Amerang/Edling/Wasserburg – Die B304 im Altlandkreis Wasserburg sorgt immer wieder mit schweren Unfällen für Schlagzeilen. Nicht selten mit tödlichem Ausgang. So auch am Freitagnachmittag, als bei Amerang ein Pkw aus bisher ungeklärten Gründen auf die Gegenfahrbahn geriet und frontal mit einem Lkw zusammenprallte. Der 75-jährige Autofahrer verstarb. Nur 400 Meter weiter dann am Samstag (22. August) ein Unfall, der mit einem Leichtverletzten glimpflich abging. Und am Freitagnachmittag ein Auffahrunfall auf der B304 bei Forsting. Den Schlusspunkt an diesem schwarzen Wochenende setzte ein Unfall bei Obing, bei dem sich ein Pkw mehrfach überschlug (siehe Meldung rechts).
Tatsache ist: Die B304 ist eine wichtige Verbindung zwischen München, Ebersberg, Wasserburg am Inn und Traunstein. Zehntausende Fahrzeuge sind hier täglich unterwegs: viele Lkw und Pendler-Fahrzeuge. Da erhöht sich automatisch die Unfallgefahr. Die B304 weist im Altlandkreis Wasserburg außerdem mehrere berüchtigte Kreuzungen und Abschnitte auf, an denen es immer wieder zu schweren Kollisionen kommt. Eine Analyse auf Basis der Polizeiberichte.
Edling, Kreuzungsbereich Oberhub/Brandstätt/Kesselseestraße: Dies ist eine der unfallträchtigsten Bereiche. Hier kam es in den vergangenen zehn Jahren laut Verkehrsstatistik zu über 100 Unfällen. Im Fokus: vier große Kreuzungen zwischen Brandstätt und Reitmehring. Für Staus sorgt der Bahnübergang bei Reitmehring, der zwar aufgelöst werden soll, aber noch auf den Start der Baumaßnahmen mit Tunnel, Trog und Brücke wartet.
Besonders folgenschwer war hier ein Unfall im März 2016, bei dem ein 21-jähriger Autofahrer beim Überqueren der Bundesstraße die Vorfahrt missachtete und noch an der Unfallstelle verstarb. Dramatische Folgen hätte auch ein Unfall im April 2025 haben können, als eine Autofahrerin beim Überqueren der Kreuzung von einem Lkw erfasst und in einen wartenden Schulbus mit 30 Kindern geschleudert wurde. Die Kinder blieben unverletzt. Im Juli 2024 wurde bei Staudham ein Fußgänger beim Überqueren der Bundesstraße von einem Pkw frontal erfasst. Der 60-Jährige starb.
Amerang, Kreuzung Stephanskirchen/Osendorf: Dieser Abschnitt gilt als einer der gefährlichsten Stellen. Unfälle entstehen hier meist durch Vorfahrtsverstöße beim Überqueren der Kreuzung. Im Mai kam es hier zu einem schweren Zusammenstoß mit mehreren Schwerverletzten.
Eiselfing, Abzweigungen Hebertsham und Schilchau: An diesen Einmündungen kommt es regelmäßig zu Kollisionen.
Viele Unfälle passieren, weil Fahrer beim Einbiegen oder beim Überqueren der Bundesstraße vorfahrtsberechtigte Fahrzeuge übersehen. Wenn Fahrzeuge abbremsen, um abzubiegen, erkennen nachfolgende Fahrer die Situation oft zu spät. Regelmäßig wird über Lösungsansätze diskutiert. In Edling sind Ampeln geplant, in Amerang ein Kreisel. Heike Duczek