Abschied von einem Luitpoldianer

von Redaktion

Langjähriger stellvertretender Schulleiter Günter Pechlaner im Alter von 88 Jahren verstorben

Wasserburg – Erst war er selbst Schüler am Wasserburger Luitpold-Gymnasium, dann unterrichtete er dort 34 Jahre Sport, Biologie und Chemie und war 17 Jahre lang stellvertretender Schulleiter. Jetzt ist Studiendirektor a. D. Günter Pechlaner mit 88 Jahren nach längerer Krankheit verstorben.

Geboren wurde Günter Pechlaner 1938 im Sudetenland, und der bald beginnende Zweite Weltkrieg und seine Folgen versetzten ihm schon in jungen Jahren die ersten heftigen Schicksalsschläge: den Verlust des Vaters und die Vertreibung aus der Heimat zusammen mit Mutter und Schwester. Schon dies waren prägende Erfahrungen. Sie kamen in Albaching unter, wo Günter Pechlaner zunächst die Volksschule besuchte, um dann an die Luitpold-Oberrealschule überzutreten.

1959 legte er die Abiturprüfung ab und studierte nach dem Wehrdienst in München die Fächer Sport, Biologie und Chemie. Nach der zweijährigen Referendarszeit erhielt er 1968 aufgrund seiner herausragenden Gesamtqualifikation eine Anstellung an seiner Wunschschule, dem Wasserburger Luitpold-Gymnasium. Bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2002 war er in unterschiedlichen Funktionen an dieser Schule tätig.

Als engagierter und fachkompetenter Lehrer unterrichtete er Generationen von Schülern und vermochte sie für seine Fächer zu begeistern. Er prägte sie, geleitet von klaren Wertvorstellungen, ebenfalls erzieherisch.

Das hohe Maß an Identifikation mit seinen dienstlichen Aufgaben und insbesondere mit „seiner“ Schule sowie sein unermüdlicher Arbeitseinsatz und seine absolute Zuverlässigkeit ließen ihn schnell Karriere machen. Vor allem als Fachbetreuer für Sport hat er, selbst ein herausragender Sportler, das Profil der Schule sehr geprägt. Er organisierte beispielsweise regionale und überregionale Wettkämpfe sowie zahllose Bundesjugendspiele und Skikurse – stets perfekt.

1985 wurde er stellvertretender Schulleiter und konnte so seine besonderen organisatorischen Fähigkeiten noch umfassender einsetzen. Bei diversen Aus- und Umbaumaßnahmen hat er als profunder Kenner des Luitpold-Gymnasiums seine Ideen eingebracht, zudem verwaltete er die Finanzen der Schule. Dabei hat er in seinen 37 Dienstjahren nicht einen Tag krankheitsbedingt an seinem Arbeitsplatz gefehlt. So hat sich Günter Pechlaner, durch und durch ein echter „Luitpoldianer“, um das Luitpold-Gymnasium große Verdienste erworben, wie sein damaliger Chef, Oberstudiendirektor a. D. Dr. Otto Helwig, mit dem Pechlaner über zwölf Jahre eng und vertrauensvoll zusammengearbeitet hatte, bei der Trauerfeier hervorhob.

Ein treuer Freund
und tiefe Tragik

Günter Pechlaner war aber keineswegs nur ein perfektionistischer „Workaholic“. Alle Nachrufe bei der Feier in der Aussegnungshalle am Herder durchzog die Trauer um einen engen und treuen Freund, mit dem man gerne zusammengearbeitet, den Urlaub oder die Freizeit verbracht und der so vielen Menschen über Jahrzehnte in allen Lebenslagen loyal zur Seite gestanden hatte. Sie alle hatten zusammen mit seiner Familie schmerzlich mitverfolgen müssen, wie dieser ursprünglich so überaus vitale und geistig rege Freund in den vergangenen Jahren immer schwerer für sie zu erreichen gewesen war, bis er schließlich nur noch in seiner eigenen Welt lebte, aufopferungsvoll umsorgt von seiner Frau.

Schon 2010 hatte seine Familie ein einschneidender Schicksalsschlag getroffen: Sein Sohn Andreas, auf den er sehr stolz war, kam bei einem Motorradunfall ums Leben, als ihn ein Autofahrer übersah. Von diesem Verlust hat sich Günter Pechlaner nie mehr richtig erholt, er war im Wortsinn untröstlich, immer wieder brachen Schmerz und Trauer über diesen Verlust aus ihm hervor, wie sich sein enger Freund und Kollege Wolfgang Klautzsch erinnerte. Darin liegt eine tiefe Tragik, war Günter Pechlaner doch nicht nur beruflich außerordentlich erfolgreich gewesen, sondern hatte sich auch privat eine umfassende neue Existenz aufbauen können, wie Pater Doktor Dimpfmaier von den Garser Redemptoristen bei der Trauerfeier anhand der zentralen Lebensstationen Revue passieren ließ.

Bereits 1966 hatte er seine Frau Bärbel geheiratet, Sohn Andreas war 1968, Tochter Ursula 1969 zur Welt gekommen, 1973 hatte er in Babensham ein großes Haus für seine Familie gebaut, und mit den Jahren war die Enkelschar auf sieben angewachsen. Leider war es ihm nicht vergönnt, sich im Ruhestand an all dem Erreichten, an dem vielen Schönen ungetrübt zu erfreuen, wie er es doch verdient gehabt hätte. Am 11. August wurde Günter Pechlaner von all seinen Leiden und seinem Kummer endgültig erlöst. Gunter Fuchs

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