Wasserburg – Im November übernahm Michi Deml das „El Paso“ von Amir und Edin Bajric und hat sich mit dem Sprung in die Selbstständigkeit seinen Traum verwirklicht. „Nach acht Monaten aber fragten die Leute immer noch nach den beiden Vorbesitzern, weil ich das Lokal im laufenden Betrieb unter dem gängigen Namen übernommen hatte. Es war an der Zeit, einen komplett neuen Look zu kreieren. Die Location soll meine Handschrift tragen und einen gewissen Wiedererkennungswert haben“, erklärt der junge Gastronom die Veränderung.
Freundlicher
und heller
Renovierung, Umbau, neuer Name, überarbeitetes Konzept: In „Michi‘s Genussbar“ soll der Name Programm werden, so die Intention. „Die Website wird aktuell noch neu aufgesetzt. Die Speisenkarte haben wir komplett gewandelt, es gibt keine Tapas mehr, keine Pinsas oder Bowls. Wir wollten weg vom Mexican-Style mit Fingerfood, überbackenen Nachos und Chicken Wings. Das ist auch der Grund, weshalb die Totenköpfe an den Wänden im Lokal im Rahmen der Umbauarbeiten verschwunden sind. Es soll insgesamt alles ein wenig freundlicher und heller wirken.“
Michi Deml möchte sich als leidenschaftlicher Koch mehr entfalten und ausprobieren: So soll die Standard-Karte alle acht Wochen einen bunten Mix an wechselnden Gerichten bieten und eine Special-Karte alle vier Wochen mit neuen Schmankerln auffahren. Von Penne Arrabiata über Backhendl mit Coleslaw, von Beef Tatar bis Safran-Risotto ist für jeden Geschmack in künftig international aufgezogener Küche etwas dabei. Die Burger-Karte wurde bewusst verkleinert, die veganen und vegetarischen Varianten bleiben erhalten. Was zudem bleibt, ist die Aperitif- und Cocktailauswahl, ebenso mit Special Drinks. Dafür gibt es nur mehr eine Bar direkt an der Küche. Künftig möchte Michi Deml auch einen mobilen Catering-Service anbieten für Festivitäten jeglicher Art. Auch Veranstaltungen und Events in den Räumlichkeiten sind geplant. Für geschlossene Gesellschaften wie Geburtstage, Taufen oder Hochzeiten können die Räume von „Michi‘s Genussbar“ auch teil- oder komplett gemietet werden.
Und wie wird‘s aufgenommen? „Die Leute waren zwar überrascht über den neuen Look, aber positiv eingestellt, und die neue Speisenkarte wurde bislang gut angenommen. Die bunten Gerichte sorgten bei dem ein oder anderen sogar für einen Wow-Effekt“, freut sich Michi Deml.
Kritische Stimmen gebe es natürlich immer, und der ein oder andere werde dem ursprünglichen „El Paso“, wie man es über die Jahre kannte und schätzte, sicherlich nachtrauern. Schließlich besaß die Bar eine lange Vorgeschichte in der Altstadt.
Neues Leben im
Herzen Wasserburgs
Doch dem neuen Pächter war es ein Anliegen, zu zeigen, dass das „El Paso“ mit seinem „Tex-Mex“-Charakter nun endgültig der Geschichte angehört und mit „Michi‘s Genussbar“ neues Leben in die Räumlichkeiten im Herzen Wasserburgs einzieht. Der Ursprung der eigentlichen Bar habe dabei freilich immer noch Bestand.
Michi Deml, der das Lokal zusammen mit seiner Freundin Caro Neff führt, ist positiv gestimmt: „Wir möchten in Zukunft ein bisserl mehr Leben in die Schustergasse bringen und ich habe noch viele Ideen, die in die Tat umgesetzt werden wollen. Die ersten Schritte sind getan, aber es geht immer noch ein bisserl mehr.“
Wirtshäuser und Restaurants in Bayern hegen eine lange Tradition. Sie dienen nicht nur als kulinarischer Ort des Genusses, sondern sind auch Versammlungsstätten für sozialen und kulturellen Austausch. Dass diese Möglichkeit des besonderen Treffpunkts für Kommunikation und Emotion erhalten bleibt, dafür setzt sich der „Bayerische Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA Bayern“ ein. Beim „GastroFrühling“ auf dem Frühlingsfest auf der Münchner Theresienwiese kamen Mitglieder des Verbands aus Hotellerie und Gastronomie mit der Politik zum Austausch zusammen.
Der Tenor: Entschlossenheit signalisieren und ein fester Wille, auch in schwierigen Zeiten zusammenzustehen. So sei laut DEHOGA Bayern-Präsidentin Angela Inselkammer die dauerhafte Rückkehr zu sieben Prozent Mehrwertsteuer eine „Rettungsweste, die uns über Wasser hält“.
Mitarbeitermangel
trifft Gastgewerbe hart
Gleichzeitig prangerte sie den Mitarbeitermangel an, der das Gastgewerbe besonders hart treffe, und forderte bessere Rahmenbedingungen für Ausbildung und Mitarbeitergewinnung, und sprach sich dafür aus, dass Arbeit sich wieder stärker lohnen müsse.