Mühldorf – Der Kreistag des Landkreises Mühldorf hat sich mit den Jahresabschlüssen 2024 und 2025, dem Halbjahresbericht zum Haushalt 2026, der Fortführung des 365-Euro-Tickets sowie der weiteren Besetzung des Ausschusses für Jugendhilfe, Bildung und soziale Netzwerke befasst.
Der Kreistag beschloss einstimmig die Fortführung des 365-Euro-Tickets für Schüler und Auszubildende. Landrat Max Heimerl wurde ermächtigt, die dafür notwendige Allgemeinverfügung zu unterzeichnen. Gleichzeitig wurde die Kreisverwaltung beauftragt, die erforderlichen Haushaltsmittel ab dem Jahr 2027 sowie für die folgenden Jahre einzuplanen.
Der Landkreis Mühldorf war am 1. Januar dem Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) beigetreten. Mit dem Beitritt wurde der MVV-Gemeinschaftstarif eingeführt, zu dem auch das verbundweit gültige 365-Euro-Ticket gehört. Es richtet sich an Schüler, Auszubildende sowie weitere berechtigte Personengruppen mit Wohn-, Schul- oder Ausbildungsort im MVV-Gebiet.
Hintergrund des aktuellen Beschlusses ist die Verlängerung des 365-Euro-Tickets durch den Freistaat Bayern bis zum Sommer 2027. Auch die Gesellschafterversammlung des MVV hat die Fortführung des Angebots beschlossen. Damit die Verkehrsunternehmen weiterhin Ausgleichszahlungen erhalten können, muss der Landkreis bis zum 1. August eine neue Allgemeinverfügung erlassen. „Die finanzielle Belastung für den Landkreis Mühldorf wird weiter auf rund 450.000 Euro pro Jahr geschätzt. Unser Vorteil ist allerdings, dass wir uns mit dem 365-Euro-Ticket im Bereich der Schülerbeförderung 885.000 Euro im Vergleich zum Deutschlandticket sparen“, sagte Landrat Max Heimerl.
Nach der Vorberatung im Kreis- und Finanzausschuss beschlossen die Mitglieder des Kreistags einstimmig, den Jahresfehlbetrag des Haushaltsjahres 2025 in Höhe von rund 360.000 Euro mit der Ergebnisrücklage zu verrechnen. Das Jahresergebnis fiel damit deutlich besser aus als ursprünglich erwartet: Im Ergebnishaushalt war noch ein Defizit von rund 3,1 Millionen Euro eingeplant, sodass sich eine Verbesserung um rund 2,7 Millionen Euro ergab. Landrat Max Heimerl führte dieses Ergebnis vor allem auf Sparmaßnahmen zurück. So lagen die Personalaufwendungen unter anderem durch nicht oder verzögert wiederbesetzte Stellen um rund 800.000 Euro unter den Planungen. Hinzu kamen Einsparungen in allen Fachbereichen und Stabsstellen in Höhe von rund zwei Millionen Euro.
Trotz der angespannten Haushaltslage investierte der Landkreis im Jahr 2025 rund 17,2 Millionen Euro. Schwerpunkte waren die Erweiterungen der Gymnasien in Mühldorf und Waldkraiburg, der Ersatzneubau des Sonderpädagogischen Förderzentrums Waldwinkel/ Aschau, Straßenbaumaßnahmen sowie Investitionszuschüsse für das InnKlinikum. Finanziert wurden die Investitionen vor allem durch Fördermittel des Freistaats, vorhandene Liquiditätsreserven und eine Kreditaufnahme von zwei Millionen Euro. Positiv entwickelte sich auch der Defizitausgleich für das InnKlinikum: Dieser sank von 14,3 Millionen Euro im Vorjahr auf rund 11,5 Millionen Euro und lag damit unter dem Haushaltsansatz. Gleichzeitig konnte der Landkreis seine Verschuldung um rund 2,9 Millionen Euro auf etwa 44,9 Millionen Euro reduzieren. Im Vergleich zum Tiefststand des Jahres 2022 liege der Schuldenstand aufgrund der finanziellen Belastungen der vergangenen Krisenjahre jedoch weiterhin deutlich höher.
Beim Blick auf den Halbjahresbericht 2026 geht die Finanzverwaltung derzeit davon aus, dass der für 2026 geplante Fehlbetrag von rund 1,3 Millionen Euro mindestens gehalten werden kann. „Wir sind im Soll. Treten bestimmte Faktoren ein, könnte der Fehlbetrag auch geringer ausfallen“, machte Landrat Max Heimerl deutlich. Dafür sprächen unter anderem die sich abzeichnenden geringeren Personal- und Sachaufwendungen. Das derzeit noch eingehaltene Zuschussbudget im Jugendamt sei aufgrund der sehr dynamischen Lage allerdings noch schwer einschätzbar.