Gars/Huttenstätt – Das Wetter meinte es gut mit den St. Ulrich Schützen Huttenstett bei deren 100-Jahr-Feier. Durchgehend Sonnenschein, aber auch Hitze, die den einen oder anderen eher zum Baden lockte – nur am gestrigen Sonntag nicht. Der Festzug zum Freiluftaltar war mit den Fahnenanordnungen vieler befreundeter Vereine beeindruckend lang.
Unterhaltsame
Herausforderungen
Deutlich wurde das bereits am vergangenen Samstag beim von den Oldtimerfreunden Lengmoos organisierten Treffen mit historischen Fahrzeugen. Zum Start am Vormittag füllte sich die Wiese zögerlich, aber mit einigen seltenen Fahrzeugen. Darunter war ein Fendt Dieselross von 1941 mit Schwungscheiben und ein umgebauter Eicher mit Holzvergaser sowie ein Standmotor zum Erzeugen von Strom aus dem Jahr 1960.
Bei den Motorrädern stach eine sehr gepflegte zweizylindrige Honda CB 450 aus dem Jahr 1974 heraus sowie eine Vorkriegs-NSU. Die Gruppe der Autos hielt einiges parat – vom Opel Kadett bis zum VW-Käfer 1303 Cabrio und Audi 80. Eindeutig mehr Betrieb herrschte bei der mit viel Liebe zum Detail und einigem Aufwand hergerichteten „Huadnsteda Gaudiroas“ am Nachmittag. An 16 abwechslungsreichen Stationen konnten sich Kinder und Erwachsene in ihrer Geschicklichkeit messen, dabei gab es Preise zu gewinnen. Es galt unter anderem, mit einer Frisbeescheibe umzugehen, mit einer Wasserspritze und einer Kübelspritze zu zielen und zu treffen, geschickt zu werfen, Asphaltschießen zu bewältigen, eine Steinschleuder zu bedienen, Feingefühl beim Bierkistenstapeln auf einem Minibagger zu beweisen, Baumstämme zu werfen und bei einem abgewandelten Lanzenstechen mit Maschinenkraft eine Raupe auf einen Luftballon zuzusteuern. Es galt zudem, mit schneller Reaktion Erbsen zu treffen und 100 Gramm schwere Scheiben von einer Birke abzusägen.
Überhaupt lockten beim täglichen Schießen mit dem Lasergewehr wertvolle Preise, Gutscheine und Eintrittskarten. Sehr informativ und unterhaltsam war außerdem eine Bilderwand aus der langen Geschichte des Vereins. Damals füllte ein „Schussgeld“ die Kasse des Vereins. Auch mit dem Bier- und Weinfest am Freitag zeigte sich Schützenmeister Thomas Mitterhofer sehr zufrieden, das sei „saugut“ gelaufen. Die „Bierfuizl“ unterhielten dabei gut 600 Besucher, die teilweise auf den Bänken standen.
Während des Gottesdienstes am Sonntag stieg die Temperatur auf 30 Grad, gefühlt waren es ein paar mehr. Ein fast nicht enden wollender Festzug führte zu einer beeindruckend großen Esche, wo Pater Edmund Hipp zusammen mit der Musikgruppe Joy for Fun die vielen Menschen empfing. Tipps hatten die Verteiler der Liedzettel parat: „Bevor ihr umfalds, kennts ja damit wedeln.“
Es gab Wasser und Schirme, und der Pater überraschte mit dem Hinweis, dass aufgrund der Hitze „die Predigt geschenkt“ sei. Daran hielten sich auch die Nachredner, die ihre Beiträge kurz hielten. Zusammenhalt, die Freude des Lebens und der Umstand des eigenen Beitritts des Paters zu den Huttenstetter Schützen seien das Thema gewesen. Die Fürbitten behandelten den Zusammenhalt, das Übernehmen von Verantwortung und den gegenseitigen Respekt. Im Anschluss daran wurde das von Georg und Sohn Markus Thanner gestiftete Erinnerungsband gesegnet. Schützenmeister Thomas Mitterhofer erinnerte sich „als ehemaliger Zugroaster“ selbst noch an die unkomplizierte Aufnahme in das kleine Huttenstätt. Er wolle all das nicht so „wichtig nehmen, von wegen ohne uns gehts ja gar ned“, sondern vielmehr hoffen, dass es so bleibe, wie es sei. Man werde hier „angenommen wie man ist“. Eine tolle gemeinsame Leistung sei vor einigen Jahren der Bau des neuen „Schießheisl“ gewesen, nachdem der Verein vom Wirt ausgezogen war.
Viel Wind
um die Liedzettel
Bürgermeister Robert Otter lobte den Einsatz der Mitglieder und hatte ein Geschenk dabei. Ilse Preisinger-Sontag gratulierte als stellvertretende Landrätin und dankte für das Engagement. Gauschützenmeister Helmut Schwarzenbeck dankte für das Fest und bekannte, dass es schwieriger werde, Ehrenamtliche zu finden.
Mit dabei hatte er einen Fahnennagel sowie Ehrenplaketten des Bayerischen Sportschützenbundes und des Deutschen Schützenbundes. Einen Erinnerungskrug brachte Franz Binsteiner vom Patenverein Inntaler Schützen aus Au mit. Anschließend ging es im Festzug zurück zu Mittagstisch, Kaffee und Kuchen. Das Fest endet am Sonntag mit Kesselfleischessen ab 18.30 Uhr und „Huabablech“.
Mehr Bilder von der Veranstaltung finden Sie auf ovbonline.de.