Mühldorf/Wasserburg – Sommerzeit ist Baustellenzeit auf Straßen und Schienen. Die nächste Sperrung droht Bahnfahrern, die zwischen Mühldorf und Rosenheim pendeln. Grund dafür sind umfangreiche Gleis- und Infrastrukturarbeiten. Sie starten am Freitag, 3. Juli, und sollen bis 24. August abgeschlossen sein.
20 Kilometer Gleise
werden erneuert
Entlang der Strecke Mühldorf–Rosenheim modernisiert die Deutsche Bahn (DB) in diesem Zeitraum die Schieneninfrastruktur im Bereich zwischen Wasserburg und Rosenheim. „Während der rund siebenwöchigen Sperrung werden umfangreiche Arbeiten durchgeführt, um die Qualität, Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit der Strecke langfristig zu verbessern“, teilt Bahn-Sprecherin Inge Miethaner mit.
Diese Arbeiten sollen während der Vollsperrung erledigt werden: Erneuerung des Streckengleises auf einer Länge von rund 20 Kilometern einschließlich abschnittsweiser Verbesserung des Untergrunds; Erneuerung von zwei Weichen im Bahnhof Rott; Arbeiten an insgesamt 17 Bahnübergängen entlang der Strecke; Erneuerung von Entwässerungsanlagen entlang der Strecke; umfangreiche Instandhaltungsarbeiten an Brücken und Entwässerungsanlagen.
„Im Zuge der Bauarbeiten müssen mehrere Bahnübergänge entlang der Strecke zeitweise oder dauerhaft für den Straßenverkehr gesperrt werden“, so die Sprecherin weiter. „Für die betroffenen Bereiche werden entsprechende Umleitungen eingerichtet.“
Betroffen sind mehrere Bahnübergänge: „Umlaufsperre“, Gemeinde Schechen, Fußweg Oberfeldstraße; „Höchstätt“, Gemeinde Schechen, Innstraße; „Ramerberg“, Gemeinde Ramerberg, RO43; „Umlaufsperre“, Gemeinde Ramerberg, Fußweg; „Roßhart“, Gemeinde Edling, Roßharter Straße; „Au“, Gemeinde Edling, Feldweg und „Viehhausen“, Stadt Wasserburg. Weil die Sperrung samt Bauarbeiten, Umleitungen und Schienenersatzverkehr für Bahnreisende, Anwohner und Verkehrsteilnehmer mit einigen Unannehmlichkeiten verbunden ist, bittet die Südostbayernbahn um Verständnis. „Alle Fahrgäste sollten sich vor Fahrtantritt über ihre Zugverbindung informieren“, rät die Bahn.
Sämtliche aktuellen Informationen und Fahrplandaten seien in der DB-Reiseauskunft, über die App DB Navigator sowie auf den Kanälen der Südostbayernbahn verfügbar.
Fragen zum Bauvorhaben beantwortet die DB RegioNetz Infrastruktur GmbH, Südostbayernbahn-Kundendialog. Zu erreichen unter Telefon 08631/609333 (Montag bis Donnerstag von 9 bis 16 Uhr, Freitag von 9 bis 14 Uhr) oder per E-Mail an sob-kundendialog@deutschebahn.com.
Regelmäßig kritisch sieht der Fahrgastverband „Pro Bahn“ die Qualität des von der Deutschen Bahn angebotenen Schienenersatzverkehrs. Die eingesetzten Busse böten häufig deutlich weniger Kapazität und Komfort als die ersetzten Züge, so der Verband in diversen Stellungnahmen zu längeren Zugstrecken-Sperrungen.
Betroffen seien vor allem Familien mit Kinderwagen, Reisende mit größerem Gepäck, Menschen mit Mobilitätseinschränkungen sowie Rollstuhlfahrende und Reisende, die bei der Südostbayernbahn ihr Fahrrad kostenlos mitnehmen können, was in den Ersatzbussen meist nicht angeboten werde.
Die Bahn-Sprecherin bestätigt auf Nachfrage der OVB-Heimatzeitungen das Problem mit den Fahrrädern: „Die Mitnahme von Fahrrädern ist in den Bussen des Schienenersatzverkehrs nur im Rahmen der verfügbaren Kapazitäten möglich“.
Fahrradmitnahme
nur begrenzt möglich
Es kommen auf der Strecke Gelenkbusse zum Einsatz, die Platz für Kinderwagen und größeres Gepäck bieten. E-Bikes und E-Roller können nicht befördert werden.
Warum die Streckensperre noch während der Schulzeit und in der sommerlichen Hauptausflugszeit stattfinden muss, begründet die Bahn so: „Im Rahmen der Baumaßnahme werden die Gleise erneuert. Für die Umsetzung der Arbeiten sind wir auf die Verfügbarkeit entsprechender Ressourcen bei Zulieferern und Baufirmen angewiesen. Der Zeitpunkt der Maßnahme orientiert sich daher daran, wann die hierfür erforderlichen Kapazitäten zur Verfügung stehen.“