Bürger sollten mit Heizungstausch noch warten

von Redaktion

Stadt steht bei Wärmeplanung vor großer Herausforderung – Ergebnisse erst 2027

Wasserburg – Nach der kommunalen Wärmeplanung sind im Stadtrat in Wasserburg weitreichende Beschlüsse zur Umsetzung gefasst worden. Das weitere Vorgehen wurde bei der Abschlussveranstaltung zur kommunalen Wärmeplanung in Wasserburg vorgestellt. Hierbei ordnete der Klimaschutzmanager die Stadt Wasserburg als herausfordernden Fall ein.

Herausforderungen
für ein Wärmenetz

Die Mischung aus Großindustrie, denkmalgeschützter, enger Altstadt sowie der natürlichen Trennung durch den Inn seien mögliche Gründe, weshalb sich im Mittelzentrum Wasserburg mit vielen energetisch bedeutenden öffentlichen Liegenschaften bisher kein großes Wärmenetz entwickelt hätte. Viele Stellschrauben, von der Wärmequelle bis zu den Finanzierungs- und Kooperationsmodellen, müssten bei einem Wärmenetz passen, damit am Ende die Gesamtwirtschaftlichkeit und der Wärmepreis stimmen.

Der Klimaschutzmanager der Stadt bittet hierbei um Verständnis: Es werde schwierig und es brauche Zeit, bis Klarheit über die Sinnhaftigkeit eines Wärmenetzes in der Stadt bestehe. Erst 2027 könnten vorläufige Ergebnisse vorliegen. Als erster Schritt wird insbesondere die Abnehmerstruktur im Bereich der Industrie mit spezialisierten Dienstleistern überprüft werden.

Neben diesen offenen Fragen kommen erschwerend gesetzliche Änderungen hinzu. Eine absehbare Liberalisierung bei der Heizungswahl gebe Heizungseigentümern wenig Orientierung. Gleichzeitig verkompliziert am Industriestandort Wasserburg die nach wie vor unklare Gasnetzentwicklung die Planungsumgebung.

Der Gasnetzbetreiber plane mit einem Anschluss von Wasserburg an das deutsche Wasserstoff-Kernnetz bis Ende 2036, die unklare Versorgungslage mit Wasserstoff und der unvorhersehbare Endkundenpreis würden aber für weitere Unwägbarkeiten sorgen.

Nach der Wärmeplanung kann somit aktuell nur eine grobe Orientierung für die Bürgerschaft anhand der entworfenen Wärmeversorgungsgebiete abgeleitet werden. In Wärmenetzneubaugebieten und deren näherem Umfeld wird geraten, die Entscheidung über einen Heizungswechsel, wenn möglich, noch etwas hinauszuzögern.

Trotz des am Abend bei dieser Aussage aufkommenden Gelächters im Saal bleibt der Klimaschutzmanager bei seiner Aussage und betonte, die Stadt benötige Zeit für die Klärung der vielen offenen wichtigen Fragen. Eine eigenständige Lösung im Heizungskeller zu finden sei aber stets möglich, wie dies auch in dezentralen Wärmeversorgungsgebieten notwendig sei. Dafür konnten sich die Bürger nach der Veranstaltung an einem Infostand zum Energieberatungsangebot der Verbraucherzentrale Bayern Informationen aus erster Hand holen.

Ein langer Weg
zur Wärmewende

Zum Abschluss der Veranstaltung wird klar: Die Umsetzung der Wärmeplanung wird schwierig, aber die Stadt hat das Thema Wärmewende und die Frage, was aus der guten Wärmenetzeignung im Stadtgebiet gemacht werden könne, auf der Agenda.

Artikel 1 von 11