Wasserburg – Für ein EBike muss man in der Regel tief in die Tasche greifen. Wer ein gutes haben will, ist schnell mit 2.000 Euro und noch viel mehr dabei. Angesichts solcher Summen liegt es nahe, sich eines zu leihen, zumal dann, wenn man nicht oft radelt. Seit dem vergangenen Herbst bietet die Stadt Wasserburg für relativ wenig Geld die Möglichkeit, einen Drahtesel zu mieten.
Boxen auf dem
Parkplatz Am Gries
Auf dem Parkplatz Am Gries stehen für diesen Zweck mehrere Boxen, in denen Lastenräder und Mountainbikes untergebracht sind, insgesamt sieben. Im vergangenen Herbst wurde die Anlage offiziell eröffnet. „Es ist ein schönes Angebot, für die Bürger, für die Gäste“, sagt Andreas Hiebl, im Rathaus zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit. Abgerechnet wird ganz einfach über eine App.
Das über einen QR-Code zu aktivierende Buchungsportal leiste dabei gute Dienste. Es ist wirklich kein Hexenwerk, dem System zu folgen, sprich: den entsprechenden Link anzuklicken, finden die Nutzer.
Das von der Use Group GmbH bereitgestellte System sorgt dafür, dass das Radl – nach Angaben von Use kostet eines 4.500 Euro – erst dann freigegeben wird, wenn der Akku geladen ist, und dass regelmäßig eine Wartung erfolgt. Für das Angebot zahlt der Nutzer pro Stunde drei Euro (minutengenaue Abrechnung), für einen ganzen Tag 25 Euro, unabhängig von der Kilometerleistung.
Nach den ersten acht Monaten kann Hiebl eine erste Zwischenbilanz ziehen. Die Zahl der Ausleihen bezifferte er auf Anfrage unserer Zeitung auf 63 im November, 51 im Dezember, 28 im Januar, 21 im Februar, 37 im März und 72 im April. Wobei insbesondere die Lastenräder begehrt seien.
Künftig muss der Zustand dokumentiert werden
Doch leider läuft es nicht ganz reibungslos: Vandalismus sorgt immer mal wieder für Frust im Leihgeschäft. „Wegen ein paar Idioten dürfen wir aber nicht gleich die Flinte ins Korn werfen und aufgeben“, sagt Hiebl, der von Manipulationen und Schadensfällen durch unsachgemäße Behandlung etwa der Bremsen und der Beleuchtung berichtet.
Künftig muss bei der Rückgabe ein Foto in der App beigefügt werden, um den Zustand des Fahrrads einwandfrei dokumentieren zu können.
Markus Egerer, Geschäftsführer der Use Group, sieht den Standort Wasserburg für sein Unternehmen „absolut positiv“. Freilich räumt er einen „etwas höheren Reparaturdruck“ ein und verspricht, die Serviceintervalle entsprechend anzupassen. Der Anspruch sei, bei den Nutzer-Bewertungen noch zuzulegen.
Laut Hiebl ist aber die Frage, ob vielleicht die Zahl der E-Bikes aufgestockt wird, offen: „Da muss man über einen längeren Zeitraum draufschauen.“