Das Königshaus reagierte: Dianas Tod war ein tragischer Weckruf für die Royals

von Redaktion

Nach dem tödlichen Autounfall der „Königin der Herzen“ brachten die Royals ihre Landsleute mit tagelanger Funkstille gegen sich auf. Steif, unnahbar, kaltherzig wirkte die Königsfamilie im Moment der Trauer. Queen Elizabeth II. und der von Diana geschiedene Prinz Charles blieben zurückgezogen im schottischen Anwesen Balmoral, wo sie die Sommerwochen verbrachten, und verzichteten auf jede öffentliche Reaktion. „Wenn die Windsors nicht ihre Lektion lernen, dann werden sie nicht nur Diana bestatten, sondern auch ihre eigene Zukunft“, warnte die Zeitung „The Guardian“, zumal sich in der Zeit fast jeder Vierte Brite für eine Abschaffung der Monarchie aussprach.

Und das Königshaus reagierte. Dianas Tod wurde zum Anlass für eine Umwälzung der Öffentlichkeitsarbeit des Buckingham-Palasts. Im trägen Pressedienst der Royals wurde aufgeräumt, PR-Profis übernahmen das Kommando. „Alles wurde revolutioniert“, sagt Dianas früherer Privatsekretär Patrick Jephson. „Die Monarchie ist mehr und mehr das Produkt einer sehr ausgeklügelten Informationskampagne.“ Das Ziel: Positive Informationen und schöne Geschichten über die Monarchie verbreiten und zugleich die Privatsphäre der Royals so gut wie möglich schützen. Insbesondere die Queen, die lange den Ruf hatte, mehr Mitgefühl für ihre Hunde und Pferde aufzubringen als für ihr Volk, sollte menschlicher erscheinen.

Auch der als ungelenk und distanziert verschrieene Charles ließ sich sein Image aufpolieren. „Er hat enorm viel Geld ausgegeben, damit sehr raffinierte, professionelle, politische Spindoktoren sich um sein Ansehen kümmern“, sagt Jephson. „Sie wollten eine zugänglichere Familie sein“, sagt PR-Experte Mark Borkowski. Die Offensive trug Früchte: Die Briten stehen heute fest hinter ihrem Königshaus, Elizabeth II. genießt 65 Jahre nach ihrer Thronbesteigung großes Ansehen in der Bevölkerung. Dianas Biograf Andrew Morton sagt, insbesondere die Prinzen William und Harry ließen die Royals „menschlicher, nahbarer“ erscheinen. Ein Glücksfall ist natürlich auch Williams Ehe mit Kate: Das Paar wirkt sympathisch, modern und volksnah. Die Hochzeit 2011 und die Geburt der beiden Kinder George und Charlotte ließen sich wunderbar verkaufen – von einer perfekt laufenden PR-Maschinerie, die nach dem Tod von Williams Mutter Diana vor 20 Jahren angeworfen wurde.

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