Maitenbeth – Abschied von einer starken Bäuerin und liebevollen Mutter. Mit dem Tod von Rosa Leitmannstetter verliert Maitenbeth eine Frau, die ihr Leben ganz ihrer Familie, ihrem Glauben und der Landwirtschaft gewidmet hat. Am 6. Juni 2026 verstarb sie im Alter von 93 Jahren friedlich in ihrem Zuhause. Musikalisch und gesanglich stimmungsvoll begleitet von Gerti Grill und ihrer Tochter aus Ramsau zelebrierte Pfarrer Pawel Idkowiak den Trauergottesdienst und die anschließende Beerdigung auf dem Maitenbether Kirchenfriedhof. Die Fahnenabordnung der Katholischen Frauengruppe gab der Verstorbenen das letzte Geleit. Rosa Leitmannstetter, geborene Friesinger, wurde am 30. Oktober 1932 auf dem Bimoar-Hof in Öd als viertes von fünf Kindern geboren. Ihre Kindheit und Schulzeit waren von den Entbehrungen des Zweiten Weltkriegs geprägt. Fliegeralarm gehörte damals zum Alltag und zwang die Schüler immer wieder, den Unterricht zu unterbrechen. Nach der Schulzeit erlernte sie zu Hause die Führung eines Haushalts und arbeitete anschließend mehrere Jahre als Magd beim Rutzmoser auf dem Zacherlhof in Moos. In ihrer Freizeit unternahm sie gemeinsam mit ihrem späteren Ehemann Richard gerne Motorradtouren in die Berge – eine Leidenschaft, die beide verband. Im Mai 1958 heirateten Rosa und Richard Leitmannstetter und übernahmen den Bernhardnhof in Öd. Dort bauten sie sich gemeinsam ihre Existenz auf und zogen ihre drei Kinder Richard, Anita und Hans groß.
Die harte Arbeit auf dem Bauernhof, die damals noch größtenteils von Hand verrichtet werden musste, meisterte Rosa immer gerne mit großem Einsatz und viel Freude an der Landwirtschaft. Auch nachdem Sohn Hans 1995 den Hof übernommen hatte,standen ihm Rosa und ihr Mann Richard weiterhin tatkräftig zur Seite. Ein schwerer Schicksalsschlag hat sie getroffen, als ihr Ehemann Richard nach fast 49 Ehejahren im Juni 2007 verstarb. Dennoch blieb sie weiterhin aktiv, half bei der Stallarbeit, kümmerte sich um ihre Hühner und widmete sich mit großer Leidenschaft ihrem Garten. Zu ihren liebsten Beschäftigungen gehörte das Kartenspielen. Viele Nachmittage verbrachte sie mit ihren Kindern bei einer Runde Schafkopf oder Watten. Besonders glücklich war sie, wenn ihre Enkel und Urenkel zu Besuch kamen und Leben auf den Hof brachten. Tief verwurzelt war auch ihr christlicher Glaube. Solange es ihre Gesundheit zuließ, besuchte sie regelmäßig die Sonntagsgottesdienste. Eine besondere Verehrung galt dabei der Gottesmutter Maria. In den letzten Jahren aber nahmen die gesundheitlichen Beschwerden immer mehr zu. Mit großer Hingabe pflegte Tochter Anita ihre Mutter bis zuletzt. Trotz aller Einschränkungen bewahrte sich Rosa ihre Lebensfreude. Immer wieder sprach sie von den Kirschen ihres geliebten Kirschbaums und hoffte, noch einmal die nächste Ernte erleben zu dürfen. Dieser Wunsch blieb ihr leider verwehrt. Als stilles Symbol ihrer Verbundenheit begleiteten Kirschzweige ihren letzten Weg. Mit Rosa Leitmannstetter verliert ihre Familie eine fürsorgliche Mutter, Großmutter und Urgroßmutter, Maitenbeth eine geschätzte Mitbürgerin und die Landwirtschaft eine Frau, die ihr Leben lang mit Herz und Tatkraft für ihren Hof gearbeitet hat. rl