Haag – Die Sektion des Haager Alpenvereins erneuerte ihr Gipfelkreuz auf der Mauk-Spitze in Österreich. Am morgigen Sonntag sind die Mitglieder und die Landjugend Going als Helfer zur Segnung geladen.
Pionierarbeit
am Gipfel
Mit der Erneuerung des Gipfelkreuzes und der nun folgenden Segnung erinnert der Alpenverein Haag auch an die Pioniere, die den ersten schweren Transport im schweißtreibenden Aufstieg vollzogen. Bergsteiger des Alpenvereins Haag, darunter Sepp Baumgartner und Sim Baumgartner, stellten 1966 fest, dass der östliche Gipfel des „Kaiser“ kein Kreuz hat. Die Idee, dort eines aufzustellen, fand bald großen Anklang.
Zuerst galt es, das Bürokratische zu regeln: Eine Genehmigung musste eingeholt werden. Sie wurde erteilt. Die Haager mussten jährlich 20 Schilling Grundsteuer zahlen.
Im August 1968 stieg das erste Arbeitskommando auf und begann mit dem Ausgraben und Ausmeißeln des Lochs, alles „in Handarbeit ohne Akkubohrer“, wie Heinz Oberkandler von der Vorstandschaft mitteilte. Im September schleppten Jugendliche des Vereins die zwei Schienen zu je 58 Kilo, Sand und Wasser für das Fundament auf die 2.231 Meter hohe Bergspitze. Über den Winter fertigte man das Holzkreuz aus Eiche mit den Ausmaßen von 3,50 mal 1,50 Meter.
Es wurde bis zur Ackerlhütte transportiert. Die Haager Alpenvereinsmitglieder campierten im Freien, da die alte Ackerlhütte gerade umgebaut wurde. Sie hielten weiter fest: „Am nächsten Tag wurde die Steilstufe in Angriff genommen und eine Seilbahn eingehängt.“
Schon war das Kreuz angeschnallt, und es ging ruckweise nach oben – da riss kurz vor der Spitze am Felsvorsprung das Stahlseil und der Kreuzstamm stürzte über 55 Meter ab. Er wurde geborgen, und der mittlerweile verstorbene Sepp Baumgartner schleppte den Querbalken in einer wahren Kraftaktion auf seinen Schultern alleine zur Spitze. Das weitere Zubehör trugen Hans Herzog, Sepp Herzog, Alois Kern und Erich Ess.
Für den Transport des senkrechten Balkens organisierte Georg Böhm, der gerade Militärdienst leistete, einen Heeresbergführer. Um 14.30 Uhr am 27. August 1968 meldeten die Haager: „Die Errichtung des Gipfelkreuzes ist vollbracht.“
Einweihung und
gelebte Tradition
Kaplan Brenninger aus Haag zelebrierte die Messe zur Einweihung. Er nahm die Segnung vor und trug sich als Erster in das Gipfelbuch mit folgendem Spruch ein: „Es führen viele Wege zu Gott – einer geht über die Berge.“ 67 Haager waren damals schon am Vorabend auf die Gaudeamushütte aufgestiegen. 87 Bergsteiger waren vor Ort, als Vorstand Dr. Schrank den Aufstellern dankte und zum Eintrag in das Gipfelbuch lud.
Seitdem führt der Haager Alpenverein jedes Jahr am dritten Septembersonntag dort oben eine Bergmesse durch. Das Kreuz wurde seitdem von den Mitgliedern nach Bedarf gewartet, vor allem immer wieder mit dem nötigen Schutzanstrich versehen und in seinen Verschraubungen überprüft. Nun stand eine Grunderneuerung an.