Wasserburg – Unruhige Zeiten für die Wasserburger Feuerwehr. Erst kürzlich sollen Mitglieder einen Brief der beiden stellvertretenden Kommandanten, Maximilian Labsch und Heinrich Lir, bekommen haben. Darin sollen die beiden angeben, dass sie zum 1. August zurücktreten werden. Leicht sei ihnen die Entscheidung nicht gefallen. Was ist passiert?
Wasserburgs Bürgermeister Bastian Wernthaler erklärt auf Anfrage: „Die Stadt bedauert die Rücktritte sehr. Dennoch ist es vollkommen zu respektieren, wenn ein solches Ehrenamt aus persönlichen Gründen niedergelegt wird.“
Tiefe
Verbundenheit
Umso mehr freue er sich darüber, dass Maximilian Labsch und Heinrich Lir dem aktiven Feuerwehrteam weiterhin erhalten bleiben würden – „das zeigt ihre tiefe Verbundenheit zu unserer Wehr“, so der Bürgermeister.
Für den ehrenamtlichen Einsatz für die Stadt möchte Wernthaler den beiden „von ganzem Herzen danken“. Es sei alles andere als selbstverständlich, sich in diesem Maße in den Dienst der Gemeinschaft zu stellen.
Die beiden Posten müssten nun satzungsgemäß neu besetzt werden. „Ich bin mir sehr sicher, dass wir hier gute Lösungen finden werden und engagierte Mitglieder aus den eigenen Reihen der Feuerwehr diese Lücken schließen“, betonte der Bürgermeister. Auswirkungen auf die Stadt und die Bevölkerung habe der Rücktritt nicht. „Die Einsatzbereitschaft unserer Freiwilligen Feuerwehr Wasserburg und der Brandschutz sind selbstverständlich gewährleistet“, so Wernthaler.
Entscheidung
überrascht nicht
Für Wolfgang Schmid, der selbst jahrelang aktiver Feuerwehrler war und seit dem 1. Mai Feuerwehrreferent der Stadt ist, kam die Entscheidung nicht überraschend. „Ich kenne die Problematik und hatte auch Gespräche mit den beiden“, sagt er. Letztlich müsse man den Entschluss akzeptieren.
Schmid betont, dass die Probleme, die zur Rücktrittsankündigung geführt haben, nichts mit der Stadt, der Ausstattung oder dem geplanten neuen Feuerwehrhaus zu tun hätten. Nur so viel: „Es menschelt“ in der Feuerwehr.
Der Referent ist jedoch voller Zuversicht, dass es bald wieder aufwärts gehe mit der Stimmung. Die Stadt baue bald ein neues Feuerwehrhaus für mindestens die nächsten 50 Jahre. „Es werden auch wieder andere Zeiten kommen“, in denen es ruhiger hergehen werde, sagte er.
Timo Paul
bleibt im Amt
Die Nachricht über den Rücktritt ist noch frisch. Als Nächstes stehe eine Team-Versammlung an, sagt Kommandant Timo Paul. Er bestätigt auf Anfrage, dass er noch weiter im Amt bleiben möchte. Die beiden Noch-Stellvertreter waren bis Redaktionsschluss nicht zu erreichen.
Unruhe bei der Feuerwehr Wasserburg gab es schon einmal. 2022 war es zu einer Rücktrittswelle gekommen: Alle drei Kommandanten warfen damals hin. Ein Eklat, der lange nachwirkte. Damals übernahmen Timo Paul mit seinen Stellvertretern Heinrich Lir und Maximilian Labsch das Zepter.