Mühldorf – Alle vier Jahre steigt ein Fußballturnier der Extraklasse: die Weltmeisterschaft. Nationen aus unterschiedlichsten Regionen duellieren sich dabei um den goldenen Pokal, den zuletzt Weltstar Lionel Messi zusammen mit seinem argentinischen Team hochstemmen konnte. Doch die WM 2026 ist ein Turnier der Superlative – höher, schneller, weiter lautet das Motto der FIFA.
Erstmals nehmen an dem Turnier, das in diesem Jahr in den USA, Mexiko und Kanada veranstaltet wird, 48 Mannschaften teil. Das Auftaktspiel bestreiten Mexiko und Südafrika am heutigen Donnerstag um 21 Uhr deutscher Zeit, das Finale steigt fünf Wochen später am 19. Juli in New York. Insgesamt 104 Spiele gehen bei der XXL-Weltmeisterschaft über die Bühne. Auch die deutsche Nationalmannschaft mischt munter mit und bekommt es in der Vorrunde mit Curaçao, der Elfenbeinküste und Ecuador zu tun. Während der erste Auftritt der Nagelsmann-Mannschaft am 14. Juni um 19 Uhr ansteht, finden die beiden weiteren Partien jeweils um 22 Uhr statt. Fans aus den Landkreisen Altötting und Mühldorf können die Spiele dabei allerdings nicht wie gewohnt auf großen Fanmeilen verfolgen.
Späte Anstoßzeiten wegen
der Zeitverschiebung
Grund hierfür ist allen voran die Zeitverschiebung, die je nach Region sechs bis zwölf Stunden beträgt. In Mühldorf und Waldkraiburg werden keine öffentlichen Public-Viewing-Veranstaltungen organisiert. Stattdessen bieten Restaurants, wie das Goa am Mühldorfer Stadtplatz, die Möglichkeit, Fußball und Essengehen zu verknüpfen. Bei Sonnwendfeiern oder Sommerfesten von ansässigen Vereinen wird ebenfalls für eine fußballerische Untermalung gesorgt.
Ansonsten hält sich das Angebot in Grenzen und bietet etwa keinen Vergleich zur Europameisterschaft vor zwei Jahren, die damals in Deutschland stattfand. Vielen Fußballfans dürfte das Turnier noch bestens in Erinnerung sein: Die DFB-Elf scheiterte im Viertelfinale an Spanien nach Verlängerung. Ein nicht gegebener Handelfmeter besiegelte das Aus der Mannen rund um Topstar Florian Wirtz.
„In diesem Jahr findet kein Public Viewing statt, das von der Stadt Burghausen ausgerichtet wird“, erklärt Theresa Gauer von der Öffentlichkeitsarbeit auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen. „Aufgrund der späten Anstoßzeiten würden sich die Veranstaltungen sehr lange in die Nacht ziehen.“ Ein Problem, das auch viele Biergärten betrifft. In München wird für die Weltmeisterschaft bewusst eine Ausnahme gemacht. Dort dürfen Biergärten bis 1 Uhr statt bis 23 Uhr geöffnet bleiben. Und in Burghausen? „Von Gastronomen liegen uns bis zum heutigen Kenntnisstand (Anm. d. Red. 8. Juni) keine Anmeldungen dafür vor. Insofern gelten für die Betriebe die üblichen Regelungen“, so Gauer. Ganz anders sieht es da in Marktl aus. Zum allerersten Mal veranstaltet der Gasthof Hummel ein großes Public Viewing für alle Deutschlandspiele. Wie die Betreiber in den sozialen Medien mitteilten, soll bei schönem Wetter draußen im Biergarten, bei Schlechtwetter in den Innenräumen gejubelt werden. Ähnliches Prozedere ist auch in der Kreisstadt Altötting vorgesehen.
„Es gibt kein großes Public Viewing, das von der Stadt veranstaltet wird“, gibt Rainer Steinbrecher, Leiter des Ordnungsamtes, zu Protokoll. „Dafür bietet aber das Café Apero14 die Möglichkeit, Spiele der deutschen Nationalmannschaft zu verfolgen. Mit der Polizei ist dabei vereinbart, dass die Betreiber weitergeben, welche Spiele übertragen werden sollen.“
Laut Steinbrecher handelt es sich nach derzeitigem Stand um alle Partien der DFB-Elf. Auch Spiele der türkischen Nationalelf sollen hoch im Kurs stehen. Auf die gesamte WM betrachtet, liegen die drei Vorrunden-Begegnungen der Deutschen noch günstig. Unsere Nachbarn aus Österreich duellieren sich mit Jordanien um 6 Uhr, mit Algerien sogar um 4 Uhr in der Früh.