Nachruf

von Redaktion

Obing/Albertaich – „Jeder Ort hat seine Zeit.“ Dieser Satz begleitete Anneliese Größ durchs Leben – und er steht nun auch auf ihrem Sterbebild. „Er passt zu einem Leben, das geprägt war von Arbeit, Familie, Geselligkeit und der Freude an den kleinen Dingen“, fand Gemeindereferentin Jaqueline Egold, die die Trauerfeier in der Filialkirche Albertaich leitete. Anneliese Größ wurde am 25. Februar 1929 in Ruhpolding geboren. Sie war das vierte von insgesamt 14 Kindern von Anton und Hildegard Hipf. Früh lernte sie, anzupacken und Verantwortung zu übernehmen. Nach der Schule begann sie 1946 eine Kochlehre. Später arbeitete sie als Beiköchin in einem Erholungsheim der Heimkehrer-Stiftung – dort lernte sie auch ihren späteren Ehemann Johann Größ kennen. 1954 heirateten die beiden. Sechs Kinder wurden dem Paar geschenkt. Ein schwerer Schicksalsschlag traf die Familie, als Sohn Hansi 1961 an Leukämie verstarb. Dennoch fand Anneliese Größ immer wieder die Kraft, nach vorne zu schauen. Arbeit in der Küche, im Haushalt und in der eigenen Schreinerei in Allertsham oder zeitweise auch in einem Lebensmittelgeschäft in Ising und als Haushaltshilfe in Wasserburg, gehörten zu ihrem Leben. Anneliese Größ war ein geselliger und lebensfroher Mensch. Sie mochte die Gemeinschaft, das Ratschen und das Zusammensein mit anderen. Ob beim Trachtenverein, in der Frauengemeinschaft oder bei Familienfeiern – sie war gern unter Leuten. Gleichzeitig war sie ein direkter Mensch, der sagte, was er dachte, aber auch Lob und Freude offen aussprach, hob die Gemeindereferentin bei ihrem Blick auf das Leben der Verstorbenen hervor. Demnach liebte die gebürtige Ruhpoldingerin Ausflüge. Schon in jungen Jahren war sie mit ihrem Mann oft auf dem Motorrad unterwegs. Später führten sie Reisen unter anderem nach London, Kroatien, Venedig oder Amsterdam. Bis zuletzt bereiteten ihr Spazierfahrten mit ihren Kindern große Freude. Besonders aber blieb ihre Heimat Ruhpolding stets ein Herzensort. Die Familie stand immer im Mittelpunkt ihres Lebens. Für ihre Kinder, Enkel und Urenkel war sie da, unterstützte, half und sorgte sich. Auch im hohen Alter fuhr sie noch mit dem Bus nach Traunstein, um ihre Familie zu besuchen und zu helfen. Ihr Wunsch war stets, dass die Familie zusammenhält. Anfang der 1990er-Jahre folgte der Umzug nach Obing, 1999 musste sie Abschied von ihrem Mann Johann nehmen. Seit 2023 fühlte sie sich im Seniorenheim Josephihof gut aufgehoben. Im Dezember 2025 erkrankte Anneliese Größ an einer Lungenentzündung, von der sie sich nicht mehr vollständig erholte. Nun ist sie im Alter von 97 Jahren verstorben. ca

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