Beim Leerstand soll sich etwas tun

von Redaktion

Drei Häuser stehen am Weberzipfel in Wasserburg leer, doch das soll sich bald ändern. Für die Gebäude, von denen eines abgerissen werden soll, liegen nun erste Umbaupläne vor, die der Bauausschuss bereits diskutiert hat.

Wasserburg – Eigentlich zählen die drei Häuser am Weberzipfel zu den Besonderheiten der Stadt Wasserburg. Das eine war mal ein bekanntes Eisen- und Textilwarengeschäft, das andere fällt durch seine geschwungene Vorderfassade auf und das dritte hat als fast einziges Altstadthaus einen Vorgarten, in dem sogar große Bäume standen. Mittlerweile sieht man den Gebäuden jedoch an, dass sie seit langer Zeit zum Großteil leer stehen.

Mehrfach mit der
Behörde besprochen

Doch nun soll sich hier etwas tun. In der jüngsten Sitzung des Bau-, Umwelt- und Verkehrsausschusses der Stadt lag ein Vorbescheid zum Umbau des leeren Gebäudes mit ersten Entwürfen vor.

Stadtbaumeisterin Mechthild Herrmann erklärte dazu, dass die beiden vorderen Häuser jeweils ein Geschoss dazu bekämen, wobei das rechte Haus nur im rückwärtigen Teil aufgestockt werde. Das Vorhaben wurde laut Herrmann auch bereits mehrfach mit der Denkmalschutzbehörde besprochen. In den Gebäuden soll auch ein Aufzug entstehen, wobei das „historisch Schützenswerte soweit möglich erhalten bleiben soll“, sagte die Stadtbaumeisterin.

Pläne weichen
von Satzung ab

Die derzeitigen Pläne des Bauherren weichen von der Gestaltungssatzung der Stadt Wasserburg ab. So seien die Fenster auf der Südfassade großflächig und bodentief geplant und würden keine Sprossen enthalten. Auch die geplanten vorgelagerten Balkone entsprächen nicht den Vorschriften, erklärte Herrmann.

Bürgermeister Bastian Wernthaler (parteilos) fasste die vorliegende Situation zusammen: Zum einen gehe es darum, die Gestaltungssatzung der Stadt zu beachten. Andererseits habe sich endlich jemand den leer stehenden Häusern angenommen.

Christian Stadler (Grüne) war von den Planungen etwas enttäuscht. „Würde im Betreff nicht das Stichwort ‚denkmalgerecht‘ stehen, käme ich nicht auf die Idee, dass es hier um ein Denkmal geht.“ Denn zwei Häuser sollen in ihrer Kubatur verändert werden. „Die Südfassade sieht nach 90er-Jahre-Siedlungsbau aus“, sagte er. Die Häuser seien aber Teil der Altstadt. „Riesengroße Fenster“ seien hier nicht möglich. „Wenn wir diesen Fenstern in diesen Formaten zustimmen, dann zieht das die nächsten Befreiungen nach sich“, befürchtete er. Auch die derzeitige Balkonplanung ist für Stadler so nicht umsetzbar. Er kann sich eine eher unregelmäßigere Fassade, mit teils filigranen Balkonen, teils Loggien besser vorstellen.

Entgegenkommen
bei Größe und Höhe

Vom Planer brauche es hier ein anderes Gesamtkonzept, sagte Stadler. Dem schloss sich Wolfgang Janeczka (SPD) an. „Es ist besser, wenn wir ein neues Konzept haben, als jetzt über Einzelheiten abzustimmen.“ Armin Sinzinger (Wasserburger Block) ergänzte, dass der Planer aber auch wissen solle, dass die Stadt sehr wohl an einer Lösung interessiert sei und diese unterstützen wolle. „Denn wenn sich jemand findet, der sich dem Areal annimmt, dann sollten wir ein Stück weit entgegenkommen“, sagte er.

Stadler merkte an, dass die Stadt dem Planer schon bei der Gesamtgröße und der Aufstockung der Gebäude entgegenkomme. „Der Beschluss soll ja letztlich nicht gar keine Befreiung zulassen, sondern auf ein Gesamtkonzept verweisen“, betonte er. Wolfgang Schmid (CSU) merkte an, dass es sich hier erst mal um einen Vorbescheid handle. Letztlich müsse sich der Planer aber an die Gestaltungssatzung halten und die Vorgaben schon in die Entwürfe einarbeiten. „Ansonsten muss mehrmals umgeplant werden.“

Ausschuss beschließt
Einvernehmen

Einstimmig gab der Ausschuss sein Einvernehmen zur maßvollen Erweiterung der Gebäude und der Kubatur. Hinsichtlich der Südfassade weist der Ausschuss auf die Gestaltungssatzung der Stadt Wasserburg hin und bittet um eine Überplanung, die dann erneut dem Ausschuss vorgelegt werden soll.

Weiter lag auch ein Vorbescheidsantrag zum dritten leer stehenden Gebäude am Weberzipfel, das auch einen kleinen Garten aufweist, vor. Dieses Gebäude soll abgerissen werden, da es „ziemlich einsturzgefährdet ist“, erklärte Herrmann. Auch die Vorderseite könne wohl nicht erhalten bleiben. An gleicher Stelle soll ein größeres Haus entstehen. Die Pläne bei diesem Objekt würden im Bereich der Südfassade die gleichen Abweichungen wie die anderen beiden Häuser aufweisen.

Zu wenig
Garten übrig

Stadler hat hier die gleichen Bedenken wie bei den anderen beiden Häusern. Zudem rücke ihm das Gebäude zu weit nach vorne zur Straße, wodurch vom Garten nur mehr wenig übrig bleibe. Auch die geplante Garage und die Zufahrt über den verbleibenden Garten sieht er kritisch. Er befürchtet, dass der Vorgarten zum Parkplatz werde.

Für Wernthaler war es wichtig, dass ein positives Signal aus dem Ausschuss hinsichtlich des kompletten Abrisses komme. „Die Südfassade können wir analog behandeln wie bei den anderen beiden Häusern.“ Bei der Vorderseite könne diskutiert werden, wie weit hier vorgerückt werde.

Garage statt
Wohnraum?

Sophia Jokisch (Linke) kritisierte den Bau einer Garage. Der Wohnraum soll nach vorn vergrößert werden, und dann „baut man eine Garage“. Simone Huber (CSU) hingegen meinte, für ältere Personen könne ein Autostellplatz direkt vor der Tür praktisch sein. Stadler entgegnete darauf jedoch, dass es auch in der Altstadt Häuser mit Tiefgarage gebe. „Hier ist es keine adäquate Lösung, denn meistens steht das Auto dann vor der Garage“, sagte er.

Dr. Ursula Winkler-Budenhofer (FWRW) betonte in Hinblick auf den Erhalt der Wiese, wie „malerisch“ kleine Vorgärten in der Altstadt seien.

Der Ausschuss beschloss einstimmig, das Einvernehmen für den Abriss zu erteilen. Für die Südfassade gelte, dass die Fensterflächen verkleinert gehörten. Zudem soll das Gebäude weniger weit in den Vorgarten ragen und auch die Garage wird vom Ausschuss kritisch betrachtet.

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