Meggle plant höhere Türme

von Redaktion

Diskussion um 24-Meter-Anlage und den Schutz des Kiebitz‘ im Bauausschuss

Wasserburg – Sechs Meter höher als ursprünglich genehmigt soll die Kläranlage von Meggle in Reitmehring nun werden. Über einen Antrag dazu stimmte der Bau-, Umwelt- und Verkehrsausschuss der Stadt Wasserburg in seiner jüngsten Sitzung ab.

Vorentwurf des
Bebauungsplans gebilligt

Meggle baut die firmeneigene Kläranlage um. Und diese soll den Strom, den sie verbraucht, möglichst selbst herstellen. Dafür braucht es eine Biogasanlage mit Anaerobreaktoren. Das war auch schon bei den Vorplanungen im Juli 2023 vom Ausschuss abgesegnet worden. Damals wurde ein Vorentwurf des Bebauungsplans gebilligt. Die maximale Höhe dieser Reaktoren wurde auf 18 Meter festgesetzt.

Nun sollen die Türme jedoch 24 Meter hoch sein, erklärte Stadtbaumeisterin Mechthild Herrmann. Denn das sei aufgrund des stark kalkhaltigen Wassers nötig. „In der Regel sind die Reaktoren sogar 28 bis 30 Meter hoch. Die niedrigstmögliche Höhe für das Projekt in Reitmehring sind eben die 24 Meter“, sagte sie.

Vögel brüten
nahe der Kläranlage

Die Höhe ist deswegen entscheidend, da sich in der Nähe der Kläranlage eine Kiebitzausgleichsfläche befindet und die Vögel nicht nahe hoher Gebäude brüten wollen. In die Planungen einbezogen ist deswegen auch die Untere Naturschutzbehörde. Ein Vertreter der Behörde habe in einem Telefonat mit der Stadtbaumeisterin jedoch gesagt, dass sie sich eine Zustimmung zu den hohen Türmen vorstellen könnten. Denn diese lägen mindestens 100 Meter von der Ausgleichsfläche entfernt, erklärte Herrmann – räumte aber ein, dass auch noch die Höhere Naturschutzbehörde in einem gesundheitsrechtlichen Genehmigungsverfahren zu beteiligen sei.

Bürgermeister Bastian Wernthaler (parteilos) betonte, dass die Kläranlage das Abwasser biologisch reinigen werde. Eine Erhöhung der Türme von 18 auf 24 Meter mache für ihn wenig Unterschied.

Kritischer Eingriff
in Landschaft

Anders sah dies Christian Stadler (Grüne): „Ich habe die 18 Meter schon skeptisch gesehen und jetzt sollen die Türme noch einmal um ein Drittel an Höhe zunehmen.“ Die Ausschussmitglieder müssten sich bewusst machen, was sie hier auf den Weg brächten. „Es geht auch um die optische Kulisse und Eingriffe in die Landschaft“, sagte er und schlug vor, einen Ortstermin zu machen. Dabei soll die Höhe der Türme auch mittels Ballons anschaulich dargestellt werden. Die 18 Meter Höchstgrenze würden sich an der Höhe des Waldes orientieren, sagte er.

Auch Norbert Buortesch (Bürgerforum) meinte, dass es hier einer Diskussion bedarf. Auch er sei bei den 18 Metern mitgegangen, „weil es ein sinnvolles Projekt ist“, findet aber auch, ein Ortstermin sei sinnvoll. Denn die geplanten Türme „stehen dann für lange Zeit so da“, sagte er. Buortesch wisse zudem aus Erfahrung, dass sich Kiebitze an hohen Gebäuden stören würden.

Wernthaler erinnerte diesbezüglich daran, dass die schriftliche Stellungnahme der Unteren Naturschutzbehörde noch ausstehe und in die Beschlussfassung des Stadtrats einfließen soll. Wolfgang Schmid (CSU) sprach sich für die 24 Meter aus. „Meggle baut ständig aus. Die Kläranlage gehört gleich wie die Meggle-Skyline zu Reitmehring dazu.“

Armin Sinzinger (Wasserburger Block) fragte nach, was geschehe, wenn der Ausschuss sich gegen die 24 Meter hohen Türme ausspreche. Herrmann meinte, dass der Umbau mit nur 18 Meter hohen Türmen nicht umsetzbar sei.

Stadler sagte daraufhin, dass es nicht darum gehe, das Projekt zu verhindern, sondern dass ein Teil der Reaktoren ja im Boden vergraben sein könnte und so weniger weit aus der Erde stehen würde. „Man sollte sich herantasten und schauen, ob vielleicht 21 Meter in Ordnung wären. Dann müssten nur drei Meter der Türme eingegraben werden“, schlug er vor. Wolfgang Janeczka (SPD) meinte, der Ausschuss könne grundsätzlich zustimmen und dann schauen, ob ein Teil eingegraben werde.

Bauplanänderung soll
eingeleitet werden

Letztlich stimmte der Bau-, Umwelt- und Verkehrsausschuss mit zwei Gegenstimmen von Wolfgang Schmid und Simone Huber (beide CSU) dafür, dem Stadtrat zu empfehlen, die Bauplanänderung einzuleiten und dabei die Stellungnahme der Unteren Naturschutzbehörde zu berücksichtigen. Zudem soll es einen Ortstermin geben und bei der Antragstellerin soll angefragt werden, ob eine Teileingrabung der Reaktoren möglich sei.

Anaerobreaktor erklärt

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