Wasserburg – Ende März beschlossen die Räte nach langer Diskussion um Für und Wider eines Kunstrasens, einen Planungsauftrag für die Errichtung einer Freisportanlage für Breitensport an der Alkorstraße zu erteilen.
Vereine und Dritte sollen dort Fußball spielen können, auf einem möglichst nachhaltigen Kunstrasenfeld mit Flutlichtanlage.
Keine europaweite
Ausschreibung
Bezüglich der Kosten habe der TSV 1880 Wasserburg Bereitschaft signalisiert, als möglicher Bauherr auftreten zu wollen – allerdings erst ab der Leistungsphase fünf. Aus diesem Grund könne von einer europaweiten Ausschreibung (VGV-Verfahren) Abstand genommen werden. Die Stadt Wasserburg könne den Planungsauftrag zunächst für die Leistungsphase drei erteilen, ohne Vergaberechtsverstoß. Dies spare Geld und Zeit, wie Bürgermeister Bastian Wernthaler (parteilos) zum gegenwärtigen Sachverhalt erläuterte.
Dass der Sportplatz dringend notwendig sei und gebraucht werde in der Innstadt, darüber war sich der Stadtrat einig. Dennoch wurde die Befürchtung geäußert, ob sich der hiesige Verein das Projekt auch wirklich leisten könne.
Christian Stadler (Grüne) warf die Frage in den Raum, was passiere, sollte der TSV die Kosten ab der Leistungsphase fünf nicht stemmen können. Schließlich bewege sich der Kostenrahmen bislang im Dunkeln. Er hegte die Sorge, dass die Stadt Wasserburg dann tiefer in den Geldsäckel greifen müsste und die Finanzierung im Worst Case nicht nur bei einer Bezuschussung seitens der Stadt bleiben könnte. Dass der TSV in die Planungen eingebunden werde, sei unstrittig. „Mit diesem Beschluss erfolgt aber noch kein Maßnahmenbeschluss und wir können heute nicht sagen, ob wir uns das Ganze leisten können“, mahnte Stadler an.
Wernthaler erklärte daraufhin nüchtern: „Springt der TSV zu einem späteren Zeitpunkt ab, gibt es womöglich keinen Sportplatz. Bei diesem Beschluss geht es nur darum, das Planungsverfahren zu beschleunigen, weil das VGV-Verfahren wegfiele.“ Stadtkämmerer Robert Mayerhofer ergänzte, die Frage der Finanzierung könne man sich erst stellen, wenn diese Leistungsphase abgeschlossen sein werde. In seinen Augen sei der Wegfall des VGV-Verfahrens schon ein Erfolg.
Sportreferent Willy Atzenberger (CSU) bekräftigte, der TSV stehe als gesamter Verein hinter dem Projekt. Eine Beschleunigung des Verfahrens schätzte er positiv ein. Für die Realisierung wolle der Verein mit Unterstützung von Sponsoren künftig als Bauherr in Erscheinung treten.
Entscheidung
über Trägerschaft
Mit einer Gegenstimme von Christian Flemisch (ÖDP) wurde schließlich beschlossen, die Leistungsphase drei an das Landschaftsarchitekturbüro Harald Held zu vergeben. Erst nach Abschluss der Leistungsphase drei ist eine transparente Entwurfsplanung mit Kostenberechnung und Finanzierungsplan machbar. Zu diesem Zeitpunkt fällt auch die Entscheidung über die Maßnahmenträgerschaft für die Umsetzung, wobei der TSV in die Planungen einbezogen werden soll und als Bauherr erwünscht ist.