„Ärzte haben mich aufgegeben“

von Redaktion

Interview Heilerin und Autorin Annette Müller landet Bestseller und gibt Lesung in Obing

Obing – Dass das Heilen mit der Kraft der Gedanken funktioniert, hat Annette Müller aus Obing am eigenen Leib erfahren – als letzten Ausweg. Ärzte und Therapeuten hatten sie aufgegeben, erzählt sie in ihrem neuesten Spiegel-Bestseller „Heilung und Gesundheit beginnen im Kopf – Wie du deine Gedanken als Medizin nutzt“. Am Dienstag, 2. Juni, um 18.30 Uhr lädt Müller in den Gasthof Oberwirt in Obing zu einer Lesung daraus ein und bietet Interessierten auch Probeheilsitzungen an.

Petra Jahn traf sie für die Wasserburger Zeitung in ihrer Heiler-Schule San Esprit in Großbergham bei Obing. Im Interview erzählt Müller von ihrem Wendepunkt im Leben und was der Chiemgau für sie bedeutet.

Wieso wollen so viele Ihre Bücher lesen?

Ich erkläre mir den Erfolg dadurch, dass das Bedürfnis nach diesem Wissen, wie bleibe ich frei, indem ich entweder wieder gesund werde oder indem ich meine Gesundheit erhalte, gerade nach dem Lockdown so groß ist. Da ist sehr vielen Menschen erst bewusst geworden, was für ein unfassbar wichtiges Thema Gesundheit ist.

Sie haben eine andere Herangehensweise als die Schulmedizin. Ihr Thema lautet: Gedanken als Medizin nutzen. Was meinen Sie damit?

Der Geist ist die Grundlage der Gesundheit. Wenn mein Geist nicht richtig funktioniert, kann ich keine Entscheidungen treffen und keine Handlungen ausführen, die mich entweder gesund erhalten oder wieder gesund machen.

Wie sind Sie auf das Thema gekommen?

Durch eine eigene Krankheit. Ich hatte 2004 einen Autounfall mit einer sehr schweren Halswirbelsäulenverletzung. Auffahrunfall, angeschnallt, der Kopf macht wumms und dann im Bereich des Atlas, dem obersten Halswirbel, der den Kopf dreht, da sind die Haltebänder gerissen. Ein Stückchen weiter und dann haben Sie einen Genickbruch, dann sind Sie tot. Die Ausfälle im Gehirn und im ganzen Körper wurden immer schlimmer. Ich war in verschiedenen Kliniken, habe Akupunktur, Homöopathie, Physiotherapie, Osteopathie und Chiropraktik probiert – keiner konnte helfen. Die Ärzte haben mich aufgegeben, mir gesagt: Unheilbar. Nehmen Sie sich schon einmal eine Wohnung im Erdgeschoss, rollstuhlgerecht, das endet dort.

Was war dann der Wendepunkt?

Meine Mutter hatte eine Fernsehsendung gesehen über Heilen durch die Kraft des Geistes und hat gesagt: Das musst du probieren. Ich habe ihr erst den Vogel gezeigt, aber dann war das für mich der Wendepunkt.

Können Sie diese Wirkung erklären?

Erklären kann ich es nicht. Ich kann nur sagen, dass das, was ich dort erlebt und erfahren habe, dazu beigetragen hat, dass ich mich auf dieses Thema konzentriert habe.

Mittlerweile haben Sie auch eine eigene Heiler-Schule. Wie kam es dazu?

Freunde haben gesagt: „Das, was du kannst, das möchten wir auch gerne können. Wo hast du das gelernt?“ Ich habe Kurse gemacht in der Schweiz, in Frankreich, in Österreich, im Norden von Deutschland und in den USA. Und dann haben die gesagt: „Das können wir gar nicht. Wir sind berufstätig. Das ist viel zu teuer. Kannst du uns das nicht beibringen?“ Den ersten Kurs hatten wir dann zu viert bei mir am Küchentisch. Daraus ist die Heiler-Schule entstanden.

Kann jeder Heilen lernen?

Aber hundertprozentig: Das kann jeder. Definitiv. Handauflegen, wie das geht, welche Handposition und welche Atemtechniken man benutzt. Was man denkt, wie man die Gedanken richtet, wie man Energie spürt.

Und kann man Heilen aus einem Buch lernen?

Aus einem Buch lernt man Heilen so wenig, wie man aus einem Buch über das Radfahren das Radfahren lernt. (lacht)

Sie hatten bis zum Lockdown eine Klinik für geistiges Heilen in Obing und planen eine neue am Lago Maggiore. Bleibt der Chiemgau trotzdem Ihr Mittelpunkt?

Ich bin im Jahr ungefähr vier Monate im Chiemgau, circa vier Monate in Italien und vier Monate mit „Heiler ohne Grenzen“ auf Reisen. Das ist meine humanitäre Organisation. Da reise ich mit meinem Heiler-Team in ferne Länder und heile dort kostenlos bedürftige Menschen.

Und wo haben Sie Ihren Bestseller geschrieben?

Hier in Obing, ein ganzes Jahr lang. Das ist super anstrengend. Ich muss mir klar sein, was ich eigentlich ausdrücken möchte. Dass es auch keine Missverständnisse gibt oder dass es sich komisch anhört. Die Lektorin hat ganz viele Änderungswünsche gehabt: „Das klingt ein bisschen blauäugig, dies ein bisschen daher geholt, das ist aggressiv und das hat nicht genug Substanz“. Ich habe dieses Buch dreimal komplett überarbeitet. Für mich war das ein sehr harter Weg. Er erfordert viel Selbstdisziplin. Die Mühe ist vergessen, wenn sie vorbei ist und der Erfolg sensationell ist.

Was ist bei der Lesung am Dienstag, 2. Juni, in Obing geplant?

Wir haben schon vor, wenn da Leute sind, denen irgendwas weh tut, auch zu zeigen: Das können wir. Also, wenn da jemand einen Fuß verstaucht hat oder eine Frozen Shoulder oder einen Tennisellenbogen hat, dann sind Leute da, die während der Lesung die Hände auflegen.

Das zeigt, dass man nicht unbedingt einen abgeschlossenen Käfig braucht, wo nichts stört oder eine bestimmte Musik oder ein Räucherstäbchen, sondern dass das Kräfte sind, die jeder in sich trägt und die er überall anwenden kann. Wenn er weiß, wie es geht.

Interview: Petra Jahn

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