Schechen – Die Erweiterung der Betreuungszeiten während der Schulzeit ist aktuell in Vorbereitung, wie die Gemeindeverwaltung in der vergangenen Sitzung des Gemeinderates mitteilte. Doch der Betreuungsanspruch gilt auch in den Ferien. Pro Kalenderjahr dürfen künftig nur noch maximal 20 Schließtage während der Ferienzeiten festgelegt werden. Das bedeutet für die Gemeinde: Auch in den Ferien muss eine Betreuung der Kinder über acht Stunden pro Werktag gewährleistet sein.
„MiNa“ braucht Hilfe
– und bekommt sie
„Das Thema bewegt uns schon lange“, so Bürgermeister Stefan Adam (CSU). In der Vergangenheit habe man mit der Mittags- und Nachmittagsbetreuung „MiNa“ bereits eine gute Ganztagsbetreuung während der Schulzeiten auf die Beine gestellt. Gestartet mit wenigen Helfern, sei die „MiNa“ nun eine komplette Einrichtung mit Fachpersonal, die rund 80 Kinder betreut. Die Ferien könne man allerdings nicht abdecken, da die „MiNa“ großteils von Mitarbeitern betrieben wird, die selbst Kinder haben und in den Ferien nicht den ganzen Tag arbeiten können. Daher habe man sich entschieden, hier einen Partner zu engagieren.
Mit der Gesellschaft zur Förderung beruflicher und sozialer Integration (gfi) aus Rosenheim wurde man fündig. Vertreter dieser GmbH haben das Konzept in der Sitzung vorgestellt. Die Standortleiterin der gfi Alpenvorland, Christine Weber, erklärte die Eckpunkte des Unternehmens.
Einer der Schwerpunkte sei die Kinderbetreuung. Das Angebot der Ferienbetreuung werde gerade mit den Gemeinden zusammen entwickelt. Edona Gaschi erklärte die soziale und freizeitpädagogische Zielrichtung der gfi. Es gehe darum, „mit Spaß etwas zu lernen“, sagte sie. Alle Aktivitäten seien drinnen und draußen möglich, wobei man darauf achte, möglichst viel an der frischen Luft umzusetzen. Frühstück, Mittagessen, Bewegung und Freizeit gehörten ebenfalls dazu.
Cornelia Graf hatte Zahlen der gfi dabei. Sie erklärte, dass man acht Stunden an fünf Tagen die Woche anbiete. Der Betreuungsschlüssel liege bei zwei Fachkräften pro zwölf Kinder. Der Gruppenpreis betrage pro Woche rund 4.000 Euro, es werde aber pro Gruppe günstiger. Bei drei Gruppen liege der Preis bei fünf Euro pro Stunde pro Kind. Frühstück sowie Getränke und Obst und Materialien seien inklusive, Mittagessen oder Kosten für Ausflüge, Bus- oder Bahnfahrten kommen obendrauf.
Der Gemeinderat hatte Gesprächsbedarf. Maria Ganslmaier-Hainzl (Parteifreie Bürger Schechen) erkundigte sich nach der Planung und Anmeldung. Adam erklärte, dass man für die kommenden Herbst- und Weihnachtsferien noch die möglichen Schließzeiten nutzen werde. In den Faschingsferien beginne das Angebot dann zunächst mit dem Personal der „MiNa“. Ab den Osterferien könnte es dann mit der gfi losgehen.
Wünschenswert sei eine frühzeitige Anmeldung für das ganze Jahr. Adam erklärte, dass bei einer Vorab-Abfrage rund 17 Familien Interesse bekundet haben. Allerdings sei die Abfrage nur an Erstklässler gerichtet und man plane, Grundschulkinder aller Klassen aufzunehmen. Um auf die erforderliche Anzahl an Kindern zu kommen, habe man sich außerdem mit Großkarolinenfeld zusammengetan. Dort wollen ebenfalls voraussichtlich mindestens 17 Kinder das Angebot nutzen.
Der Vorschlag der Gemeindeverwaltung Schechen: Ein Beitrag pro Kind und Woche von 300 Euro ist von den Schechener Eltern zu zahlen – alles, was darüber geht, übernimmt die Gemeinde. Hat eine Woche einen Feiertag, reduziert sich der Betrag entsprechend. Gabriele Eberl (Parteifreie Bürger Schechen) wollte wissen, ob man auch tage- oder stundenweise buchen könne. Laut gfi seien einzelne Stunden schwierig, einzelne Tage möglich. Aufgrund des Themenkonzepts seien ganze Wochen aber sinnvoll.
Volker Schmidt (SPD/ÜW Schechen) hatte praktische Fragen. Was sei etwa, wenn es in einer Woche 40 Kinder, aber in der nächsten nur drei gebe? Vonseiten der gfi hieß es, auch wenige Kinder würden betreut. „Mir liegen die 300 Euro im Magen“, sagte Nicole Lindner (ÜW Schechen). Sie schlug vor, die Preise sozialverträglich nach dem Einkommen sowie Familienstand zu bemessen. Bürgermeister Adam betonte, dass der Preis mit ähnlichen Angeboten vergleichbar sei. Ein einkommensabhängiger Betrag sei schwer zu ermitteln. Er erklärte außerdem, dass es für diejenigen, die schon die „MiNa“-Gebühren zahlen, einen Rabatt von 50 Euro auf die Ferienbetreuung pro Woche gebe. Denn die „MiNa“-Gebühren seien eine Mischkalkulation, die immer auf das ganze Jahr berechnet werde.
Gute Lösung für die, die
Betreuung brauchen
Josef Weber (CSU) meinte, für ihn höre es sich so an, als seien Kinder mehr eine Last. Er finde es gut, wenn die Kinder in den Ferien daheim seien. Bürgermeister Adam zeigte Verständnis für diejenigen, die es nicht bewerkstelligen können, die Kinder daheim zu betreuen. Für die brauche man einfach eine gute Lösung. Martin Rinser (Parteifreie Bürger Schechen) betonte, dass Fachpersonal eben seinen Preis habe.
Das Gremium sprach sich einstimmig für eine Kooperation mit der gfi sowie für eine Zusammenarbeit mit Großkarolinenfeld aus. Die Betreuungsgebühren von 300 Euro pro Kind und Woche wurden mit 15 zu vier Gegenstimmen bewilligt. Die entstehenden Mehrkosten übernimmt die Gemeinde. Kinder, die bereits in der „MiNa“ angemeldet sind, zahlen für die Ferienbetreuung nur 250 Euro – hier fiel die Abstimmung ebenfalls 15 zu vier aus.