Mehr Pünktlichkeit und besserer Anschluss

von Redaktion

Stadtrat bringt Maßnahmen für künftigen Stadtbusverkehr auf den Weg

Wasserburg – Bürgermeister Bastian Wernthaler (parteilos) fing zunächst ein Stimmungsbild im Stadtrat ein. Denn wie die Stadt ihren ÖPNV in Zukunft aufstellen will, wurde bereits ausführlich in der Juni-Sitzung des Bau-, Umwelt- und Verkehrsausschusses vorberaten. Zwischenzeitlich erreichte die Verwaltung jedoch ein Antrag der SPD-Fraktion auf eine mögliche Einführung eines 20-Minuten-Takts. Dieser Vorschlag hätte unmittelbare Auswirkungen auf die Entscheidung, die im Stadtrat gefällt würde, erklärte Wernthaler, da der aktuelle Beschluss einen 30-Minuten-Takt vorsehe.

Vergabeverfahren
auf den Weg bringen

Nach rund 20 Minuten Für und Wider war klar: Die Räte betrachteten es als priorisiert, in der Juni-Sitzung des Rates nun das Vergabeverfahren für den Stadtbus auf den Weg zu bringen, also den Tagesordnungspunkt nicht zu vertagen. Denn schlimmstenfalls würden sie sonst ein Jahr Zeit verlieren. Antragsteller Wolfgang Janeczka ruderte für den Moment zurück, betonte aber gleichzeitig, dass die Partei „am Ball“ bleiben werde, da ihr Anliegen durchaus eine Berechtigung besitze.

ÖPNV-Beauftragter Andreas Hiebl fasste die wesentlichen Gesichtspunkte für die an einem durchschnittlichen Werktag rund 2.200 Fahrgäste zusammen. An den Details könne noch geschliffen werden.

Ändern könnte sich demnach der Umfang der Verkehrsleistung (Halbstundentakt), die Vertragslaufzeit mit Vorschlag auf zehn Jahre unter Einbezug von E-Bussen sowie die Frage der entsprechenden Ladestationen sowie der Schülerverkehr und sogenannte „Verstärkerleistungen“.

Zudem sollen der wesentliche Knackpunkt Pünktlichkeit und ein zuverlässiger Anschluss an den Bahnhof Reitmehring für weiterführenden Zugverkehr gewährleistet werden. Dass sich die Aufgabenträgerschaft des Landkreises Rosenheim auf die Stadt Wasserburg überträgt, diese Idee lehnten sowohl die Verwaltung als auch der MVV ab.

Dass der Bus durchs Burgerfeld in Form einer Schleife verkehren sollte, in Richtung Badria wie gewohnt fahren, bei der Rückfahrt jedoch über die Rosenheimer Straße zum Gimpelberg, dieser Vorschlag stieß bei den Räten auf Ablehnung. Die dadurch gewonnene Zeitersparnis von bis zu zwei Minuten überzeugte mehrheitlich nicht, weswegen diese Idee wieder verworfen wurde.

Folgende Punkte jedoch schafften es in den einstimmig verabschiedeten Beschlussvorschlag: Die Laufzeit des Verkehrsvertrages wird auf zehn Jahre vom 10. Dezember 2028 bis 31. Dezember 2038 festgelegt. Am bisherigen Umfang der Verkehrsleistungen (Fahrplanangebot) wird grundsätzlich festgehalten. Der Halbstundentakt soll bis circa 19.30 Uhr verlängert werden.

Dem Verkehrsvertrag wird künftig ein einheitlicher Kilometersatz für alle Leistungen zugrunde gelegt. Mehr- und Minderleistungen müssen im Rahmen der vergaberechtlichen Möglichkeiten realisierbar sein.

Es sollen Möglichkeiten zur Verbesserung der Pünktlichkeit geprüft und zu gegebener Zeit vorgestellt werden. Hierbei könnte womöglich zwischen Werktagen und Samstagen beziehungsweise Sonn- und Feiertagen unterschieden werden. Die Bahnhofstraße kann von diesen Kursen durchfahren werden.

Einig waren sich die Räte, dass der Barverkauf von Tickets durch das Fahrpersonal in den Bussen zum Zeitersparnis vermieden werden soll – soweit rechtlich zulässig.

Zur Anschlusssicherung der am Bahnhof ankommenden Züge werden feste Wartezeiten vorgegeben und im Fahrplan hinterlegt.

Weitere Ortsteile im Umland wie Attel oder Reitmehring-Süd sollen, wenn möglich, entsprechend in Fahrpläne und -takte einbezogen werden.

Auf der Stadtbuslinie werden künftig mindestens zwei E-Busse eingesetzt, die mindestens 65 Prozent der Verkehrsleistungen abdecken sollen. Entsprechende Nachweise sind durch das Verkehrsunternehmen zu führen. Die E-Busse sollen bis spätestens 1. Januar 2031 an den Start gehen. In der Übergangszeit können Dieselbusse gemäß dem „Saubere-Fahrzeuge-Beschaffungs-Gesetz“ eingesetzt werden. Eine frühere Umstellung auf E-Busse wird, ebenso wie der vollständige Einsatz elektrischer Fahrzeuge, bei der Vergabeentscheidung berücksichtigt und entsprechend positiv gewertet.

Für den möglichen Fall einer Bereitstellung der Abstell- und Ladeinfrastruktur durch die Stadt ist ein Nebenangebot abzugeben.

Die Ausstattung der Fahrzeuge hat den gängigen MVV-Standards zu entsprechen.

Eine Klausel zur Weiterreichung von Fördermitteln wird im Verkehrsvertrag verankert.

Maßnahmen für
mehr Pünktlichkeit

Die Aufgabenträgerschaft verbleibt beim Landkreis Rosenheim. Die vertragliche Vereinbarung mit dem Landkreis bezüglich der Kostenübernahme ist neu zu fassen.

Die endgültigen Vergabeunterlagen werden dem Stadtrat vor der Veröffentlichung zur Beschlussfassung vorgelegt.

Die aus Sicht des Stadtrats äußerst wirksamen Maßnahmen zur Pünktlichkeitssteigerung – eine Vorfahrtsregelung entlang der Buslinie sowie die Beseitigung von Autoparkplätzen und eine Ampel an der Kreuzung Ponschabaustraße/Rosenheimer Straße – werden ebenfalls geprüft und vorgestellt.

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