Mühldorf – „Dieser Termin ist Jahr für Jahr eine wichtige Veranstaltung für den Landkreis Mühldorf“, eröffnet Landrat Max Heimerl das Pressegespräch zur Sicherheitsbilanz für das Jahr 2025. „Wir pflegen ein vertrauensvolles und enges Verhältnis zur Polizei.“ Die Lage im Landkreis ist gut, das sei „sehr beruhigend“. Trotzdem gebe es auch wachsende Herausforderungen.
Zahlen unter dem
bayernweiten Schnitt
„Bayern ist das sicherste Bundesland und hier im Landkreis liegen wir sogar noch einmal unter dem Durchschnitt“, zeigt sich Michael Siefener, Vizepräsident des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, zufrieden. „Im Allgemeinen beobachten wir eine positive Entwicklung und einen Rückgang der Kriminalität. Die Gefahr, Opfer einer Straftat zu werden, ist sehr gering“, so Siefener.
Auch wenn die Zahl der Einsätze leicht von 13.331 auf 13.582 gestiegen ist: „Das ist aber nicht nur negativ, sondern auch positiv zu bewerten. Etwa wenn Kollegen zu einem Einsatz gerufen worden sind, weil Passanten etwas verdächtig vorgekommen ist“, erklärt Siefener. Insgesamt lag die Häufigkeitsanzahl einer Straftat bei 3.944, wobei die Aufklärungsquote bei rund 66 Prozent lag.
Hohe Aufklärungsquote bei der Gewaltkriminalität
Ein leichter Rückgang zwar, der allerdings rein statistische Gründe habe: „Es handelt sich nach wie vor um einen Spitzenwert und zeigt, dass das Risiko für Täter, erwischt zu werden, sehr hoch ist“, so der Vizepräsident. Bei der Kriminalitätsentwicklung sei ein leichter Rückgang erkennbar, wobei man auch dort „ein gutes Stück“ unter dem schon ausgezeichneten bayerischen Durchschnitt liege.
Bei dem Themenfeld Gewaltkriminalität konnten 209 Fälle registriert werden: „Ein Großteil davon ist auf gefährliche oder schwere Körperverletzung zurückzuführen. Das Erfreuliche ist, dass wir dort bei einer Aufklärungsquote von 80 Prozent liegen“, verrät Siefener.
Das Gebiet „Sexualdelikte“ bereitet der Polizei über den Landkreis Mühldorf hinaus großes Kopfzerbrechen. „Darunter fallen besonders schwere Fälle wie Vergewaltigung und sexuelle Nötigung, aber auch die Verbreitung kinderpornografischer Inhalte“, merkt Siefener an. „Diese machen 96 von den 187 registrierten Fällen aus. Wir merken, dass dieses Thema sehr weite Kreise zieht und sämtliche Schichten der Gesellschaft betrifft. Deswegen drängen wir von der Polizei auch immer auf Wohnungsdurchsuchungen.“
Aber auch die sogenannte Schulhofpornografie spielt dort mit hinein: „Eltern können gar nicht vorsichtig genug sein und sollten immer ein Auge darauf haben, was ihre Kinder auf dem Handy besitzen oder auch bekommen. In Zeiten von künstlicher Intelligenz können sich Fotos oder Videos von Minderjährigen rasch und einfach verbreiten. Es ist also oberste Vorsicht geboten.“
Während die Ladendiebstahlsdelikte deutlich zurückgegangen sind, sind die Einbruchsversuche von 27 auf 55 angestiegen: „Das klingt erst einmal viel, muss an dieser Stelle jedoch deutlich relativiert werden. Von den 55 Fällen sind 32 im Versuch stecken geblieben. Das ist ein gutes Zeichen“, so Siefener. „Wenn jeder selbst zu Hause eine gute Vorsorge trifft, dann haben es Täter sehr schwer.“
Angst müsse man keine haben, da das Einbruchsrisiko „außerordentlich gering“ sei. Der Phänomenbereich Callcenter-Betrug, oftmals besser bekannt als Schockanrufe, ist ebenfalls ein heikles Thema: „Wir merken, dass das ein sehr lukratives Geschäft für Täter ist. Im Jahr 2025 konnten im gesamten Einsatzgebiet Oberbayern Süd über fünf Millionen Euro, und damit doppelt so viel wie im Jahr zuvor, erbeutet werden.“
Zwei Verkehrstote
im vergangenen Jahr
Alleine im Landkreis Mühldorf lässt sich die Gesamtsumme auf 115.000 Euro beziffern: „Es trifft allen voran Senioren, die teilweise ihr Erspartes daran verlieren. Da stecken schlimme Schicksale dahinter. Kriminelle werden immer professioneller, aber wenn jemand Geld oder Wertgegenstände via Telefon einfordert, dann ist das zu 100 Prozent ein Fake.“
Neben einem Rückgang der Rauschgiftkriminalität – der trotzdem nicht bedeute, dass man sich keine Sorgen machen müsse – sticht auch noch die Verkehrsunfallbilanz ins Auge: „2025 mussten zwei Menschen im Straßenverkehr ihr Leben lassen. Das sind Unfälle, die oftmals vermeidbar sind. Genau wie viele der über 500 Verletzten vermeidbar gewesen wären“, sagte der Vizepräsident.
Auf Straße
rücksichtslos unterwegs
Laut Siefener seien die Menschen im Straßenverkehr sorg- und teilweise auch rücksichtslos unterwegs, würden zu schnell fahren oder an unübersichtlichen Stellen überholen. „Selbst wenn von schweren Unfällen berichtet wird, ziehen nur wenige Verkehrsteilnehmer die richtigen Schlüsse daraus. Deswegen sind wir zu strengen Kontrollen im Straßenverkehr gezwungen. Nur so können wir dem Einhalt gebieten“, so der Vizepräsident.
Aus Sicht der Polizei könne man dennoch mit der geleisteten Arbeit im Jahr 2025 zufrieden sein: „Die Herausforderungen, denen wir uns stellen müssen, werden aber auch nicht weniger“, so der Vizepräsident zum Abschluss.