Babensham – Die Nacht über hatte der hölzerne Mast noch geglimmt. Die Anwohner, darunter auch Feuerwehr-Kommandant Mathias Götzberger selbst, starteten ganz normal in den Tag. Bis ihnen auffiel: Hier riecht es verdächtig nach Rauch. In der Nacht hatte bei dem Gewitter der Blitz in den Strommast im Weiler Nemeden bei Babensham eingeschlagen. Die Restglut hatte dann dafür gesorgt, dass der Mast in Brand geriet. Gegen 10 Uhr rückten die Feuerwehren Babensham und Schambach am Dienstag (30. Juni) aus. Die Polizei Wasserburg wurde ebenfalls alarmiert. Die Bewohner der umliegenden Häuser blieben in den nächsten Stunden erst einmal ohne Strom.
Denn: Die Bayernwerke mussten den Strom abstellen. „Sonst hätten wir nicht löschen können“, erklärt Josef Latein, Zweiter Kommandant der Feuerwehr Schambach. Eile war geboten. Denn es hätte nicht mehr lange gedauert, bis die Stromleitungen von dem brennenden Mast auf den Boden gefallen wären. Doch die Feuerwehrleute reagierten schnell, und brachten die Flammen rasch unter Kontrolle. Damit war die Arbeit allerdings noch nicht erledigt. Die Bayernwerke machten sich nun daran, den abgebrannten Strommast auszutauschen. Das nahm noch einige Zeit in Anspruch. Bis die Menschen in dem Gebiet wieder Strom hatten, dauerte es bis in den Nachmittag. Betroffen von dem Stromausfall waren auch die Kräfte der örtlichen Feuerwehr selbst. „Wir haben kein Netz“, erklärte Matthias Götzberger, Erster Kommandant der Feuerwehr Schambach, am Mittag. Per Handy war er nicht mehr zu erreichen. „Wir kommen auch nicht ins Internet“, erklärte Götzberger, Anwohner von Nemeden. Bis etwa 14 Uhr hielt die Störung an. Dann hatte der Stromanbieter sichergestellt, dass in den betroffenen Häusern wieder Elektrizität verfügbar war.
Einsatzkräfte und Nachbarn sind froh, dass nicht mehr passiert ist. „Dass der Blitz eingeschlagen hat, haben wir in der Nacht noch gehört“, sagt Latein. Die Folgen zeigten sich dann am nächsten Vormittag. Nachbarn blickten mit Sorge auf die trockene Wiese rund um den Strommast. Vor dem Gewitter gestern Nacht hatte es wochenlang nicht geregnet. Die Anwohner hofften inständig, dass das Feuer vom Mast nicht auf das Gras überschlägt. Das konnten die Einsatzkräfte der Feuerwehr jedoch rechtzeitig verhindern. Der Vorfall zeigt aber: Ein Unwetter sorgt nicht immer nur unmittelbar für Schäden. Es kann die Einsatzkräfte auch noch am nächsten Tag auf den Plan rufen. Katharina Brumbauer