Bahn Braunau-Simbach soll grenzüberschreitend bleiben

von Redaktion

Unterstützung aus Wien – Österreich rettet Bahnverbindung vor dem Aus

Mühldorf – Ein drohender bahntechnischer „Schildbürgerstreich“ an der österreichisch-deutschen Grenze kann abgewendet werden: Die grenzüberschreitende Bahnverbindung zwischen Braunau und Simbach soll gesichert werden. Der österreichische Verkehrsminister Peter Hanke hat in einem Schreiben an den Obmann des Europa Netzwerks Schiene (ENS), Walter Göbl, zugesichert, dass die Republik Österreich gemeinsam mit den deutschen Behörden eine Lösung finden wird.

Hintergrund der Intervention ist das ungleiche Ausbautempo der beiden Nachbarstaaten. Während Österreich den Schienenverkehr über Ried im Innkreis bis nach Braunau zügig modernisiert, hinkt die deutsche Seite hinterher. Die österreichische Innkreisbahn wird planmäßig Ende 2029 voll elektrifiziert in Betrieb genommen.

Da die deutschen Planungen für die Elektrifizierung zwischen Mühldorf und Simbach jedoch nach wie vor auf Eis liegen, drohte ab Ende 2029 eine technologische Elektrifizierungslücke direkt auf der Staatsgrenze. Ohne ein Eingreifen bedeutet dies das Aus für den durchgehenden, grenzüberschreitenden Bahnverkehr.

Verkehrsminister Peter Hanke betonte in seiner Antwort das klare Ziel der österreichischen Regierung: „Wir wollen Verschlechterungen für die Pendler/innen auf dieser Relation abwenden.“

Neben der Suche nach einer schnellen Übergangslösung für den Grenzabschnitt versicherte das Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur, sich bei den deutschen Partnern vehement für die Elektrifizierung bis Mühldorf einzusetzen. Um den Druck hochzuhalten, hat das ENS eine strategische Kooperation mit dem Stadtverein Simbach geschlossen. Die Schienenaktivisten richten den Blick dabei auch auf das übergeordnete Großprojekt ABS 38 (Ausbaustrecke München–Mühldorf–Freilassing).

„Wir werden hier nicht nachlassen“, erklärt ENS-Obmann Walter Göbl. Er fordert den raschen Baubeginn des in einigen Wochen ersten baureifen Streckenabschnitts 1.4 bei Dorfen. Er stellt klar: „Ohne konkrete Fortschritte zwischen Ampfing und Markt Schwaben bleibt die Sicherung des grenzüberschreitenden Bahnverkehrs zwischen Simbach und Braunau nur ein wichtiger, aber kleiner Erfolg.“

Das Europa Netzwerk Schiene (ENS) setzt sich grenzüberschreitend für den Erhalt, den Ausbau und die Modernisierung der Schieneninfrastruktur ein, um nachhaltige Mobilität für Pendler und Wirtschaft zu sichern. Es besteht aus den Bezirksverbänden der Europa-Union Oberbayern und Niederbayern sowie den Kreisverbänden Mühldorf und Altötting.

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