Schnaitsee – Die ersten Sprünge ins kühle Nass heuer gab’s schon. Auch am Weitsee. Das offizielle Startsignal fiel traditionsgemäß am 1. Mai. Doch dann war Geduld gefragt. „Die erste Woche war zwar schön warm, aber dann waren die Eisheiligen gut kalt. Da war verständlicherweise erst einmal gar nichts los“, blickt Jonathan Auer, der technische Leiter der Wasserwacht Schnaitsee, auf die ersten Wochen zurück.
Nach dem Kälteeinbruch hat sich das Wetter stabilisiert, wir bekamen Temperaturen von über 30 Grad. Der Saisonstart verlief dabei für die Wasserwacht bisher aber glücklicherweise absolut ruhig und friedlich: „Mir ist von keinen Zwischenfällen oder Wasserunfällen berichtet worden“, sagt Vorsitzende Angelika Kebinger. Und so blicken die Retter hochmotiviert auf das restliche Jahr.
Personell solide
aufgestellt
Die personelle Aufstellung der Schnaitseer Wasserwacht ist demnach solide und knüpft an die bewährte Struktur der vergangenen Jahre an. Die aktive Mannschaft besteht aus zehn erfahrenen Wachleitern sowie fünf weiteren Kräften, die die Wachmannschaft bilden.
Am See unten sind die Ehrenamtlichen der Wasserwacht immer an Sonn- und Feiertagen für die Sicherheit verantwortlich. Die Ortsgruppe stellt da jeweils ein Team aus einem Wachleiter und einem Mitglied der Wachmannschaft, geregelt über einen Jahresdienstplan. Unter der Woche übernimmt die Badeaufsicht der Gemeinde den Dienst am See.
Besonders stolz ist die Wasserwacht auf ihren Nachwuchs. Mittlerweile umfasst die vitale Jugendabteilung rund 30 Kinder und Jugendliche, aufgeteilt auf drei Gruppen. Jeden Sonntag wird fleißig trainiert, und das Programm für das restliche Jahr ist prall gefüllt. „Den Jugendlichen wird es definitiv nicht langweilig“, verspricht Kebinger.
Neben Schwimmwettbewerben, gemeinsamen Ausflügen und dem beliebten „Zelten am See“ steht im August auch wieder die Rettungsschwimmabzeichen-Ausbildung auf dem Plan, die gemeinsam mit der Wasserwacht Trostberg durchgeführt wird. Solche Kooperationen stärken nicht nur das Fachwissen, sondern auch den Zusammenhalt unter den Ortsgruppen. Im Herbst, genauer gesagt im November, folgt dann das traditionelle Highlight für alle Aktiven: der gemeinsame Hüttenausflug.
Hinter den Kulissen läuft unterdessen die Planung für das derzeit größte Zukunftsprojekt der Ortsgruppe: der Neubau der Wasserwachtshütte. Wer die Retter derzeit an ihrer Station besucht, erkennt schnell den dringenden Handlungsbedarf. Denn ihre Arbeitsstätte ist im Sommer 2024 überflutet worden. „Aktuell ist es wirklich absolut eine Notbaracke“, sagen der technische Leiter sowie die Vorsitzende. „Wir haben keinen wirklichen Sanitätsraum, die Liege steht mitten im Aufenthaltsraum, es gibt keinen richtigen Fußboden und die Wände sind nicht verkleidet.“ Umso wichtiger ist das Neubauprojekt, um wieder einen ordentlichen und professionellen Wachdienst leisten zu können.
Und hier gibt es gute Nachrichten, sagt Jonathan Auer: Der Bauantrag ist bereits genehmigt, der Förderantrag bei der Leader-Aktionsgruppe wurde eingereicht und die Wasserwacht hofft auf den finalen Zustimmungsbescheid im Herbst. Die Zwischenzeit wird genutzt, um Leistungsbeschreibungen zu verfassen und die Detailplanung voranzutreiben. „Wir sind da auch immer froh über die tolle Unterstützung des BRK-Kreisverbands Traunstein und natürlich der Gemeinde Schnaitsee“, betonen die beiden Wasserwachtsmitglieder.
Auf Unterstützung
angewiesen
Da sich die Ortsgruppe als Teil des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) vor allem durch Mitgliedsbeiträge und Spenden finanziert, ist sie aber auch auf die Unterstützung der Bevölkerung angewiesen.
Ein großer Stamm an Fördermitgliedern sichert die laufenden Kosten, doch für das Bauprojekt zählt jeder Betrag. „Wir möchten uns an dieser Stelle auch schon ganz herzlich für die bereits zugedachten Spenden für unsere Hütte bedanken“, sagt Auer. „Aber natürlich zählt nach wie vor jeder Euro, damit wir hier bald wieder adäquate Bedingungen haben.“
Öffentlichkeits-
und Schnuppertag
Um der Bevölkerung die eigene Arbeit näherzubringen und den Start in den Sommer gebührend zu feiern, lädt die Wasserwacht am Samstag, 13. Juni, zu einem großen Aktionstag direkt ans Seebad ein. Dieser „Wasserwachtstag“ soll als Öffentlichkeits- und Schnuppertag dienen. „Wir wollen den Leuten zeigen, wie unsere Arbeit aussieht“, erklärt Auer.
Das Programm rund um die Themen Wasserrettung und Erste Hilfe verspricht spektakulär zu werden: Gemeinsam mit der Nachbar-Wasserwacht aus Obing sind große Schauübungen geplant. Dabei wird unter anderem die „Crash-Rettung“ einer Person aus dem Wasser demonstriert, gefolgt von der medizinischen Erstversorgung. Zudem wird die spezielle Ausrüstung von Rettungstauchern vorgestellt und der Ablauf eines Taucheinsatzes erklärt.
An verschiedenen Stationen können die Besucher selbst aktiv werden, Reanimationstechniken üben oder ihr Erste-Hilfe-Wissen auffrischen. Wer möchte, darf sogar eine Runde mit dem Rettungsbrett drehen. Auch für das leibliche Wohl ist bestens gesorgt: Neben Essen und Getränken gibt es Live-Musik vom Trio „In oana Dur“ sowie für die jüngsten Besucher eine Hüpfburg.
Kein
Ausweichtermin
Der Aktionstag beginnt um 14 Uhr und findet bei gutem Wetter statt. Sollte es wider Erwarten komplett verregnet sein, muss er abgesagt werden. Einen Ausweichtermin gibt es nicht. Aktuelle Informationen und kurzfristige Updates werden von den Rettern auf ihren Social-Media-Kanälen (Instagram und Facebook) kommuniziert. Weitere Informationen können auf der Homepage www.brk-schnaitsee.de gefunden werden.
Wer den Aktionstag verpasst, aber dennoch Interesse an ehrenamtlicher Arbeit oder sogar an einer Mitgliedschaft hat, kann die Wasserwacht an jedem Sonn- und Feiertag direkt am See ansprechen oder zum Gruppenabend alle drei Wochen am Mittwochabend vorbeischauen. Neue Gesichter – ob für die Jugendgruppe ab zehn Jahren oder als Quereinsteiger für die Wachmannschaft – sind jederzeit herzlich willkommen.