Wasserburg – „Kamera Set. Und bitte“, ertönt es aus dem Archiv im Wasserburger Rathaus. Vier Schauspieler gehen die Treppe hinunter und betreten das Archiv. Auf sie gerichtet ist die eine Kamera, über ihnen hängt ein Mikrofon an der Angel und Lampen sorgen für die richtige Stimmung. Regisseur und Drehbuchautor Florian Schmitt beobachtet die Szene von einem separaten Bildschirm aus.
20 Personen
beteiligt
An diesen heißen Tagen im Juni ist viel los im Wasserburger Stadtarchiv. Denn dort finden die Dreharbeiten für den Kurzfilm „Flüstern im Nebel“ statt. Es soll ein Film „von Wasserburg für Wasserburg“ werden, erklärte Schmitt gegenüber unserer Zeitung schon im April. Die Handlung soll an Orten spielen, die sonst nicht so viel Aufmerksamkeit bekämen, wie das Stadtarchiv.
An der Produktion insgesamt beteiligt sind laut Schmitt rund 20 Personen. Darunter auch Kameramann Markus Beham aus Amerang. Er ist mit seinem fünfköpfigen Team für die technische Umsetzung der Szenen verantwortlich. Dabei orientiere er sich an einer Shotlist und dem Drehplan, erklärt Beham. Für jede Szene hat der Ameranger die nötigen Perspektiven ausgearbeitet. Nun werden diese Schritt für Schritt abgearbeitet.
Beham und Schmitt arbeiten laut eigenen Angaben mit einem vergleichsweise kleinen Team für dieses Herzensprojekt. Die Handlung des Kurzfilms dreht sich um die Hauptfigur Anna (gespielt von Eva Gotschaller), die sich auf die Spuren ihrer Ahnen begibt. Begleitet wird sie dabei von ihrer besten Freundin Doris (Sushila Sara Mai) und ihrem Freund Sebastian (Tobias Herrmann). Herrmann ist für die Dreharbeiten extra aus Berlin angereist und ist zum ersten Mal in Wasserburg, erzählt er während einer kurzen Umbaupause. Der 45-Jährige hat schon am Theater und bei verschiedenen TV-Produktionen geschauspielert und ist über eine Bekannte an Florian Schmitt vermittelt worden. Von der Innstadt ist Herrmann begeistert und auch vom ganzen Film-Team. „Es fühlt sich so an, als würden wir uns schon lange kennen“, sagt er am ersten Drehtag.
Fünf Tage
Dreharbeiten
Das sei nicht bei allen Produktionen der Fall, weiß er aus Erfahrung. Fünf Tage lang sollen die Dreharbeiten in Wasserburg dauern. Ein weiterer Tag ist für Oktober angesetzt. Die Arbeit ist auch angesichts der hohen Temperaturen von rund 30 Grad keine leichte Aufgabe. Insbesondere auch, weil der Film im Herbst spielt und die Kostüme dementsprechend an die Jahreszeit angepasst sind. Während das Team hinter der Kamera in kurzen Hosen und T-Shirt arbeiten kann, trägt Eva Gotschaller Stiefel, eine Strumpfhose und eine Lederjacke. Am Ende soll aus den ganzen Szenen ein 30 Minuten langer Film entstehen, den Schmitt ab Frühjahr/Sommer 2027 bei Festivals einreichen will. Für Wasserburg soll es eine Extraversion geben, die etwas länger sei. Finanziert wird der Film, der rund 10.000 Euro kostet, zum Großteil von Schmitt selbst und durch das Entgegenkommen vieler Beteiligter, erklärt der 44-Jährige. 2.000 Euro habe das Heimatministerium beigesteuert, da es sich bei „Flüstern im Nebel“ um einen Film auf Bayerisch handle.