Almil meldet Insolvenz an

von Redaktion

Hochwald-Tochter aus Weiding beantragt Verfahren in Eigenverwaltung

Polling/Weiding – Jetzt also doch! Die Hochwald-Tochter Almil AG hat am Dienstag, 18. August, beim Amtsgericht Mühldorf einen Insolvenzantrag gestellt. Das Verfahren soll nach Willen des Almil-Vorstands in Eigenverwaltung durchgeführt werden; das heißt, der Vorstand möchte weiter die Geschicke des Unternehmens lenken.

Das hat auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen und von innsalzach24.de Kathrin Lorenz, Leiterin der Unternehmenskommunikation von Hochwald Foods, mitgeteilt.

Vorstand möchte die
Firma weiter steuern

Der Schritt sei erfolgt, um den Standort Weiding zu sichern, schreibt Almil in einer Pressemitteilung: „Damit sollen die Voraussetzungen geschaffen werden, das Unternehmen langfristig wettbewerbsfähig aufzustellen und die Zukunft des Standorts zu sichern.“ Der Geschäftsbetrieb werde „ohne Einschränkungen“ fortgeführt, so das Unternehmen: „Für die Belegschaft, Kunden und Geschäftspartner ergeben sich keine Veränderungen.“ Die Gehälter der rund 110 Mitarbeiter seien bis Oktober über das Insolvenzgeld gesichert. Insolvenz in Eigenverwaltung bedeutet, dass der Vorstand weiter im Amt bleibt und den Sanierungsprozess eigenverantwortlich steuert. Allerdings bekommt er vom Amtsgericht einen Sachwalter als Aufsicht an die Seite gestellt. Bis Oktober sollen Maßnahmen vorbereitet werden, „um eine zeitnahe Sanierung zu ermöglichen“, schreibt Almil: „Ziel des beantragten Eigenverwaltungsverfahrens ist es, die Almil AG wirtschaftlich zu stabilisieren und die Unternehmensstruktur an die veränderten Marktbedingungen anzupassen und zu sanieren.“ Der Schritt sei „frühzeitig und aus eigener Initiative“ erfolgt.

„Seit Ende 2025 sind die Preise für Commodities, wie sie in Weiding in Form von Vollmilch- und Magermilchpulver sowie Butteröl hergestellt werden, deutlich zurückgegangen“, teilt Almil auf Nachfrage mit. Ziel der Sanierung sei es, „die Kostenstruktur am Standort zu verbessern“. Die Zukunft des Hochwald-Werks in Weiding sorgt seit Wochen für Gerüchte in Weiding und Umgebung, weil Hochwald selber umstrukturiert und Werke schließt – zuletzt in Kaiserslautern.

Die Hochwald Foods GmbH ist laut Unternehmensregister.de alleinige Aktionärin der Almil AG. Im Mai hatte Hochwald auf Anfrage bezüglich Weiding erklärt: „Es ist nicht geplant, das Werk zu schließen.“ Zwar werde die gesamte Betriebsstruktur regelmäßig überprüft, konkrete Pläne für ein Aus des Standorts in Weiding gebe es aktuell aber nicht. Das Werk in Weiding habe als „Profit Center“ weiterhin einen wichtigen Stellenwert innerhalb der Unternehmensgruppe. Er sei ein eigenständig kalkulierter Produktionsbereich mit eigener Ergebnisverantwortung innerhalb einer Unternehmensgruppe.

Nach Angaben des Unternehmens wurde in den vergangenen Jahren kontinuierlich in den Standort Weiding investiert; auch für 2026 seien weitere Investitionen vorgesehen.

Genossenschaftlich
organisierte Gruppe

Die Hochwald Gruppe ist eine genossenschaftlich organisierte Molkerei- und Nahrungsmittelgruppe, die nach Unternehmensangaben jährlich mehr als zwei Milliarden Kilogramm Milch zu Produkten wie Trinkmilch, Käse, Kondensmilch und Milchpulver verarbeitet. Laut dem Bayerischen Landwirtschaftlichen Wochenblatt hatte Hochwald 2023 einen Marktanteil von knapp sieben Prozent. Damit gehört das Unternehmen zur Spitzengruppe der deutschen Molkereiwirtschaft. Nach Unternehmensangaben erzielte die Gruppe 2025 einen Umsatzrekord von 2,034 Milliarden Euro.

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