Mühldorf/Simbach – Der Heimatabgeordnete Günter Baumgartner (CSU) hat zusammen mit seinem Altöttinger Kollegen Stephan Mayer (CSU) eine Petition mit rund 6.000 Unterschriften zur Elektrifizierung der Bahnstrecke Mühldorf-Simbach in Berlin an Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) übergeben. Damit lösten die beiden Abgeordneten ein Versprechen ein, das sie den Initiatoren der Petition gegeben hatten – allen voran Theresia Nüßlein, Vorsitzende des Simbacher Stadtvereins.
Der Stadtverein Simbach am Inn hatte die Petition unter dem Titel „Gemeinsam für die Elektrifizierung der Bahnlinie Mühldorf-Simbach“ gestartet. Denn: „Die Elektrifizierung der Bahnlinie Mühldorf-Simbach-Grenze Österreich ist ein drängendes Thema für die Infrastruktur in der Region“, so Nüßlein. Sie sei ein wichtiger Standortfaktor für Simbach und die umliegenden Gemeinden. Aber: „Bisher gibt es aber keinen Planungsauftrag aus dem Bundesverkehrsministerium.“
Genau 5.946 Unterschriften wurden in den Landkreisen Mühldorf, Altötting und Rottal-Inn in Orten an der Bahnlinie, wie Julbach, Marktl, Töging, Neuötting, Mühldorf und drumherum gesammelt. Das Faltblatt „Simbach darf nicht abgehängt werden“ informierte die Unterstützer. Am 30. April wurden sie bei einem Termin mit Vertretern aus heimischer Politik und Wirtschaft am Bahnhof in Simbach am Inn (Rottal-Inn) an die beiden Bundestagsabgeordneten übergeben.
Auch die Europa-Union warnt vor einem „drohenden Stillstand der grenzüberschreitenden Bahnverbindung zwischen Deutschland und Österreich durch das unterschiedliche Tempo bei der Elektrifizierung der Strecken Mühldorf-Simbach und Linz-Braunau“. Während Österreich die Elektrifizierung der Inntalkreisbahn bis 2029 abschließe, hinke Deutschland bei den Planungen für Mühldorf-Simbach hinterher. Im März gründete sich in Töging das „Europa-Netzwerk-Schiene“ (ENS) mit dem Ziel, die Elektrifizierung der Bahnstrecke Mühldorf-Simbach sowie den grenzüberschreitenden Verkehr nach Braunau voranzutreiben.
Nun also die Übergabe der Petition an den Bundesverkehrsminister. „Wir freuen uns, dass wir das berechtigte Anliegen von tausend Menschen aus unserer Heimat direkt beim Verkehrsminister platzieren konnten“, teilen die beiden CSU-Abgeordneten in einer Presseaussendung mit. „Damit endet unser Einsatz selbstverständlich nicht. Wir werden weiter dafür kämpfen, dass die Elektrifizierung auch für den Abschnitt Mühldorf-Simbach kommt. Es kann nicht sein, dass bei diesem äußerst wichtigen Verkehrsprojekt für ganz Südostbayern ein wichtiger Abschnitt hinten runterfällt und damit gegenüber den anderen faktisch benachteiligt wird.“
Hintergrund ist die Ertüchtigung der Ausbaustrecke (ABS) 38 durch das Bundesverkehrsministerium. Von München über Mühldorf nach Freilassing und nach Burghausen bis zur österreichischen Grenze umfasst sie ein ganzes Bündel aufeinander abgestimmter Teilprojekte auf einer Länge von 145 Schienenkilometern. Die Strecke wird in weiten Teilen zweigleisig ausgebaut und durchgängig elektrifiziert – bis auf den Abschnitt Mühldorf-Simbach. Dies sorgt nicht nur bei den Einheimischen für Unverständnis, sondern auch bei den beiden Abgeordneten. „Wir unterstützen das Anliegen der Petition vollumfänglich. Die Planungskosten dafür, dass auch der Abschnitt Mühldorf-Simbach elektrifiziert wird, liegen bei etwa zwölf Millionen Euro. Wir wollen, dass diese Mittel im nächsten Bundeshaushalt bereitgestellt werden. Für unsere Bürger, Betriebe und den Klimaschutz.“