„Irrgarten für Brummi-Fahrer“

von Redaktion

Vor 25 Jahren Lastwagenfahrer tun sich in der Innstadt schwer – Erweiterungsbau für Parkhaus Kellerstraße

Wasserburg – Mit dem Lkw durch Wasserburg zu fahren, gestaltete sich vor 25 Jahren noch als besondere Herausforderung. Denn die Höhe des Brucktores erwies sich immer wieder als Durchfahrtshindernis und nicht wenige Brummi-Fahrer blieben auch gleich darin stecken, da sie die Höhenbegrenzung nicht beachtet hatten.

Zudem scheiterten diverse Fahrzeuglenker aber auch generell an der Geografie und der Beschilderung im „Irrgarten für Brummi-Fahrer“. So lautete damals eine Schlagzeile, die den Missstand zum Suchverkehr nach dem geeigneten Weg in und durch die Stadt beschrieb. Nachgefragt wurde, es gab ja noch keine Navis, dann oft an den Tankstellen. Annemarie Fellner berichtete von bis zu 20 Auskünften pro Tag. Robert Zeislmeier seufzte gar: „Wenn i fünf Mark von jedm valanga deafat, der frogt, brauchat i sonst nix mehr z’doa!“ Eine entsprechende Beschilderung aufzustellen erweise sich allerdings als fast nicht machbar, so Helmut Schmid vom Stadtbauamt, der Teufel stecke im Detail. Und auch das Straßenbauamt erwies sich als Hindernis für einfache Beschilderungslösungen von Firmen-Seite. Letztlich sah man mehrere Großtafeln mit Stadtplan an den Einfallstraßen als mögliche Lösung an. In manchen Fällen war das aber auch nicht ausreichend, verirrten sich doch auch Fahrer in die Stadt, die eigentlich nach Wasserburg am Bodensee gewollt hatten.

Dafür gab es jetzt 561 ‚Chancen auf einen Parkplatz‘ im Parkhaus Kellerstraße. Dank Erweiterungsbau standen die neuen Parkgelegenheiten künftig auf fünf Ebenen zur Verfügung. 102 davon wurden aber im Untergeschoss für private Käufer reserviert. Nur das Oberdeck mit dem schönsten Blick über die Innfront der Altstadt war noch bis zur offiziellen Eröffnung am 13. Juli 2001 gesperrt. Der 12,5 Millionen teure, in den Innhang hineinversetzte Erweiterungsbau, der durch Verwendung einer mächtigen Betonplatte samt Aufschüttung die Hangoptik erhalten half, wurde zunächst formlos dem Verkehr übergeben.

Wolfgang Strunz vom Bauhof und Stadtbaumeister Manfred Förtsch-Menzel schoben Ende des Monats Juni einfach die Brandschutztüren zum Erweiterungsbau auf und die Nutzung konnte beginnen.

Eine andere Nutzung wurde derweil an den Wasserburger Schulen beschränkt, beziehungsweise eingestellt. Denn immer mehr Handys fanden den Weg in die Klassenzimmer und sorgten bei unerwartetem Klingeln für Störungen, die selbst dem Angerufenen peinlich waren. Grund genug für die diversen Schulleitungen, Regelungen zu finden, die die Verwendung der mobilen Geräte steuern sollten. Auch das Schlagwort „Handy-Verbot“ stand im Raum, dies angesichts der unerlaubten Nutzung bei anstehenden Abschlussprüfungen auch nicht zu Unrecht. Insgesamt sahen die Schulleiter die Nutzung der Mobiltelefone in Schülerhand unterschiedlich. Grundschulleiter Arno Bassita sah gar keine Probleme mit der „Zeiterscheinung“ und hob den elterlichen Sicherheitsfaktor der Erreichbarkeit hervor. Dagegen kassierte man in der Hauptschule klingelnde Handys zunächst ein und händigte sie den Eltern im Anschluss nur persönlich aus.

Nur bei Prüfungen zeigte sich geschlossen Einigkeit, Missbrauch sei nicht erlaubt, lautete die Botschaft an die Schülerschaft. Generell konnten allerdings keine größeren Probleme an allen Schularten beobachtet werden.kr

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