„Rosenzwergerl“ stehen vor dem Aus

von Redaktion

Der Haager Marktgemeinderat hat sich mit der Zukunft der Großtagespflege „Rosenzwergerl“ befasst. Wegen hoher Defizite plant der Betreiber, der BRK-Kreisverband Mühldorf, die Einrichtung in eine Mini-Kita umzuwandeln. Dies wurde in der jüngsten Sitzung des Gremiums bekannt.

Haag – Die Großtagespflege „Rosenzwergerl“ in Haag steht vor einschneidenden Veränderungen. In der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderats am vergangenen Dienstagabend legte der BRK-Kreisverband Mühldorf als Betriebsträger den Haushaltsplan für das Jahr 2026 vor. Die Zahlen, die der stellvertretende Kreisgeschäftsführer David Schmidt präsentierte, ließen das Gremium allerdings aufhorchen.

Frühestmögliche Auflösung
„nicht sozialverträglich“

Für das Jahr 2026 weist die Einrichtung einen erheblichen Fehlbetrag von 114.215,78 Euro aus. Um auf die hohen Defizite der Einrichtung zu reagieren, plant der Betriebsträger eine strukturelle Umstellung von der bisherigen Großtagespflegestelle in eine Mini-Kita. Acht Kinder sollen dort voraussichtlich betreut werden. Damit ist die Erwartung verbunden, eine höhere staatliche und kommunale Förderung sowie entsprechende Elternbeiträge erhalten zu können. Im Haushaltsplan ist diese Umstellung bereits so berücksichtigt, dass bis zum 31. August dieses Jahres mit der Großtagespflegestelle und ab September fiktiv mit einer Mini-Kita geplant wird.

Weil auch der Markt Haag wegen eines bestehenden Kooperationsvertrags mit dem BRK vom genannten Defizit betroffen ist, mussten nun Entscheidungen her. Zum einen musste der Haushalt gebilligt werden, was auch einvernehmlich geschah. Und dann ging es um die Beendigung des besagten Kooperationsvertrags.

Würde man den Vertrag sowie die Großtagespflege Rosenzwergerl zum nächstmöglichen Zeitpunkt auflösen – in diesem Fall Ende August –, würde der Markt Haag rund 54.000 Euro und damit nur einen Teil des Defizits mittragen. Dieses Vorgehen müsse aber noch in Gesprächen geprüft werden. Läuft die Kündigung wie im Vertrag festgelegt, ist der Markt auch im kommenden Kindergartenjahr noch involviert und trägt das Defizit von gut 114.000 Euro, hieß es dabei im Gremium.

Eva Rehbein (SPD) meldete sich hier zu Wort. Sie finde eine frühestmögliche Auflösung nicht sozialverträglich gegenüber den Erzieherinnen. Bürgermeister Florian Haas verstand den Einwand, erklärte aber darauf, dass es noch Gespräche mit dem BRK gebe, bei diesen werde auch beraten, wie das Personal weiter beschäftigt werde. Gewiss sei zudem nicht, ob die Mini-Kita überhaupt ausgelastet sein werde. Denn auch im Gemeindekindergarten gebe es zum Beispiel noch freie Plätze.

Das Gremium entschied sich mit nur einer Gegenstimme dafür, die frühestmögliche Auflösung zu prüfen. Der Haushaltsplan 2026 für das Familienzentrum wurde anschließend auch noch einstimmig gebilligt. Dieser schließt mit einem Defizit in Höhe von 12.197,54 Euro.

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