Schnaitsee – Wer in diesen Wochen rund um Rumering unterwegs ist, landet unübersehbar vor Absperrungen: Seit Anfang April laufen die Bauarbeiten zur Umgestaltung der Kreuzung zwischen der Kreisstraße TS20 und der Staatsstraße St2360. Seit Anfang Mai ist die TS20 für den Verkehr komplett gesperrt.
Grund für die Maßnahme ist, dass die sogenannte „Rumeringer Kreuzung“ als Unfallhäufungsstelle gilt. Diese soll mit dem Umbau beseitigt werden.
Ziel Mitte August
weiter angepeilt
Kern des Projekts ist die Teilverlegung der Kreisstraße TS20. Der bisherige Anschlusspunkt an die Staatsstraße 2360 wird nach Norden verschoben, um die gefährliche Kreuzungssituation aufzulösen. Eine neu errichtete Linksabbiegespur auf der St2360 ermöglicht Fahrzeugen aus Richtung Mühldorf künftig ein sicheres Einbiegen, ohne den fließenden Verkehr zu behindern, erklärt das Staatliche Bauamt Traunstein in einer Pressemitteilung.
Laufen die Arbeiten nach Plan? Hierzu teilt das Landratsamt Traunstein auf Anfrage mit, dass die Arbeiter auf unerwartet schlechte Bodenverhältnisse gestoßen sind. Die Folge: Entlang der Neutrassierung sind weitere Bodenaustauscharbeiten erforderlich. Damit einhergehend müssten zusätzliche Drainagen zur sogenannten Planumsentwässerung – also zur Wasserableitung unterhalb des Bodenaustauschniveaus – verlegt werden.
Trotz dieser baulichen Extrarunden blickt die Bauleitung optimistisch nach vorn. Der geplante Endtermin der Maßnahme bleibt demnach unverändert Mitte August. Beim 14., schreibt das Landratsamt in einem Update am 3. Juni. Sobald der Verkehr über den neuen Knotenpunkt geführt werden kann, wird zudem die alte Anbindung der TS20 vollständig aufgelassen und zurückgebaut. Das verhindere künftige Konfliktpunkte im Kreuzungsbereich.
Den Takt der logistischen Abläufe gaben in der ersten Phase maßgeblich die Versorgungsunternehmen vor. Bevor die Maschinen für den eigentlichen Straßenbau anrollen konnten, mussten Telekom und Bayernwerk bestehende Kabelanlagen im Untergrund sichern. Ebenso mussten neue Versorgungsleitungen verlegt werden, denn die Änderung der Straßenführung geht einher mit der Erweiterung des Gewerbegebiets, schreibt das Staatliche Bauamt Traunstein.
Diese Leitungsarbeiten sind auf dem rund 600 Meter langen, bereits vollständig ausgekofferten neuen Teilstück der TS20 abgeschlossen. Aktuell laufen die sogenannten Spleißarbeiten, um die Leitungen final in Betrieb nehmen zu können.
Parallel dazu konzentrieren sich die Arbeiter nun auf das östliche Bauende der Kreisstraße: Auf einer Länge von 200 Metern wird der Übergang von der neuen Umfahrung auf die bestehende Trasse der TS20 vorbereitet.
Der nächste große Meilenstein steht bereits für Ende Juni beziehungsweise Anfang Juli an: Auf einer Gesamtlänge von 800 Metern wird im Bereich der TS20 die Asphalttragschicht eingebaut. Für Verkehrsteilnehmer und Anwohner bringt der Sommer trotzdem noch einmal spürbare Veränderungen im Baustellenfahrplan.
Sobald die Asphalttragschicht auf der Kreisstraße aufgebracht ist, soll der Verkehr übergangsweise wieder über die „alte“ Trasse der TS20 durch Rumering geführt werden. Wie das Landratsamt Traunstein auf seiner Homepage schreibt, ist geplant, die Vollsperrung der Kreisstraße zum 6. Juli aufzuheben.
Einbindebereich
wird neu gestaltet
Dann verlagert sich das Hauptgeschehen auf die Staatsstraße St2360. Ab Anfang Juli wird der Einbindebereich komplett neu gestaltet.
Auf einer Länge von rund 400 Metern wird die Staatsstraße neu gebaut und um die besagte wichtige Linksabbiegespur ergänzt. Für diese Arbeiten muss die Staatsstraße ab Anfang Juli für rund fünf bis sechs Wochen bis zum geplanten Bauende im August voll gesperrt werden.
Die Gesamtkosten für die Maßnahme belaufen sich auf rund 1,7 Millionen Euro, heißt es vonseiten des Traunsteiner Landratsamts. In dieser Summe ist von der Planung über den Grunderwerb, diverse Gutachten, Ausgleichsmaßnahmen, die Bauleitung bis hin zum eigentlichen Bau sowie Vermessungen alles enthalten.
Finanziert wird das Projekt gemeinschaftlich. Da sowohl eine Kreisstraße als auch eine Staatsstraße betroffen sind, teilen sich der Landkreis Traunstein und der Freistaat Bayern (vertreten durch das Staatliche Bauamt Traunstein) die Kosten als jeweilige Straßenbaulastträger.
Zudem greift dem Landkreis der Freistaat mit einer kräftigen Förderung unter die Arme: Nach Abzug aller Zuschüsse verbleibt für den Landkreis ein Eigenanteil von rund 450.000 Euro.