Wasserburg – „Schee war’s wieder!“ So könnte man das diesjährige gelungene Frühlingsfest am kürzesten beschreiben. Denn positive Eindrücke überwogen in den jeweiligen Bilanzen für das diesjährige Frühlingsfest.
Die Verantwortlichen, darunter WFV-Vorsitzender Andreas Bonholzer, Festwirt Georg Lettl und Manuel Scheyerl von der Wiesn-Alm, hätten sich nur etwas wärmere Temperaturen zu Beginn gewünscht, als nur die Hartgesottensten die Biergärten vor dem Zelt und der Alm nutzten.
Kühle Temperaturen zu
Beginn des Festes halten
Besucher fern
Die anfänglich kühlen Temperaturen führten auch die Schausteller bei genereller Zufriedenheit mit dem Geschäft bedauernd an, da sich der Andrang in den ersten Tagen in Grenzen hielt. Erfreulich dagegen die Sparkassen-Veranstaltung zum Jubiläum, die Modenschau des Innkaufhauses und dass so manche Musikgruppe am Abend besondere Stimmungsmomente schaffte.
Diverse Angebote in der Alm sorgten ebenfalls für ein volles Haus. Und eine nette kleine Tradition am Rande etabliert sich scheinbar. Der meistverlangte Spruch auf den angebotenen Lebkuchenherzen war auch heuer wieder „Ich liebe dich!“
Schon zu Beginn hatte der Festzug mit seinen 1.400 angemeldeten Teilnehmenden wieder für einen Hingucker gesorgt, bei dem sich auch kleine Vereine präsentieren konnten. Optimal hätten hier alle Zugteilnehmer und die beteiligten Fahrzeuge zusammengewirkt, so die Bilanz.
Die meisten Frühlingsfest-Besucher verhielten sich auch während des Festes in Ordnung, so der Eindruck der Wasserburger Polizei und der Security. „Wir mussten gelegentlich bei meist harmlosen Schubsereien und kleineren Schnittverletzungen oder Kreislaufproblemen eingreifen“, so Einsatzleiterin Nicole Menzl von Jahn Security. Auch eine waghalsige Brauchtums-Aktion einer Salzburger Burschengruppe im Zelt, die Junggesellenabschied feierte, wurde routiniert und ohne Streit geregelt.
Für mehr Aufruhr sorgte nur ein 30-Jähriger, der am vorletzten Abend, dem Pfingstsonntag, gegen 20 Uhr zunächst einen 14-Jährigen ins Gesicht schlug und anschließend gleich fünf herbeigerufene Polizeibeamte tätlich angriff, beleidigte und bedrohte. Gegen den Mann wurden mehrere Strafverfahren wegen tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte, Körperverletzung, Beleidigung und Bedrohung eingeleitet. Alle Angegriffenen wurden laut Polizeibegriff leicht verletzt.
Für den größten Frust und Ärger am Rande des Festes sorgte aber wieder die Parksituation. Die gut 200 markierten Plätze am Badria, die sich Bad- und Festplatzbesucher auch noch teilen mussten, erwiesen sich erneut als eindeutig nicht ausreichend. Da half auch das zeitweise Umdrehen eines Halteverbotsschildes nicht. Die für den etwas entfernteren Ausweichparkplatz am Brummi-Center angebrachte Beschilderung erwies sich als nicht auffällig genug, sodass die Fläche oft nur halb gefüllt war.
Der Park-Such-Verkehr vor dem Festplatz und die Missachtung der Ausschilderung und der zusätzlich aufgestellten Halteverbotsschilder wurde von den Verantwortlichen als nicht befriedigend beurteilt. Sie versprachen Nachbesserungen in der Zukunft.
Lob gab es allgemein für die Leistungen der Festküchen im Zelt und der Alm. Da stimmte auch das Preis- Leistungs-Verhältnis, nicht nur beim Abo. Auch die Gutschein-Aktion im Wiesnblattl wurde gut angenommen, sorgte sie doch für den einen oder anderen willkommenen Rabatt.
Manuel Scheyerl von der Alm sah sich jedenfalls mit seinem Konzept auf dem richtigen Weg. „Es ist zwar kein Rekordjahr gewesen, aber bei allem organisatorischen Aufwand hat sich das Konzept Familienfreundlichkeit und qualitativ hochwertige Angebote auch für das Alltagspublikum bewährt“, stellte er zufrieden fest.
Öfter aufs Frühlingsfest zu gehen, war allerdings für Familien doch eher Luxus. Denn mit Essen, verschiedenen Fahrten und der einen oder anderen Süßigkeit summierte sich das Vergnügen eines einzigen Besuchs bei mehreren Kindern trotz angestrebter Familienfreundlichkeit schon mal leicht auf eine dreistellige Summe.
Dass bei Preisen bis zu fünf Euro pro Einzelfahrt eine gewisse „Kaufzurückhaltung“ zu beobachten war, bestätigten unter anderem auch Betreiber von Fahrgeschäften wie beim Jumanji Erlebnislabyrinth und beim Riesenrad.
Schwierige Zeiten zeigten wohl auch, dass das Geld nicht mehr so locker sitze, war da zu hören. Am Autoscooter zeigte man sich dagegen hochzufrieden. Das kultige Fahrgeschäft konnte mit verbilligten Mehrfachfahrten und der Möglichkeit, mit einem Chip gleich zwei Personen in einem Wagen zu befördern, punkten.
Zufrieden zeigte sich auch Lukas Tille von der Schnitzelhütte. Seit zehn Jahren sei er dabei und habe sich seine Stammkundschaft trotz Küchenkonkurrenz in Zelt und Alm aufgebaut. Auch das Wetter habe seiner Kundschaft den Appetit nicht verdorben, meinte er.
„Bier und Essen gut!“, resümierte Festwirt Georg Lettl. Kaum Beschwerden habe es gegeben. Traditionell sei am Montag im Festzelt zwar wieder weniger los gewesen, der Besuch sei insgesamt aber mit den beiden letzten Jahren vergleichbar gewesen. Wieder über 60 Prozent der Tische im Zelt wären schon im Vorfeld reserviert worden, die Wochenenden seien dabei voll ausgebucht gewesen, so Lettl.
Griff zum alkoholfreien
Bier bei der Jugend
nimmt zu
Einmal für ein paar Stunden vergessen, was so draußen in der Welt passiere, sei auch als generelles Angebot angenommen worden. Allgemein sei aber der Umsatz dennoch eine Herausforderung gewesen, habe sich doch ein gewisses Konsumverzichtverhalten bemerkbar gemacht. Zudem sei vor allem bei Jugendlichen der Trend spürbar gewesen, auf Alkoholfreies umzusteigen. Dem habe man vonseiten der Brauerei auch mit eigenem alkoholfreiem Bier entsprochen.
Rundum zufrieden war auch der WFV-Vorsitzende Andreas Bonholzer. Er freute sich über die extrem gute Stimmung, vor allem an den letzten Tagen. Als sehr positiv bewertete er, dass die Modenschau wieder so gut angekommen sei.
Auch der Sparkassenjubiläumstag habe bereits ab 17 Uhr für ein volles Zelt gesorgt und das an einem eher sonst schwächer besuchten Dienstag. Bonholzer lobte zudem die neue Küchenmannschaft um Simon Felber und Dominic Wright und dankte auch den vielen Helfern und Ehrenamtlichen dafür, dass das Frühlingsfest mit ihrer Hilfe wieder zu einem echten „Fest für die Menschen“ geworden sei.