„Spannend und aufregend“

von Redaktion

Neue Festwirte beim Mühldorfer Volksfest – Zuschnitt der drei Festzelte ändert sich

Mühldorf – „Spannend und aufregend“ findet Mühldorfs neue Bürgermeisterin Claudia Hungerhuber ihre erste Pressekonferenz. Sie findet im Rathaussaal statt, die Deko – Bierkrüge, Brezen, Brotzeit, Lebkuchenherzen – weist deutlich auf das wichtige Thema des Tages hin: Es gibt News rund um das Mühldorfer Volksfest, das heuer vom 28. August bis 7. September stattfindet. Hungerhuber hat das Anzapfen schon einmal geübt. „Zwei bis drei Schläge“ werde sie benötigen bei der Mühldorfer Wiesn, hofft sie. Stefan Thalhammer von der Spatenbräu-Konzerntochter AB InBev ist überzeugt: „zwei, mehr nicht.“ Egal, an den Schlägen und der Frage, ob die Rathauschefin pritscheln wird oder nicht, wird der Erfolg der Traditionsveranstaltung nicht gemessen. Eher schon am Bier (bei der Spatenbrauerei ein extra bernsteinfarbenes), an der Stimmung in den drei Festzelten, an der Attraktivität der Fahrgeschäfte auf dem Festplatz – und natürlich am Essen.

Neue Festwirte
sind alte Bekannte

Volksfest-Koordinator Walter Gruber, Kulturamtsleiter in Mühldorf, hat sich zur Vorstellung des Konzepts passend in die Lederhose geworfen. Die wichtigste Nachricht des Tages: Im Spaten-Festzelt gibt es neue Festwirte. Wobei: So neu sind Manuel Scheyerl und Stefan Staudinger nicht, denn sie betreiben in Mühldorf auf der Wiesn schon seit fünf Jahren den Wein-Stadl und waren 2022 und 2023 schon einmal die Wirte im Spaten-Festzelt. Gruber hofft nun auf eine „längerfristige Bindung“ der beiden Geschäftsführer des Event-Unternehmens SAS („Winz Schorle“) mit Sitz in Albaching. Denn der Vorgänger von Scheyerl und Staudinger im Spaten-Festzelt, Roman Tauscheck, war nur zwei Jahre im Einsatz.

Wasserburger Frühlingsfest, Haager Herbstfest, Wasserburger Eiszauber und Wintertraum, Volksfest Poing: Scheyerl und Staudinger haben große Erfahrung im Betrieb und der Organisation von Großveranstaltungen. Jetzt also auch noch ein Festzelt beim Mühldorfer Volksfest. Spatenbräu hatte sich in Abstimmung mit der Kreisstadt für die Personalie entschieden. Die Grundlage sei der langfristig bestehende Getränkelieferungsvertrag zwischen Mühldorf und Spatenbräu. Die Brauerei habe SAS mit dem Ziel einer längerfristigen Zusammenarbeit unter Vertrag genommen, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt.

„Mühldorf wird uns nicht los“, betonte Scheyerl, der gemeinsam mit Staudinger für das neue Spaten-Zelt ein geändertes Konzept vorstellte. Mit 1.000 Plätzen im Innern werde es kleiner als bisher. Draußen im Biergarten gebe es weitere 1.200 Sitzgelegenheiten, 1.000 davon überdacht. Im Zelt: „viel Blasmusik, eine klassische Bierzeltkarte, Mittagsangebote“, zählte Scheyerl auf. Die Deko: rot-weiß, die bekannte Holzfassade bleibe. Abends werde in der Spaten-Alm im Stehausschank zum Feiern ab 21/22 Uhr ein DJ auflegen: Hier gebe es auch tagsüber ein etwas anderes Getränkeangebot, unter anderem mit typischen Bargetränken. Was nicht mehr reinpasst ins neue Spatenzelt: die historische Kegelbahn. Auch auf den Weinstadl verzichtet SAS.

Die beiden anderen Zelte, das Erhartinger und das von Innbräu, werden laut Festorganisator Gruber etwas größer als bisher. Der Seniorentag werde zum ersten Mal im Erhartinger Zelt stattfinden, der Landkreis-Tag im Innbräu. Auf dem Festplatz bleibe fast alles beim Alten: Die Klassiker wie Autoscooter, Kettenkarussell und Riesenrad werden nach Angaben des Festleiters aufgebaut. Neu sei der Mexican Flight; ein rasantes Fahrgeschäft, von dem Gruber sagt: „Tolles Angebot, aber ich kann es nicht fahren“. „Brutal wild“ gehe es auch heuer im Chaos-Pendel zu, außerdem komme der Techno-Power, ein Oktoberfest-Karussell. Für die Kinder gebe es auch wieder die Achterbahn. Essens- und Verkaufsstände bleiben wie gehabt, berichtete der Kulturamtschef.

Die Stadt als Veranstalterin strebt laut Gruber auch heuer etwa 250.000 Besucher an. Dass die Menschen im Landkreis Mühldorf als Folge der vielen Großveranstaltungen den Sommer über, allen voran viele Feuerwehr- und weitere Vereinsjubiläen, festmüde sein könnten, weisen die Volksfest-Macher von sich. Gruber spricht von einer guten Resonanz bei den Reservierungen. Außerdem steht fest: Im August, wenn die Mühldorfer Wiesn stattfindet, nimmt der Veranstaltungsreigen in der Region deutlich ab. Und es sind die Ferien, in denen die Bayern anders als zu Pfingsten oft daheimbleiben. Doch das Konsumverhalten auf Volksfesten hat sich geändert, berichteten die neuen Festwirte und Brauerei-Vertreter Thalhammer. Der Gast lege mehr Wert auf vielfältige Angebote und unterschiedliche Locations. Dass er ins Festzelt gehe, dort sein Bier trinke, esse und sitzen bleibe, das gebe es nicht mehr so wie früher. „Mehr Bewegung“ sei auf Festplätzen festzustellen, so Scheyerl und Staudinger. Thalhammer unterstrich außerdem die Bedeutung neuer Getränke: „Das alkoholfreie Bier geht weiter durch die Decke“, berichtete er.

Vielfältigkeit beim Angebot: Das bietet das Mühldorfer Volksfest, ist die Bürgermeisterin überzeugt. Es gebe drei Zelte, viele Fahrgeschäfte, gutes Essen, ein Programm für alle Generationen. Bekannte Stimmungsbands und DJs kommen – und Schlager-Ikone Heino. Außerdem gibt es wieder den internationalen Schützen- und Trachtenzug mit etwa 3.400 Teilnehmern, nach München der zweitgrößte dieser Art in Bayern.

Hungerhuber gehört zu den eingefleischten Fans des Festes. Sie war in den vergangenen Jahren fast jeden der elf Tage vor Ort, berichtet sie. Sie liebe alle Locations, sitze bei schönem Sommerwetter auch gerne draußen. „Nur in ein Fahrgeschäft bringt man mich nicht“, gibt Hungerhuber lachend zu, „das vertrage ich leider nicht.“

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