Babensham – Die jüngste Sitzung des Babenshamer Gemeinderates hatte in den Haushaltsberatungen für 2026 und der Präsentation der Befragungsergebnisse zum Thema Dorfladen ihre Schwerpunkte.
Zunächst wurde dem Protokoll der Sondersitzung im April, in der es um die Änderung des Flächennutzungsplanes ging, und dem Protokoll der Maisitzung, einstimmig zugestimmt.
Vor der Behandlung der Schwerpunktthemen standen mehrere Bauvorhaben zur Diskussion. So beantragte ein Bauwerber in der Gemarkung Schambach den Neubau eines Einfamilienhauses mit Garage. Da das Vorhaben im Außenbereich liegt, und seitens der Gemeinde keine Bauleitplanung vorgesehen ist, sollte für dieses Vorhaben erstmals in der Gemeinde der sogenannte „Bauturbo“ angewendet werden. Die Maßnahme dient der Schaffung zusätzlichen Wohnraums, die Erschließung ist gesichert. Zudem wurde das Vorhaben bereits mit dem Kreisbaumeister vor Ort besprochen. Der Gemeinderat stimmte dem Antrag auf Vorbescheid ohne Einwände zu.
Abbruch und Errichtung von Einfamilienhaus
Ein weiterer Bauantrag bezog sich ebenfalls auf die Gemarkung Schambach. Die Antragsteller planen den Abbruch eines bestehenden Gebäudes und die Errichtung eines Einfamilienhauses mit Einliegerwohnung mit Terrassen- und Eingangsüberdachung sowie einer Doppelgarage. Da die baurechtlichen Bestimmungen erfüllt sind und die Stellplätze nachgewiesen sind, erfolgte einstimmige Zustimmung seitens der Gemeinderäte.
Derselbe Antragsteller bat um Genehmigung zur Neuerrichtung einer land- und forstwirtschaftlich genutzten Maschinen- und Lagerhalle. Auch hierzu wurde das gemeindliche Einvernehmen erteilt.
In der Gemarkung Loibersdorf beantragt ein Landwirt die Errichtung eines Grünstrom-Batteriespeichers inklusive Anschlussraum. Der Batteriespeicher ist ein Würfel mit rund 3,5 Metern Kantenlänge und wiegt etwa neun Tonnen. Seitens der Gemeinde wird dem Vorhaben zugestimmt, allerdings wird über das Landratsamt noch geklärt, inwieweit derartige Vorhaben, die möglicherweise in Zukunft gehäufter auftreten, einer Genehmigung als privilegiertes Bauvorhaben bedürfen, oder ob eine andere Rechtsgrundlage heranzuziehen ist.
Die Nachhaltigkeitsbeauftragte Isabella Eicher stellte die Ergebnisse der Umfrage „Ein Dorfladen für Babensham?“ vor. Die Umfrage wurde über die Aprilausgabe des Gemeindemitteilungsblattes verbreitet. Aus den bislang über 130 Rückmeldungen konnten wertvolle Erkenntnisse gewonnen werden, die für die weiteren Planungen eine gute Hilfestellung liefern.
Die abgegebenen Antwortbögen wurden dabei erwartungsgemäß hauptsächlich von der Altersgruppe der 50- bis 70-Jährigen ausgefüllt. Und es waren vorrangig Zwei-Personen-Haushalte und Familien, die sich die Mühe machten, den Fragebogen zu bearbeiten.
Metzgerei
gewünscht
So äußerten 81 Prozent der Teilnehmer den Wunsch, wieder eine Metzgerei im Raum Babensham vorzufinden. Knapp dahinter rangierte mit 76 Prozent das Interesse am Angebot regionaler Produkte. Naturgemäß ist die Nachfrage nach frischen Backwaren mit fast 60 Prozent ebenfalls sehr hoch. Bezüglich des Sortimentsangebotes rangieren Obst, Gemüse und Molkereiprodukte mit jeweils knapp 70 Prozent am oberen Ende der Bedürfnisskala.
Aus der Umfrage ging weiterhin hervor, dass über 90 Prozent der Befragungsteilnehmer den Dorfladen für spontane Einkäufe, vorzugsweise am Vormittag, nutzen würden. Es bestehe auch durchaus die Bereitschaft, sollte ein Dorfladen mit einem genossenschaftlichen Konzept entstehen, sich mit einer Einlage zu beteiligen und damit eine finanzielle Basis zu schaffen. Die Frage, ob es wichtig wäre, ein Tagescafé anzubieten, wurde eher unentschieden beantwortet. Interessant war auch das Ergebnis, wonach sich fast 50 Personen vorstellen können, entweder ehrenamtlich, in Festanstellung oder in einem Minijob im Dorfladen mitzuarbeiten. Hierzu nannten immerhin elf Personen ihren Namen, eine Angabe, die freiwillig möglich war.
Nachdem von der Mehrzahl der Befragten eine gute Parkplatzsituation gewünscht wird, kristallisiert sich die Erkenntnis heraus, dass der bisher angedachte Standort in der Raiffeisenstraße nicht in die engere Auswahl kommen sollte. Vielmehr erscheinen nun die im „Fiedlergebäude“ bestehenden und früher von der „SchuMi“ genutzten und derzeit teils leer stehenden Räume geeigneter und auch von der Größe her ideal, um das Projekt Dorfladen mit Leben zu füllen. Seitens der Gemeinde wurde hier die Bereitschaft signalisiert, das Areal, insbesondere im Eingangsbereich, gegebenenfalls umzugestalten.
Das zweite Schwerpunktthema der Sitzung, der Haushalt nebst Finanzplanung für die nächsten Jahre, startete mit einer Präsentation des Kämmerers Thomas Gandl. Zur Einstimmung auf das umfangreiche Zahlenwerk berichtete Bürgermeister Martin Kubiczek von einer kürzlichen Protestversammlung der Landkreisbürgermeister vor dem Rosenheimer Landratsamt. Es ging dabei darum, die stark steigenden Belastungen und Anforderungen der Kommunen, gepaart mit fehlender finanzieller Unterstützung seitens des Bundes, zu monieren.
Für die Gemeinde Babensham bedeutet dies, dass sich auch die Babenshamer Bürger auf ungünstigere Rahmenbedingungen einstellen müssen, und die Gemeinderäte gefordert sind, bei den anstehenden Aufgaben möglichst pragmatische Lösungen zu entwickeln.
Der Haushalt für das Jahr 2026 umfasst im Verwaltungshaushalt ein Volumen von 8,46 Millionen Euro, das sind 15.000 Euro weniger als im Vorjahr. Der Vermögenshaushalt beläuft sich auf 4,17 Millionen Euro (4,45 Millionen Euro in 2025).
Kreisumlage
belastet
Der Grund für den Rückgang liegt darin begründet, als die große Einnahmeposition der Schlüsselzuweisungen um rund 300.000 Euro gegenüber dem Vorjahr sank, wogegen der große Ausgabeposten Kreisumlage um über 352.000 Euro höher als im Vorjahr das Budget belastete.
Wenngleich der Anteil der Zuschüsse für Kindergarten und Krippe gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 145.000 Euro umfasst, und der Einkommensteueranteil um 90.000 Euro auf 2,45 Millionen Euro stieg, so waren die Gewerbesteuereinnahmen um 50.000 Euro gegenüber 2025 rückläufig.
Die deutlichste Ausgabenerhöhung hatte die Gemeinde bei der schon erwähnten Kreisumlage zu verschmerzen. Deutliche Ausgabensteigerungen verursachten die Personalausgaben mit einem Plus von 105.000 Euro, die Schulverbandsumlage (plus 105.000 Euro) und der um 110.000 Euro höhere Personalkostenzuschuss für Kindergarten und Krippe.
Dennoch ergibt sich in der Gesamtbetrachtung eine positive Entwicklung der Steuer- und der Umlagekraft.
Künftig niedrigere
Beiträge für Rücklage
Allerdings sinkt aus den schon erwähnten Gründen die Zuführung aus dem Verwaltungshaushalt in den Vermögenshaushalt deutlich von knapp 1,2 Millionen Euro im Vorjahr auf rund 316.000 Euro. Für die Jahre 2027 und folgende wird wieder eine leichte Erhöhung erwartet.
Insgesamt wird sich die Gemeinde darauf einstellen müssen, künftig niedrigere Beträge in die Rücklage einstellen zu können, als dies in den letzten Jahren der Fall war.
Da für 2026 keine neuen Kreditaufnahmen vorgesehen sind, und der Schuldenstand durch Tilgungen auf 2,7 Millionen Euro gesenkt wurde, ergibt sich eine Pro- Kopf-Verschuldung von 711 Euro, die sich weit unterhalb des bayerischen Durchschnittes in Höhe von rund 1.700 Euro bewegt.
Als größte finanzielle Herausforderung für die Gemeinde in den nächsten Jahren beschrieb Martin Kubiczek den Bau der Arztpraxis mit Wohnungen, es werden hierfür Ausgaben in Höhe von zwei Millionen Euro veranschlagt.
Eine weitere Ausgabe ist der Breitbandausbau mit 2,7 Millionen Euro, der allerdings mit rund 90 Prozent bezuschusst wird. Aufwendungen zur Erweiterung des Feuerwehrhauses Titlmoos und die Anschaffung eines neuen Fahrzeuges für die Titlmooser Wehr sind ebenso erwähnenswert wie der Erwerb von Grundstücken und baulichen Anlagen für rund zwei Millionen Euro.
Im Ergebnis stimmte der Gemeinderat der Haushaltssatzung und dem Haushaltsplan einstimmig zu. Der Stellenplan sowie der Finanzplan und das Investitionsprogramm 2025 bis 2029 wurden ebenfalls einstimmig genehmigt.
Zuschuss für
Pflasterarbeiten
Der TSV Babensham beantragte für die durchgeführten Pflasterarbeiten am Beachvolleyballplatz am Sportgelände einen Zuschuss. Die Arbeiten wurden weitgehend in Eigenregie durchgeführt. Nachdem der Platz von jedermann genutzt werden kann, beschloss der Gemeinderat, die Maßnahme mit 2.500 Euro und damit einem Drittel der Kosten zu bezuschussen.
Ebenfalls vom TSV wurde ein Zuschuss zur Beschäftigung einer Reinigungskraft für das Sportheim am Sportplatz beantragt. Nachdem die Toiletten auch außerhalb der Spiel- und Trainingszeiten benutzt werden, leistet die Gemeinde Babensham eine Zahlung in Höhe von 1.000 Euro.
Zum Ende der Sitzung berichtete Bürgermeister Kubiczek noch über eine Mitteilung des Straßenbauamtes Rosenheim, wonach die Staatsstraße 2092 Babensham-Irlham in der Zeit vom 17. August bis zum 13. November nun im nächsten Bauabschnitt ab der Abzweigung nach Schambach bis kurz vor dem Weiler Pertlsham erneuert wird.
Arbeiten
bei kompletter Sperrung
Die Arbeiten finden unter Vollsperrung statt, mit entsprechenden Auswirkungen, wie Umleitung, Änderungen bei der Müllabfuhr und dem Schulbusbetrieb.
Seitens der Gemeinde herrschte in diesem Zusammenhang Unverständnis über die kurzfristige Bekanntmachung bzw. sehr kurzfristige Möglichkeit zur Stellungnahme.