Wasserburg – Weit über 30 Grad zeigt das Thermometer an. Das bereits seit über einer Woche. Auch in der Stadt Wasserburg ächzen die Bürger unter der Hitze. In der Mittagsglut halten sich nicht viele Passanten in der Altstadt auf. Immer wieder sieht man, wie sich Bürger an den Trinkbrunnen bedienen. Abkühlung verschaffen. Auf die Brunnen setzt die Stadt derzeit auch noch in erster Linie, wenn es darum geht, sich für extrem heiße Tage zu wappnen.
Mehr Schatten
schaffen
„Da sind wir dran“, hatte Bürgermeister Bastian Wernthalter bereits in der vergangenen Woche im Rahmen der Jungbürgerversammlung erklärt. Wasserburgs Jugendlichen brannte das Thema Hitzeschutz ebenfalls unter den Nägeln. So plädierten sie mit Nachdruck dafür, mehr Schatten zu schaffen. Sie schlugen etwa Sonnensegel oder Begrünung für die Altstadt vor. „Um das Thema werden wir uns noch kümmern“, betonte Wernthaler.
Insgesamt sechs
Trinkwasserquellen
Bereits jetzt baut die Verwaltung aber weitere Brunnen. An sechs Plätzen in der Altstadt können sich Bürger bereits erfrischen. In der Hofstatt sowie an der Mittelschule an der Rosenheimer Straße stehen Trinkbrunnen. Dazu fließt aus dem Nymphenbrunnen in der Schustergasse, aus dem Johannesbrunnen am Max-Emanuel-Platz sowie aus dem Spitalbrunnen in der Bruckgasse, kurz vor der roten Brücke, Trinkwasser. Wer mit Bus oder Bahn unterwegs ist, kann sich am Bahnhof in Reitmehring kurz abkühlen. Dort ist an der Außenwand des Toilettenhäuschens, direkt am Bussteig, ein Trinkbrunnen angebracht.
Das soll es aber noch lange nicht gewesen sein. Die Stadt pflegt – eigenen Angaben zufolge – insgesamt 2.700 schattenspendende Bäume. Außerdem plant Wasserburg weitere Trinkbrunnen. Am Spielplatz im Palmanopark sowie am Spielplatz neben der Kirche St. Konrad im Burgerfeld. „Diese sollen im Herbst fertiggestellt werden“, erklärt Juliane Stein aus dem Amt für Öffentlichkeitsarbeit im Rathaus.
Um weitergehende Schritte zur Klimaanpassung anzugehen, braucht es noch Zeit, ist aus dem Rathaus zu vernehmen. Die Verwaltung denkt an langfristige Maßnahmen wie Sonnensegel, Fassadenbegrünungen oder Wassernebelsysteme. Der Stadtrat diskutierte etwa im April schon eine Neugestaltung des Marienplatzes. Eine Vision des Stadtplaners Michael Leidl sah unter anderem auch mehr Grünflächen vor. Ein konkretes Konzept für einen Umbau befindet sich aber erst am Anfang einer Planungsphase.
Verlässliche Analysen
erforderlich
Um städtebauliche Maßnahmen zur Klimaanpassung planen zu können, brauche es auch noch „eine verlässliche Hitzebetroffenheitsanalyse und Stadtklimanalysen“, unterstreicht Stein. Aus Sicht der Stadtverwaltung sind „noch einige Rahmenbedingungen auf übergeordneter Ebene zu klären“, erklärt die Sprecherin. „Dazu zählen insbesondere die Umsetzung des Bundesklimaanpassungsgesetzes durch entsprechende Vorgaben des Freistaats Bayern, die Klärung von Zuständigkeiten zwischen Landkreisen und Kommunen sowie Fördermöglichkeiten für kommunale Anpassungskonzepte.“ Stadtmanager Simon Arnold erinnert noch daran, dass es sich bei der historischen Wasserburger Altstadt um ein überregional bedeutsames Flächendenkmal handelt. Der Ensembleschutz erschwert städtebauliche Maßnahmen. „In den Außenbereichen“, sagt Arnold, „tun wir uns da leichter.“
Grundsätzlich sei die Lage Wasserburgs an heißen Tagen aber ein Vorteil. Von der Altstadt aus sind Grünflächen und Gewässer – etwa der Penzinger oder der Staudhamer See – in kurzer Zeit erreichbar. „Besonders entlang des Inndamms sorgen Bäume und die Nähe zum Wasser für deutlich angenehmere Temperaturen“, sagt Stein. In der Altstadt finden Bürger zudem unter Arkaden und Häuserdurchgängen Schatten.
Diese schattigen Wege sollten die Bürger auch nutzen, wenn sie an diesen extrem heißen Tagen durch die Stadt laufen, rät die Sprecherin. „Als öffentlich zugängliche Rückzugsorte bieten sich auch die geöffneten Kirchen an“, sagt Stein. „Zu den Geschäftszeiten kann ich auch das Foyer des Rathauses empfehlen“, ergänzt Arnold. „Da ist es ebenfalls angenehm kühl.“