Sparen beim Kinderhaus-Neubau

von Redaktion

Der Gemeinderat in Schnaitsee hat über Einsparungen beim geplanten Neubau des Kinderhauses beraten. In seiner jüngsten Sitzung diskutierte das Gremium, an welchen Stellen bei dem rund 7,65 Millionen Euro teuren Projekt Kosten reduziert werden können.

Schnaitsee – Die Kinderbetreuung und das geplante neue Kinderhaus bleiben bestimmende Themen im Schnaitseer Gemeinderat. Erst Anfang Juni hatte das Gremium die detaillierte Kostenberechnung für das anstehende Mammutprojekt genehmigt. Rund 7,65 Millionen Euro wurden für die hochmoderne, eigenständige Betreuungseinrichtung westlich der Turnhalle veranschlagt – eine notwendige Investition, um den steigenden Kinderzahlen und dem ab dem Schuljahr 2026/2027 stufenweise greifenden Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung gerecht zu werden.

Doch trotz der Feststellung, dass man damit unter dem bayerischen BKI-Mittelwert liege, ist die Gemeinde angehalten, verantwortungsvoll mit den Finanzen umzugehen. In der jüngsten öffentlichen Sitzung am 29. Juni stand daher die Beschlussfassung über mögliche Einsparpotenziale im Fokus.

Um finanzielle Spielräume optimal zu nutzen, waren die Planer im Nachgang der letzten Sitzungen beauftragt worden, die Gewerke und Kostengruppen nach Einsparmöglichkeiten zu durchforsten. Die berechneten Bruttobeträge ergeben sich aus Erfahrungswerten von anderen Projekten, welche die Planer betreuen.

Verzicht auf
Dachüberstand abgelehnt

Sie wurden in der Gemeinderatssitzung am vergangenen Montagabend diskutiert.

Eine Möglichkeit war der Verzicht auf den geplanten Dachüberstand, der eine Minderung von 29.606,01 Euro eingebracht hätte. Da hier allerdings das Vordach für alle Gebäudeseiten betroffen und bereits in der vorangegangenen Legislaturperiode ein Beschluss gefallen ist, hat das Gremium den Vorschlag abgelehnt. Stattdessen einigte man sich darauf, lediglich auf die Verschalung der Dachunterschicht zu verzichten, was eine Einsparung von 10.579,10 Euro einbringt.

Konsequenter zeigten sich die Räte bei der Fassadengestaltung und den Fenstern: Der Verzicht auf die Holzverschalung der Fassaden zugunsten einer reinen Putzfassade spart 12.852,00 Euro. Den größten Einzelposten in diesem Bereich macht der Wechsel bei den Fenstern aus: Durch die Entscheidung für hochwertige Kunststofffenster anstelle von Holz-Alu-Fenstern sinken die Kosten um stolze 42.483,00 Euro, wobei die Verwaltung betonte, dass moderne Kunststofffenster zwar etwas höhere Unterhaltskosten, aber dennoch eine solide Wirtschaftlichkeit aufweisen.

Josef Oberleitner (CSU) brachte hier den Vorschlag, die Kunststofffenster mit einer Holzoptik zu versehen. Dem schlossen sich weitere Räte an. Bürgermeister Schmidinger (CSU) erklärte, dass man diese Möglichkeit bei der Ausschreibung einbeziehen kann. Außerdem betonte er, dass auch beim Kunststoff auf eine vergleichbare Qualität geachtet wird. Ebenso im Bereich der technischen Anlagen und der Ausstattung wurde der Rotstift angesetzt. Bei der Beleuchtung lagen dem Gemeinderat zwei Alternativen vor. Die Räte entschieden sich für die vom Planer empfohlene „Version 5“. Durch den Einsatz von 20 zusätzlichen Leuchten des Typs „Flat Polymero R“ ergibt sich dank günstigerer Stückpreise dennoch eine Netto-Ersparnis von 41.340,60 Euro. Die Stückkosten betragen dabei 280,72 Euro. Diese beinhalten auch die Montage.

Bei der Zugangskontrolle wurde ebenfalls zugestimmt, die Menge der Profilzylinder von den ursprünglich geplanten 53 auf circa 25 zu reduzieren, da nicht für jede Tür ein eigener Zylinder benötigt wird. Dies minimiert die Kosten um weitere 19.992,00 Euro.

Auch bei Außenanlagen kann gespart werden

Schließlich waren die Außenanlagen Thema. Hier sollen unter anderem das geplante Sitzpodest sowie der Baum auf der Ostseite des Horts entfallen. Diese Umplanung und Verringerung der Pflasterfläche um rund 16 Quadratmeter entlastet die Gemeindekasse um 18.183,20 Euro. Hierzu meldete sich Johannes Scheitzeneder (UI) zu Wort. Er sprach sich für den Baum aus, und schlug vor, die Gemeinde solle den Baum pflanzen. Außerdem könne man eine örtliche Firma anfragen, ob sie eine Bank stiften würde. Schmidinger antwortete, dass diese Maßnahme auch noch nachträglich erfolgen kann. Das Gremium entschied sich erst mal für den Verzicht. Zusätzlich stimmten die Mitglieder dafür, den Bodendecker der Böschung Süd beizubehalten, anstatt eine Blühwiese anzulegen. Hier waren Faktoren wie Allergien, Naturschutz und die Pflege ausschlaggebend.

Aufgrund dieser Entscheidungen treffen die von den Planern berechneten Einsparungen in Höhe von über 69.000 Euro nicht mehr zu. Somit müssen die Honorare der Planer nun auf Basis der tatsächlich beschlossenen Einsparungen neu aufgerollt und nachkalkuliert werden.

Weil genau solche Abstimmungen viel Zeit in Anspruch nehmen, kam in der Sitzung am Montagabend auch wieder die Idee auf, einen separaten Arbeitskreis für das Kinderhaus zu bilden. Bürgermeister Schmidinger befürwortete den Vorschlag. In der Juli-Sitzung soll ein Beschluss dazu gefasst und bei Zustimmung der Ausschuss gebildet werden. Die Gemeinderäte sollen sich bis dahin überlegen, wer diesem kleinen Gremium beitreten soll.

Artikel 1 von 11