilderte, habe es sich offenbar um dasselbe Tier gehandelt, das bereits am 22. April von Menschen gesichtet worden war.

Schon zwei Tauben
Opfer eines Tierquälers

Die eigentliche Dramatik dahinter: Nicht zum ersten Mal marschierte eine Stadttaube unter Schmerzen mit einem Pfeil im Körper durch Wasserburg. Bereits im Juli vergangenen Jahres wurde scharf auf Tauben geschossen. Das gefiederte Opfer landete damals über Umwege über die Polizeistation Wasserburg schließlich bei der Wildvogelhilfe Roßhart bei Edling.

So wie auch die aktuelle Taube. Es ist nun also schon der zweite Vogel, den Tierpfleger medizinisch versorgen und aufpäppeln müssen. Der Pfeil stammte offenbar aus einem Blasrohr oder einer Armbrust und konnte entfernt werden.

Keine lebensbedrohlichen
Verletzungen

Der Taube gehe es „den Umständen entsprechend gut“, der Täter muss sie so getroffen haben, dass keine lebensbedrohlichen Organe verletzt wurden. Sie erholt sich derzeit in der Auffangstation, ehe sie wieder ausgewildert wird.

Eine „unmögliche Tat“ stellt das Ganze in den Augen von Patrick Mittermeier, dem Vorsitzenden der Wildvogelhilfe, dar. Nicht jeder müsse die Tiere mögen, aber Abschießen sei ein „absolutes Unding“.

Dabei sei die Taubenpopulation in der Stadt laut Mittermeier überdies ein „menschengemachtes Problem“: So wurde die Felsentaube als Ursprungsart der Wildtaube domestiziert und unter einem Brutzwang zur heutigen Stadttaube gezüchtet, weiß der Tierschützer. Sport mit Brieftauben habe ebenfalls dazu beigetragen, dass sich die Tiere unkontrolliert vermehren würden. Taubenschläge jedoch, wie die Wildvogelhilfe einen unterhält, könnten Abhilfe schaffen. Die Befürchtung der Wasserburger Altstadtbewohner, es könnte sich um einen Wiederholungstäter handeln, teilt Mittermeier. Schließlich ereignete sich die Attacke ein knappes Jahr später nahezu an derselben Stelle am Inndamm. „Es ist der gleiche Pfeil, gleiche Länge und Modell – nur dieses Mal ist er rot, beim letzten Tier war er grün“, betont Mittermeier. „Auch, wenn das Tier überlebt hat, wir wissen schließlich nicht, wie viele Tauben noch mit Pfeilen im Körper herumlaufen.“

Für die Pfleger der Wildvogelhilfe sind angeschossene Tiere eine Mehrbelastung im Arbeitsalltag: „Aktuell haben wir in der Brutzeit ohnehin genügend Jungvögel, da kommt eine verletzte Taube on top dazu. Natürlich stellt das eine zusätzliche Arbeit für uns dar. Die Taube erleidet Schmerzen und wir müssen sie medizinisch versorgen und gesund pflegen.“ Wer so etwas Grausames tut, lässt sich ad hoc nicht beantworten. Die Polizei Wasserburg weiß auf Nachfrage nichts von einer angeschossenen Taube in den vergangenen Wochen. Nichtsdestotrotz handelt es sich dabei ganz klar um verbotene Tierquälerei. Wer erwischt wird, muss mit hohen Strafen rechnen. Wasserburgs Polizeichef Markus Steinmaßl erklärte bereits im vergangenen Jahr, dass ein Beschuss von Tauben „kein Bagatelldelikt“ darstellt. Die gefiederten Tiere seien genauso geschützt wie jedes andere Wildtier und dürften laut Tierschutzgesetz nicht ohne triftigen Grund misshandelt werden, so Steinmaßl. Das Tier leide schließlich.

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