Perfide Masche in Wasserburg

von Redaktion

Unbekannte bettelt in der Altstadt um Spenden für die Tafel

Wasserburg – Eine unbekannte Frau hat am Mittwochnachmittag in Wasserburg bei Passanten und Café-Besuchern um Geld gebettelt. Sie gab vor, für die Wasserburger Tafel zu sammeln. Die Tafel distanzierte sich und meldete den Fall der Polizei. Rund um den Marienplatz sei die Frau auf und ab marschiert. Habe die Passanten angesprochen. So wurde es Renate Steinbichler zugetragen. Eine Bekannte der Leiterin der Wasserburger Tafel hatte die Szene am Mittwoch in der Altstadt zufällig beobachtet. Sie hatte mitbekommen, wie die unbekannte Frau um Spenden bettelte – angeblich für die Tafel.

Das Ganze habe sich am frühen Nachmittag ereignet, berichtet Steinbichler. „Die Frau reagierte sehr missmutig, wenn niemand etwas gespendet hat“, ergänzt sie. „Sie wurde richtig grantig“, habe man ihr berichtet. Später sei die Unbekannte in umliegende Cafés gegangen und habe dort Besucher angebettelt.

Die Tafel-Leiterin möchte sich dezidiert von dem Vorfall distanzieren. „Das war hundertprozentig niemand von uns“, unterstreicht sie. „Wenn wir sammeln, dann machen wir das offiziell, auch mit einem Info-Stand.“ Wer die Dame ist, das weiß Steinbichler nicht. Doch auch im Namen ihrer Kollegen unterstreicht die Wasserburgerin: Die karitative Einrichtung sammele so explizit keine Spenden. „Wir möchten die Bevölkerung ausdrücklich warnen.“

Noch am Mittwochnachmittag haben Steinbichler und ihre Kollegen die Polizei informiert. Die Beamten würden den Fall besprechen „und prüfen, ob Anzeige zu erstatten ist“, erläutert sie. „In diesem Fall könnte ein Betrug vorliegen“, sagt Markus Steinmaßl, Dienststellenleiter der Polizeiinspektion Wasserburg, am Donnerstag (18. Juni) auf telefonische Nachfrage. Der Tatbestand des Betrugs sei gegeben, wenn jemand unter falschem Vorwand, unter Vorspiegelung falscher Tatsachen, versuche, an Geld zu kommen.

Es sei ihm nicht bekannt, dass es einen derart gelagerten Fall in Wasserburg schon einmal gegeben habe, betont Steinmaßl. Gelegentlich komme es vor, dass jemand Passanten um Geld bitte und behaupte, er habe ein krankes Kind dabei oder brauche Geld für den Bus. „Solche Fälle haben wir in der Region immer wieder mal.“ Aber dass jemand vorgibt, für eine karitative Einrichtung Spenden zu sammeln, sei ihm neu.

Sein Ratschlag: „Wenn Sie jemanden treffen, der sagt, er sammele für die Tafel, oder beispielsweise für die Caritas: Lassen Sie sich einen Ausweis zeigen.“ Manchmal würden externe Freiwillige für wohltätige Verbände um Spenden bitten. „Aber auch dann haben die in der Regel immer ein Schreiben dabei, das belegt, dass sie für den jeweiligen Verein unterwegs sind.“ Wenn man sich jedoch nicht sicher sei, helfe in jedem Fall der Griff zum Hörer. „Im Zweifel: Rufen Sie bei der Polizei an.“

Katharina Brumbauer

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