Neuen Standort für das Hallenbad präsentiert

von Redaktion

Stadtwerke Baugrund am Freibad in Mühldorf ungeeignet und Neubau deutlich teurer

Mühldorf – Das Thema „Neubau Hallenbad“ treibt die Mühldorfer seit Jahren um, deshalb kamen auch einige Dutzend interessierte Bürger zur Sondersitzung des Mühldorfer Stadtrats am vergangenen Montag im Stadtsaal. Dort ging es um die Vorstellung des aktuellen Projektstands. Präsentiert wurde ein alternativer Standort für den geplanten Neubau, untermauert mit Einblicken in die Untersuchungen und Vorberatungen sowie mit eindeutigen Zahlen.

Öffentlichkeit in
Projekt einbinden

Bürgermeisterin Claudia Hungerhuber (SPD) nannte es „absolut elementar“, nach den ganzen nichtöffentlichen Vorarbeiten zum jetzigen Zeitpunkt sowohl den Stadtrat als auch die Öffentlichkeit in das Vorhaben Hallenbad einzubinden. „Die Dimension des Projekts und die Verantwortung gegenüber der Bevölkerung“ machten das nötig. Sie übergab das Wort an Stadtwerke-Chef Alfred Lehmann, in dessen Verantwortung der Neubau steht, und die das Projekt begleitenden Experten.

Bisher wurde ein möglicher Ersatzneubau für das in die Jahre gekommene Hallenbad auf dem Freibadgelände an der Ahamer Straße geplant. Gerechnet wurde dafür mit Kosten von rund 35 Millionen Euro und mit Synergieeffekten. Denn Eingang, Umkleiden, WCs, Gastro und mehr hätten sich das bestehende Freibad und das neue Hallenbad teilen sollen.

Bohrungen auf dem geplanten Baugrundstück am Freibad trübten diese guten Aussichten. Wie es in der Sondersitzung ausführlich von Heinrich Hiemesch (Bodengutachter) dargelegt wurde, ist der Untergrund am Freibad zusammen mit dem hohen Grundwasserstand für den Bau eines Hallenbades gänzlich ungeeignet, gleichsam ein „Genickbruch“ für ein solches Projekt an dieser Stelle.

Statiker Thomas Fitzenreiter machte deutlich, dass am Standort Freibad, wegen des „wechselhaften“ Baugrunds, ein Hallenbad nur mit zeitaufwendigen, lärmintensiven und kostspieligen Zusatzarbeiten gebaut werden könnte. Es wäre nur realisierbar, wenn für eine tragfähige Bodenplatte über 400 elf Meter lange Pfähle in den Boden gerammt würden. Zudem müsste der bestehende Abwasserkanal verschoben werden. Alles in allem, so die Schätzung, werde der Neubau eines Hallenbades am Freibad, inklusive Abbruch der Umkleiden und der Kanalverlagerung, rund 42 Millionen Euro netto kosten.

Der Standort Freibad wurde von den Stadtwerken ausschließlich wegen der Synergieeffekte bevorzugt, hieß es in der Präsentation. Diese stünden aber in keinem Verhältnis zu den Schwierigkeiten wegen des schlechten Bodens und den massiven Mehrkosten. Deshalb wurde von den Stadtwerken ab Dezember 2025 ein zweiter Standort untersucht.

Im Rahmen der Standort- und Bedarfsanalyse waren im Jahr 2022 noch fünf mögliche Standorte im Gespräch: jetziger Hallenbad-Standort, Freibad, Mittelschule, Rennbahn und Nordtangente. Jetzt wurde dem Stadtrat und der Öffentlichkeit als geeigneter Alternativstandort mit vielen Vorzügen neben der Mittelschule in Mühldorf Nord vorgestellt. Der Boden dort sei bestens geeignet für den Neubau – „besser geht´s gar nicht“, so der Gutachter –, ebenso die Lage in unmittelbarer Nähe zur Schule und zu den Wohngebieten mit vielen Familien. Das Grundstück ist bereits im Eigentum der Stadt und, so Stadtbaumeisterin Birgit Weichselgartner, es besteht dort im Gegensatz zum Areal am Freibad schon Baurecht für Sportanlagen. Auf der Fläche an der Mittelschule bliebe neben dem Hallenbad auch noch genügend Platz für den Campus oder einen Schulausbau.

Das bevorzugte Modell für das neue Hallenbad bringt, wie am Freibad vorgesehen, auf einer Ebene das Bad mit 25-Meter-Sportbecken samt Sprunganlage, ein Lehrschwimmbecken und ein Kinderbecken mit Splashzone unter. Dazu den Saunabereich, Umkleiden, Duschen, Küche und Gastro. Im Keller werden Technik, Lager und Werkstatt untergebracht. Davor rund 90 Parkplätze und Radlstellplätze.

Dieses Modell für ein kompaktes Familien- und Sportbad könnte ohne Abstriche auf dieses Grundstück übertragen werden – der Grundriss wurde dafür einfach um 180 Grad gedreht. Die Kosten am Standort Mittelschule schätzen die Stadtwerke auf rund 35 Millionen Euro. Die Bauzeit könnte sich gegenüber dem Standort Freibad dank des unproblematischen Bodens um ein halbes Jahr verkürzen.

Kosten sprechen
eine deutliche Sprache

Wie die Stadtbaumeisterin vortrug, ist auch aus Sicht der Stadtverwaltung der Standort am Freibad aufgrund der enormen Zusatzkosten „nicht mehr empfehlenswert“. Abgesehen von den finanziellen Argumenten sprächen die Vorteile des Standorts an der Mittelschule für den Neubau des Hallenbads an dieser Stelle.

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