Wasserburg – Das lange Warten hat ein Ende. Endlich bekommt der Bahnübergang Viehhausen seine Schranken. Bis dorthin war es jedoch ein langer Weg.
Dabei ist die Bilanz des Bahnübergangs verheerend. 2013 starb eine 20-jährige Frau bei einem Unfall mit dem Zug, 2018 kam eine 24 Jahre alte Frau ums Leben, erst im Februar dieses Jahres kollidierte ein 67-jähriger Autofahrer mit dem Zug und verstarb dabei tragisch. Dazwischen unzählige Unfälle, die mal glimpflicher und mal schwerer ausgingen.
2018 Petition
gestartet
Der Ruf nach Schranken war deswegen schon lange laut. Schon 2013 diskutierte der Wasserburger Stadtrat darüber, den Übergang sicherer zu machen. Damals hieß es seitens der Südostbayernbahn noch, der Übergang sei mit dem Andreaskreuz und einer Ampel „technisch gesichert“. Forderungen nach den Schranken konnte die Südostbayernbahn (SOB) damals nicht nachvollziehen. 300 von 500 Bahnübergängen im Bereich der SOB hätten damals sogar nur ein Andreaskreuz ohne Ampel gehabt. Diese hätten erst einmal Vorrang, hieß es.
Passiert ist deswegen nichts. Nach dem Unfall 2018 wurde eine Petition für die Schranken gestartet. Auch die Stadt Wasserburg setzte sich für die Beschrankung ein. Doch die Aussichten waren zu dieser Zeit schon ernüchternd. 2018 hieß es, es könne noch mehrere Jahre dauern. Eigentlich nahm die ganze Sache dann Fahrt auf. Doch das Vorhaben scheiterte 2021 am Kauf von Grundstücken, ein Planfeststellungsverfahren war nötig. Und „das wird dauern – leider“, sagte der damalige Bürgermeister von Wasserburg, Michael Kölbl, gegenüber unserer Zeitung. Der dazugehörige Beschluss wurde dann beklagt. Im März 2025 kam es sogar zu einer Gerichtsverhandlung vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof. Der Kläger sprach sich dafür aus, den Bahnübergang weiter nach rechts zu verlegen. Denn mit den vorgeschlagenen Plänen blieben die schlechten Licht- und Einsichtverhältnisse bestehen, sagte er bei der Gerichtsverhandlung. Zudem befürchtete er Beeinträchtigungen seiner Kfz-Prüfstelle, die sich knapp hinter dem Bahnübergang befindet, und eine unzumutbare Lärmbelästigung.
Die Vorsitzende Richterin Gerda Zimmerer ließ seine Argumente jedoch nicht gelten und meinte, dass der 22. Senat wohl „nicht zu dem Schluss kommen wird, dass der Planfeststellungsbeschluss rechtswidrig sei.“ Zimmerer riet dem Mann, die Klage aufgrund mangelnder Aussicht auf Erfolg zurückzuziehen.
Diesem Rat kam der Anwohner auch kurz nach der Verhandlung nach, zur Erleichterung des damaligen Bürgermeisters Michael Kölbl. „Es freut mich natürlich sehr, dass wir hier nun einen rechtskräftigen Planfeststellungsbeschluss haben“, sagte er. Damals seien nur noch Grundstücksverhandlungen ausgestanden.
Anfang dieses Jahres kam dann die ersehnte Nachricht. Die Pläne für den Bau der Schranken stünden und würden im Sommer umgesetzt.
Ab heute, Montag, 10 Uhr, ist deswegen der Bahnübergang Viehhausen gesperrt, heißt es in einer Pressemitteilung der Bahn. „Der Bahnübergang wird modernisiert. Geplant sind der Einbau von Halbschranken sowie der Bau eines abgesetzten Fuß- und Radwegs“, heißt es darin. Zudem werde die Straße verbreitert und auch die technische Ausstattung des Bahnübergangs erweitert.
Einschränkungen
im Bahnverkehr
Die Sperre dauert laut Bahn bis 24. August, 8 Uhr. Der Bahnverkehr läuft anfangs planmäßig weiter. „Erst mit Beginn der Gleiserneuerungsarbeiten zwischen Rosenheim und Wasserburg ab dem 3. Juli kommt es dort zu Einschränkungen“, heißt es in der Mitteilung.