Albertaich – Mit einem stimmungsvollen Festwochenende hat die Albertaicher Frauengemeinschaft ihre neue Fahne gefeiert. Von ausgelassener Stimmung beim Weinfest am Freitag bis zur feierlichen Weihe am Sonntag standen dabei vor allem der starke Zusammenhalt im Verein im Mittelpunkt. „Fesch, fröhlich frei, mia feiern unser Fahnaweih“ – treffender hätte die Albertaicher Frauengemeinschaft ihr Fest kaum ankündigen können. Denn es war genau das: ein fröhliches, stimmungsvolles Festwochenende und ein ungezwungenes Miteinander.
Dass Gemeinschaft in Albertaich gelebt wird, zeigte sich bereits beim Aufbau des Festzelts. Unter dem Motto „Viele Hände, schnelles Ende“ packten zahlreiche Helfer mit an, und selbst die Kinder waren mit Feuereifer dabei. Die Freude auf das Fest war auch vereinsübergreifend spürbar – bei den Vorbereitungen und spätestens zum Auftakt am Freitag.
Ein Symbol für Vielfalt
und Gemeinschaft
Selbst das nasskalte Regenwetter konnte die Feierlaune nicht bremsen. Die Zeltheizung und vor allem DJ Rastumpf heizten den vielen Gästen beim Weinfest ordentlich ein. Bei Stimmungshits, Rockklassikern und den Musikwünschen der Gäste wurde bis tief in die Nacht gefeiert. Von Volbeats „Lola Montez“ über den „Böhmischen Traum“ bis zu Linkin Park zeigte die Playlist eindrucksvoll, wie harmonisch unterschiedliche Generationen zusammenkommen und miteinander feiern können.
Feierlich und stimmungsvoll wurde es dann am Sonntag. In der festlich geschmückten Filialkirche Albertaich wurde die neue Fahne geweiht. „Ihr habt zu eurem großen Fest alle eingeladen, die einen Bezug zu eurem Verein haben“, stellte Pfarrer David Mehlich fest. Es sei spürbar gewesen, wie viel Herzblut allein in den Vorbereitungen stecke, betonte er.
Das habe sich schon bei der „erfrischenden Einladung“ gezeigt, die nicht ganz modern und austauschbar durch KI erstellt worden sei, sondern einen ganz individuellen Charakter habe. Das Titelbild sei etwas ganz Besonderes. Es stammt von der Tochter eines Vereinsmitglieds. „Man spürt das Herz dahinter“, sagte Mehlich. In der Frauengemeinschaft kämen viele Talente zusammen. „Und deshalb find ich auch eure neue Fahne so schee.“ Sie spiegele genau diese Vielfalt und Gemeinschaft wider.
Auf der Vorderseite ist das Vereinslogo zu sehen: ein Baum, dessen Wurzeln tief in Geschichte und Tradition reichen. Aus dem Stamm wachsen zwei ineinander verschlungene Hände, die Offenheit und Zusammenhalt symbolisieren sowie den Wunsch, Werte an kommende Generationen weiterzugeben. „Da wächst was draus“, sagte der Pfarrer. Für ihn steht das Motiv für einen Verein, in dem jeder seine Talente einbringen kann und so akzeptiert wird, wie er ist.
Auch die Zweite Vorsitzende Christa Mitterreiter erläuterte die Symbolik der Fahne. Der Baum stehe für Werte, Tradition und Gemeinschaft, die bunte Baumkrone für Vielfalt und Lebendigkeit. Die Rückseite zeige die Rosenkranzmadonna der Albertaicher Kirche und unterstreiche die enge Verbundenheit mit Kirche und Heimat. Passend zur neuen Fahne präsentierten die Mitglieder erstmals ihre neuen Vereinsschürzen zum Dirndl. Sie unterstrichen sichtbar das Gemeinschaftsgefühl, das sich wie ein roter Faden durch das gesamte Fest zog.
Bürgermeister Sepp Huber gratulierte zur neuen Fahne und bezeichnete sie als sichtbares Zeichen für Toleranz, Offenheit und Zusammenhalt. Mit einem Schmunzeln erinnerte er daran, dass die Frauengemeinschaft tatsächlich allen offenstehe – schließlich sei er selbst Mitglied des Vereins. Eine passende Dirndlschürze habe er zwar nicht bekommen, erzählte Huber, dafür aber beim Weinfest eine Krawatte aus dem gleichen Stoff. „Die werde ich in Ehren halten“, versprach der Bürgermeister.
„Die Frauengemeinschaft wurde 1939 als Mütterverein gegründet,“ erinnerte die Vorsitzende Monika Mitter. Bereits ein Jahr später konnte dank einer Haussammlung die erste Fahne angeschafft und geweiht werden. Diese war inzwischen jedoch deutlich in die Jahre gekommen. Trotz einer Renovierung im Jahr 1980 waren die Gebrauchsspuren unübersehbar geworden. Zudem erwies sich die große Kirchenfahne vor allem bei Wind als schwer zu tragen. Lange Zeit sei über die Zukunft der Fahne diskutiert worden, auch weil die Zukunft des Vereins zeitweise ungewiss gewesen sei.
Doch nach einer Krisensitzung im April 2022 habe sich der Verein neu aufgestellt. Jüngere Mitglieder hätten frischen Wind gebracht und neue Perspektiven eröffnet. Die neue Fahne sei auch ein sichtbares Zeichen der Aufbruchstimmung. Mit viel Einsatz, zahlreichen Back- und Bastelaktionen sowie Spenden sei das Projekt schließlich verwirklicht worden. Einen wichtigen Beitrag habe auch die langjährige Vorsitzende und Ehrenvorsitzende Ria Pfisterer geleistet. Auf Wunsch ihrer Angehörigen sei bei ihrem Begräbnis auf Blumenspenden verzichtet und stattdessen um Spenden für die neue Fahne gebeten worden.
Ein Meilenstein
für die Zukunft
„Jetzt ist es soweit. Wir dürfen unsere neue Fahne in Händen halten. Das ist ein Meilenstein in unserer Vereinsgeschichte, der uns hoffentlich lange zusammenhält und in eine gute Zukunft begleitet“, freute sich Monika Mitter. Nach der Weihe zog der Festzug zum Festzelt, das beim Rastampf im Hof aufgebaut war. Dort sorgten die Obinger Blaskapelle und später die Fletzn Musi für beste Unterhaltung. Bei gutem Essen, einem tollen Kuchenbüfett, vielen Gesprächen und bester Stimmung klang das Festwochenende aus.